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Schiltach Engagement "mehr denn je gefragt"

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Der erweiterte Vorstand des Sozialen Netzwerks Schiltach-Schenkenzell, kurz "Sone", setzt sich aus Oswald Armbruster (von links), Gerhard Gaiser, Ursula Buzzi, Didier von Zeppelin, Irene Müller, Bushra Alahmar, Annette Wolber, Andrea Hauser und Birgit Maier zusammen. Foto: Herzog Foto: Schwarzwälder Bote

Der Verein Soziales Netzwerk Schiltach-Schenkenzell, kurz "Sone", stellt sich breiter auf. Ab sofort gehören die jeweiligen Pfarrer beziehungsweise Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde zum erweiterten Vorstand.

Schiltach/Schenkenzell. Bei der Hauptversammlung im Martin-Luther-Haus in Schiltach blickte Vorsitzende Annette Wolber bis 2015 zurück, als der jetzige Verein sich damals als Netzwerk mit vielen ehrenamtlichen Helfern um die ersten in Schiltach und Schenkenzell ankommenden Flüchtlinge kümmerte. Asylthemen seien für alle Neuland gewesen.

Seit dieser Zeit habe sich viel geändert. Mit großem Elan sei man ins Jahr 2020 gestartet. Deutschkurse für Frauen hätten wieder begonnen. Ein Computerkurs für Frauen in Arabisch und ein Begegnungsfest am Pfingstmontag unter dem Titel "Orient meets Okzident" seien geplant worden. Doch dann habe die Corona-Krise das Vereinsleben jäh eingeschränkt. Der Second-Hand-Shop Kreisel in Schiltach habe komplett schließen müssen.

"20 Frauen und ein Mann aus der ›Sonne‹ in Schenkenzell haben mehr als 4000 Schutzmasken in allen Farben und Variationen genäht. Anfangs haben wir sie in Altersheime und soziale Einrichtungen verschenkt, danach an die Bevölkerung gegen eine Spende abgegeben", berichtete Wolber. Der Erlös dieser Aktion floss in neue Projekte. Es wurden Laptops und Computer für Schulkinder aus Familien mit geringem Einkommen beschafft, WLAN in der "Sonne" installiert und Schülernachhilfe angeboten.

Im "Kreisel" sei die Zeit des Lockdowns genutzt worden, um aufzuräumen und im oberen Stock mehr Lagerraum zu schaffen. Das Büro sei vom Erd- ins Obergeschoss umgezogen, wodurch im Laden die Verkaufsfläche erweitert worden sei.

Eine große Entlastung für die Vereinsmitglieder habe die Einstellung von Integrationsmanagerin Claudia Buchholz und Flüchtlingsbeauftragte Corinna Bühler bei der Stadt Schiltach gebracht. Sie kümmerten sich schwerpunktmäßig um Integration und übernähmen eine Menge Papier- und Bürokram. Der Tätigkeitsbereich des "Sone" beinhalte weiterhin Sachspenden, Hilfe bei Umzügen, Wohnungseinrichtung, Bewerbungen und Suche nach Praktikums- und Arbeitsstellen, Deutschkurse und Nachhilfe. Patenschaften bestünden teilweise weiter, viele hätten sich jedoch zurückgezogen.

Neuer Hilfsfonds gegründet

Neu eingerichtet worden sei ein Hilfsfonds für Menschen in wirtschaftlichen Notlagen. Leider habe sich das gesellschaftliche Klima gewandelt. Die Willkommenskultur sei deutlich abgeklungen. Rechtsextremismus, Antisemitismus und rechter Terror nehme zu, einzelne Gruppen radikalisierten sich. Durch "Fake News" und Verschwörungstheorien drohe die Gefahr der Spaltung der Gesellschaft. "Bürgerschaftliches Engagement in der heutigen Zeit für sozialen Frieden und einen respektvollen Umgang miteinander ist mehr denn je gefragt", bekräftigte die Vorsitzende.

Der Kassenbericht von Andrea Hauser wies unterm Strich ein deutliches Plus aus. Abzüglich des Startkapitals, das die evangelische Kirchengemeinde für den noch nicht rechtskräftigen Verein verwaltete und im vergangenen Jahr überschrieb, hielten sich Einnahmen und Ausgaben die Waage. Finanziert wurden 18 Deutschkurse, Fahrtkosten für 40 Monatskarten und im "Kreisel" ein Logo an der Fassade und an der Schaufensterinnenseite .

Bei den Wahlen wurde die stellvertretende Vorsitzende Irene Müller und Kassiererin Andrea Hauser für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Für die wegen ihres Umzugs ausgeschiedene Christa Haser rückte Didier von Zeppelin neu ins Gremium der Beisitzer.

Nachdem die katholische Kirchengemeinde Kloster Wittichen und die evangelische Kirchengemeinde Schiltach/Schenkenzell als Mitglied dem "Sone" beigetreten sind, befürworteten die Mitglieder eine Satzungsergänzung. Der zufolge wird der bestehende Vorstand um den jeweiligen Pfarrer der beiden Kirchengemeinden, Hannes Rümmele und Marlene Schwöbel-Hug, von fünf auf sieben Mitglieder erweitert. Sie sind Kraft Amtes berechtigt, jeweils einen Vertreter mit der Wahrung ihrer Rechte und Pflichten zu beauftragen. Bei der Hauptversammlung waren dies Oswald Armbruster und Ursula Buzzi. Eine weitere und einstimmig genehmigte Satzungsergänzung sah vor, dass der Vorstand künftig auch über digitale Medien Entscheidungen treffen darf.

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