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Schiltach Einschränkungen bei Flößerei?

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Thomas Kipp berichtete bei der Hauptversammlung der Schiltacher Flößer über die genehmigungsrechtliche Lage sowie Einschränkungen. Foto: Fritsche Foto: Schwarzwälder Bote

Eine ausführliche Würdigung der Schiltacher Flößer durch Bürgermeisterstellvertreter Axel Rombach und die genehmigungsrechtliche Lage der Flößerei waren hervorstechende Tagesordnungspunkte auf der Hauptversammlung des Vereins.

Schiltach. Bei der Jahreshauptversammlung der Schiltacher Flößer am Freitagabend im Gasthof Sonne war diesmal fraglos der Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" der spannendste. Davor arbeiteten die Flößer routiniert die Vereinsregularien ab.

Weil Obmann Tobias Isenmann verhindert war, berichtete der stellvertretende Vereinsvorsitzende Hartmut Brückner im Jahresrückblick über die Aktivitäten der letzten zwölf Monate: Unter anderem über Flößercup, Bachputzete, Kinderferienprogramm, Wiedendrehen, Floßfahrten, Teilnahme an Bauernmarkt sowie an einer Reihe von Flößertreffen und –tagen. "Ein Höhepunkt war die Floßfahrt mit Umweltminister Untersteller auf der Bundesgartenschau in Heilbronn", hob Brückner hervor.

Keine Beanstandungen erfuhren danach die Berichte des Kassierers Fritz Trautwein durch die Kassenprüfer. Die Teilnahme an der Bundesgartenschau, Bauern- und Weihnachtsmarkt hätten gute Einnahmen gebracht, hob Trautwein hervor.

Zusammenhalt gestalten

Die Abstimmung über die Entlastung des Vorstands, die einstimmig erfolgte, und die Wahl der neuen Kassenprüfer Edwin Bühler und Holger Wöhrle leitete diesmal Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter Axel Rombach. Zum ersten Mal an einer Hauptversammlung der Flößer teilnehmend, nahm er die Gelegenheit wahr und hielt eine kurze, aber rhetorisch perfekt aufgebaute und inhaltlich treffende Rede, eine regelrechte Laudatio, die die Flößer gerne hörten: "Der Flößer war ein Mann von Mut, Umsicht und schneller Entschlusskraft", setzte Rombach an. Mutig seien die Schiltacher Flößer, nicht nur weil sie sich aufs Wasser wagten, sondern weil sie viele Aktivitäten mit viel Schwung umsetzten, zum Beispiel die Floßfahrt auf der Drau. Umsichtig seien sie, weil sie weitsichtig planten. Rombach nannte das Flößermuseum und das Thema Unesco-Weltkulturerbe. Und Entschlusskraft hätten sie, weil sie Entscheidungen zielstrebig träfen und nachdrücklich umsetzten. "Sie besitzen eine große Strahlkraft weit über die Grenzen von Schiltach und dem Schwarzwald hinaus", stellte Rombach fest. Die Flößer schafften gerade in den aktuell stürmischen Zeiten mit ihrem Verein eine Verwurzelung mit der Region und gestalteten Zusammenhalt. "Sie bewahren eine Technik, die über 700 Jahre das Kinzigtal maßgeblich mitgestaltet hat. Das Auto wird es eine so lange Zeit nicht geben", erklärte Rombach. Alle seien froh, einen solchen Verein in der Stadt zu haben. Brückner freute sich über das große Lob und dankte Rombach für die "schönen Worte".

Neue Genehmigung nötig

Gespannt hörten die Schiltacher Flößer auf der Jahreshauptversammlung unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" dem Bericht von Thomas Kipp zur genehmigungsrechtlichen Lage der Flößerei in Schiltach zu. Seit 2001 bestehe die wasserrechtliche Erlaubnis "zum höher Stauen des Hochmutsteichs um 25 Zentimeter zum Zwecke der Flößerei an wenigen Tagen im Jahr". Die Genehmigung wurde für sechs Jahre erteilt. 2007, 2012 und 2017 wurde sie zwar verlängert, aber der Zeitraum immer weiter eingeschränkt.

Bei einer weiteren Verlängerung stünde nur noch der Zeitraum 1. Juli bis 30 September zur Debatte, also wieder ein Monat weniger. "Das sind nach den langjährigen Aufzeichnungen gerade die Monate, in denen die Flüsse Kinzig und Schiltach am wenigsten Wasser führen", hob Kipp hervor. Um aber zum Beispiel beim Flößerfest trotzdem Floßfahrten machen zu können, wäre eine zusätzliche Wasserbringung durch das Bade- und Schlossmühlewehr erforderlich.

Fahrt live vorgeführt

Die Nutzung dieser Wehre sähe das Landratsamt Rottweil genehmigungsrechtlich nicht abgedeckt. Am 25. Juli wäre deshalb ein Probestau gemacht worden, um den anwesenden Behördenvertretern von Landratsamt und Regierungspräsidium Freiburg eine Floßfahrt live vorzuführen. "Die ist bei den amtlichen Zuschauern gut angekommen", berichtete Kipp. Ein Teil von ihnen hätte bisher noch nie eine Floßfahrt gesehen. Es habe auch Lob für den großen geleisteten Aufwand gegeben.

Im nächsten Schritt müssten die Schiltacher Flößer jetzt beschreiben, bei welchen Abflüssen welche Einrichtungen hinzugezogen werden sollen, um in den besagten Monaten Floßfahrten organisieren zu können. Die Gespräche mit dem Landratsamt Rottweil seien bisher trotz allem konstruktiv gewesen.

Konstruktive Gespräche

Da die Flößer ja auch immer wieder auf der vorderen Kinzig unterwegs seien, gäbe es auch Berührungspunkte mit dem Landratsamt Ortenau. Das habe signalisiert, dass bei baulichen Veränderungen der Kinzig die Floßfahrten berücksichtigt würden

Es liege also noch viel Arbeit und eine "möglicherweise steinige Wegstrecke" vor den Flößern, um zu einer für die Flößerei akzeptablen Lösung zu kommen. "Wir sind optimistisch, dass wir mit guten Argumenten, der langen Tradition der Flößer und einem hohen Maß an Sachlichkeit weiter kommen", erklärte Kipp.

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