Restaurator Ulrich Feldhaus, Schiltachs Museumsleiter Andreas Morgenstern und Bürgermeister Thomas Haas freuen sich über den strahlend schön lackierten Schienenbus, den ersten von drei Teilen der Garnitur, der gestern nach Schiltach zurückkam. Foto: Wegner

Erstes von drei Fahrzeugen nach Sanierung angekommen. Restaurator: Fahrzeug "ein Sympathieträger".   

Schiltach - Für manchen hätte es "wegbleiben können", wie ein Passant meinte, doch für viele sind sie ein historisches Relikt, ohne deren Einsatz es heute keine Bahnlinie mehr in Schiltach geben würde: Gestern kam der erste der drei Schienenbusfahrzeuge nach Schiltach zurück.

Über Nacht war der sanierte Steuerwagen vom Restaurierungsatelier "Die Schmiede" in Duisburg per Schwertransport nach Schiltach gebracht worden. Dort begann morgens gegen 7.30 Uhr dann das Abladen des Fahrzeugs. "Es ist schon etwas eng", hatte der Diplom-Restaurator und Geschäftsführer von "Die Schmiede" zunächst einen etwas kritischen Blick auf das Ablademanöver. Zur Sicherheit hatte er sogar das Signalhorn auf dem Dach noch gar nicht montiert – denn auch auf die Höhe war beim Abladen zu achten. Schließlich musste der Steuerwagen der Schienenbusgarnitur direkt vor dem Unterstand vom Transporter rollen. Nach mehrmaligem Rangieren des Schwertransporters war dann auch die aufreibendste Arbeit getan, das rund zehn Tonnen schwere Fahrzeug konnte mittels Seilwinde und über zusammengeschraubte Hilfsschienen unter das Dach beim Schiltacher Bahnhof bugsiert werden.

Ganz fertig restauriert ist der Steuerwagen noch nicht, es fehlen noch die Fenster bei den Einstiegen sowie Dichtungen. Da sich kein deutscher Hersteller fand, so Feldhaus, der weniger als einen Kilometer Dichtungsgummi habe verkaufen wollen – und dies wäre für drei Fahrzeuge doch etwas zu viel gewesen, musste "die Schmiede" auf ein ungarisches Produkt zurückgreifen, das aber noch nicht geliefert wurde. Bei der Lieferung des zweiten Fahrzeugs, des Mittelwagens, in rund vier Wochen würden dann die fehlenden Fenster mit eingebaut, versichert Feldhaus. Die nicht für einen »fahrenden Einsatz« aufgearbeiteten Schienenbusse seien übrigens innen absichtlich nicht "auf ganz neu" getrimmt worden, sondern spiegelten die Zeit ihrer Ausmusterung wieder – so wie viele Bürger sie noch kennen, betont Feldhaus. Lackkleid und Beschriftung indes strahlen in Rot und Weiß.

Schiltachs Museumsleiter Andreas Morgenstern, der über die Bahn an der badisch-schwäbischen Grenze ein Buch geschrieben hat, das demnächst erscheint, hofft, ebenso wie Bürgermeister Thomas Haas, dass die Ausstellung künftig gut angenommen wird. "Eigentlich sind die Fahrzeuge Sympathieträger", kann Feldhaus sagen – denn die rund vier Wochen vor seiner Werkstatt stehenden, optisch passend aufgewerteten Fahrzeuge, hätten bei vielen Passanten nur positive Emotionen ausgelöst. Haas weiß, dass die Schiltacher Bevölkerung dem Projekt teilweise skeptisch gegenübersteht, doch hätte man die Fahrzeuge verschrottet, dann hätte eine große Summe an Landeszuschuss zurückbezahlt werden müssen. Zudem sehen er und sein Museumsleiter viele Verwendungsmöglichkeiten auch für den neu gewonnenen Raum: So kann sich Morgenstern Lesungen und mehr in besonderer Zugatmosphäre vorstellen.

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