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Schiltach Corona-Fall: Vega gibt jetzt Entwarnung

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Bei Vega am Schiltacher Hohenstein sind derzeit rund 100 der 750 Mitarbeiter vorsorglich zu Hause. Foto: Sum

Schiltach - Etwa 100 der rund 750 Angestellten der Vega Grieshaber KG am Standort Schiltach bleiben wegen des Coronavirus derzeit vorsorglich zuhause. Ein Mitarbeiter war vor einigen Tagen positiv getestet worden – zunächst.

"Unsere oberste Prämisse ist es, die Kollegen zu schützen und die Produktion aufrechtzuerhalten", erklären Isabel Grieshaber, geschäftsführende Gesellschafterin, und Geschäftsführer Rainer Waltersbacher beim Pressegespräch am Donnerstag. Schon seit Längerem beschäftige sich das Unternehmen mit dem Coronavirus: Seit Anfang Februar werde auf Geschäftsreisen verzichtet, auch die Teilnahme an Messen, Kongressen und Seminaren sei abgesagt worden. Ein großes Firmenevent im Europapark mit 400 Teilnehmern aus ganz Deutschland, das für 2. und 3. März geplant gewesen sei, wurde ebenfalls abgesagt.

Vorsorglich zuhause bleiben

Außerdem sei entschieden worden, ab eben jenem Montag, 2. März, ­erster Arbeitstag nach den Fasnetsferien, Rückkehrer aus dem Skiurlaub in Südtirol "prophylaktisch nicht ins Unternehmen kommen zu lassen", sagt Waltersbacher. Offiziell zum Risikogebiet wurde Norditalien erst am 5. März. Gleich habe es sich mit dem Elsass verhalten: Auch dort seien Mitarbeiter vorsorglich zuhause gelassen worden, bevor die Region zum Risikogebiet ernannt wurde.

Manche der Südtirol-Urlauber seien bereits vor Arbeitsbeginn erreicht, andere direkt an jenem Vormittag angesprochen worden. Unter ihnen auch der Mitarbeiter, der später positiv auf das Coronavirus getestet wurde. "Das Gesundheitsamt hat uns am vergangenen Sonntag über den positiven Test informiert", so der Geschäftsführer. Daraufhin seien auch die engeren Kollegen und alle Mitarbeiter, die an dem Montag noch mit dem Mann Kontakt hatten, ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt worden. Das habe auch das Gesundheitsamt als sinnvolle Maßnahme angesehen.

Infiziert oder doch nicht

Dann die überraschende Wendung: Mitten im Pressegespräch erreicht die Geschäftsführer die Information des Gesundheitsamts, dass der Mitarbeiter nun doch nicht mit dem Coronavirus infiziert sei. Ein zweiter sogenannter Bestätigungstest, der in der Regel immer gemacht werde, sei negativ ausgefallen, erklärt Brigitte Stein von der Pressestelle des Landkreises Rottweil auf Nachfrage. Daraufhin habe das Landesgesundheitsamt einen dritten Test gemacht, der wiederum ebenfalls negativ ausgefallen sei. Damit gelte der Mann nicht als Corona-infiziert.

Unabhängig von dieser Wendung fährt Vega in der Coronakrise konsequent den Kurs, "Mitarbeiter im Zweifel lieber zuhause zu lassen", erklärt Isabel Grieshaber. Wer wegen etwaiger Vorerkrankungen besondere Angst vor einer Infektion habe oder beispielsweise Kinder betreuen müsse, dürfe derzeit zuhause bleiben. Wo möglich, arbeiteten die Angestellten im Homeoffice. Mitarbeiter, für die das nicht möglich sei, etwa aus der Produktion, bekämen ihren Lohn trotzdem weiterbezahlt, so Grieshaber. Es sei den Geschäftsführern wichtig, "mit den Mitarbeitern zusammen die jeweils beste Lösung zu finden".

Urlaub trotz Krise

In der Belegschaft stoße dieses Vorgehen auf großes Verständnis. "Es entwickelt sich ein toller solidarischer Effekt", freut sich Grieshaber: So hätten sich Büroangestellte freiwillig bereiterklärt, in der Fertigung auszuhelfen, um dort Personalausfälle zu kompensieren. Das Coronavirus führe dazu, dass die Gemeinschaft gestärkt werde, können Grieshaber und Waltersbacher der Situation sogar etwas Positives abgewinnen. Wer allerdings beim aktuellen Kenntnisstand noch in bestimmte Regionen in den Urlaub fährt oder Großveranstaltungen besucht, "muss danach zwei Wochen zuhause bleiben und dafür dann Gleitzeitstunden oder Urlaub nehmen", macht Waltersbacher klar.

Viel werde derzeit über Videokonferenzen besprochen. In einigen Abteilungen arbeite abwechselnd ein Teil von zuhause aus und ein Teil in der Firma vor Ort. Dort, wo es Schichtarbeit gebe, werde derzeit auf eine persönliche Übergabe verzichtet und auch das Betriebsrestaurant ist geschlossen. "Wir sensibilisieren die Mitarbeiter, wo es nur geht", so Grieshaber. So gebe es an den Personaleingängen Desinfektionsmittel, es werde davon abgeraten, den Aufzug zu nutzen und die Pause sollte möglichst im Freien verbracht werden. Außerdem stünden derzeit fast alle Türen im Unternehmen offen, damit Mitarbeiter Türklinken möglichst nicht anfassen müssen.

Inzwischen gebe es bei Vega einen Steuerkreis zu Corona, der sich täglich treffe – mit dabei sind auch Teilnehmer von Grieshaber und Supfina, ebenfalls Unternehmen der Grieshaber Group. Über die dort besprochenen Ergebnisse würden die Abteilungsleiter informiert, die diese dann an die Mitarbeiter weitergeben. "Wir wollen transparent damit umgehen", teilen die Geschäftsführer mit. Die Vega-Tochterfirmen im Ausland würden über die in Schiltach umgesetzten Maßnahmen regelmäßig informiert.

Auswirkungen der Coronakrise auf den Auftragsbestand seien bei Vega noch nicht zu spüren. "Wir haben ein relativ großes Lager, sodass im Moment noch nicht absehbar ist, dass es bei uns zu Lieferengpässen kommen könnte", sagt Waltersbacher. "Wir fahren auf Sicht und sind in keinster Weise panisch", ergänzt Grieshaber.

Mit all den getroffenen Maßnahmen wolle das Unternehmen dazu beitragen, die Zahl der Neuinfektionen möglichst gering zu halten. "Nur wenn jeder dazu beiträgt, kann man helfen, die Kurve abzuflachen", betont Grieshaber.

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