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Schiltach B 294: Keine Verkehrsinsel für Vorderlehengericht

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Eine Verkehrsinsel in Vorderlehengericht sollte die Verkehrsteilnehmer zusätzlich dazu zwingen, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Foto: Sum

Schiltach-Vorderlehengericht - Wenig erfreuliche Post hat Bürgermeister Thomas Haas vom Straßenbauamt in Donaueschingen bekommen: Die Behörde erteilte dem Bau einer Verkehrsinsel in Vorderlehengericht eine Absage. Die Stadt will dennoch am Ball bleiben.

Seit Langem kritisieren die Vorderlehengerichter Bürger den Lärm und vor allem die hohe Geschwindigkeit, mit der mitunter durch den Ort gefahren werde - besonders auf der langen Gerade in Richtung Wolfach beziehungsweise von dort kommenden. Lange habe die Verwaltung deshalb überlegt, wie sich das Problem mit dem zu schnelle Fahren lösen lässt.

Immer wieder sei auch der Vorschlag gekommen, weitere Blitzersäulen in Vorderlehengericht aufzustellen, sagte Haas. "Die werden wir aber mit Sicherheit nicht bekommen", dämpfte er diese Hoffnung. Das aus Sicht der Verwaltung "einzige, was Erfolg versprechen würde, wäre eine Verkehrsinsel", die Verkehrsteilnehmer dort zu einem Schlenker und damit zur Reduzierung der Geschwindigkeit zwingen würde.

Das Problem: Weil es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Bundesstraße handelt, "können wir weder planen noch dort bauen", erklärt Haas. Deshalb seien mit der Außenstelle Donaueschingen des Straßenbauamts des Regierungspräsidiums Freiburg immer wieder Gespräche über den Bau einer Verkehrsinsel geführt worden. "Es ist der richtige Zeitpunkt", meinte Haas - in absehbarer Zeit müsste dort der Straßenbelag erneuert werden. In diesem Zuge könnte die Verkehrsinsel ebenfalls gebaut werden.

Drei Kriterien zu erfüllen

Dennoch: Das Straßenbauamt lehnt den Antrag der Stadt ab. "Geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen", zu denen Verkehrsinseln zählen, müssten zurückhaltend eingesetzt werden, weil sie einerseits einen starken Eingriff in den reibungslosen Verkehrsablauf und in den Straßenraum bedeuteten und andererseits meist hohe Kosten verursachten, zitierte Haas aus der Begründung des Straßenbauamts.

Deshalb dürften Verkehrsinseln nur dann gebaut werden, wenn diese drei Kriterien allesamt erfüllt seien: Die Geschwindigkeiten müssen wesentlich über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit liegen (1), unmittelbar im oder am Ortseinfahrtsbereich müssen besondere Konfliktpunkte wie Schulen oder unübersichtliche Gefahrenstellen bestehen (2) und die straßenbaulichen Voraussetzungen zum Bau müssen gegeben sein (3). Die Behörde habe den Vorschlag bei einem Ortstermin geprüft - und sah keinen der drei nötigen Kriterien als erfüllt an. Anders die Stadtverwaltung: "Punkt 1 und 3 könnten wir locker nachweisen. Mit Punkt 2 tun wir uns schwer", so Haas.

Weiter auf politischem Weg

Die Stadt habe mehrfach deutlich gemacht, "dass es an den Kosten mit Sicherheit nicht scheitern wird", da die Stadt bereit sei, die entsprechenden Mehrkosten zu tragen. "Ob wir es hinbekommen, kann ich Ihnen nicht sagen", erklärte der Bürgermeister in Richtung der zahlreich anwesenden Bürger. "Wir werden noch mal den politischen Weg gehen", versprach er aber.

Axel Rombach regte an, beim Straßenbauamt nach einer Alternative zur Verkehrsinsel zu fragen. Michael Buzzi schlug vor, eine Smiley-Tafel anzubringen. Diese habe an sich schon eine bremsende Wirkung auf den Verkehr - und liefere die Zahlen, wie schnell am Ortseingang tatsächlich gefahren werde. Das begrüßte Haas: Damit lasse sich die Schilderung der Anwohner, nachdem manche Fahrer dort mit "höllischer Geschwindigkeit" unterwegs seien, untermauern. Philipp Groß brachte die Idee vor, das Höchsttempo über die Nacht auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren. Solche Maßnahmen, erklärte Haas, würden im Lärmaktionsplan, der aktuell erstellt wird, geprüft.

Lehengerichts Ortsvorsteher Thomas Kipp stieß die Begründung des Straßenbauamts auf, dass die Insel zur Verlangsamung des Verkehrs insgesamt führe - schließlich solle sie bewirken, dass dort nur so schnell gefahren wird wie zulässig.

Die Fragestunde nutzen die Anwohner, um ihre Sicht vorzubringen. "Was sich auf der Strecke abspielt, ist eine Sauerei höchsten Grades", fand ein Anwohner deutliche Worte. Es müsse dort etwas geschehen, "bevor ein tödlicher Unfall passiert", forderte er. Eine Anwohnerin regte an, ein Schild "Linksabbieger" anzubringen. Links abbiegen sei an dieser Stelle "ein Riesenproblem". Dabei sei nicht der direkte Hintermann das Problem, sondern das zweite oder dritte Auto, das dann rausziehe, um zu überholen, erklärte sie. Haas versprach, diese Idee in die nächste Verkehrsschau mitzunehmen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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