Verbände mit neuen Vorschlägen

Berlin - Durch die Reaktivierung bereits stillgelegter Gleise sind im vergangenen Jahr rund 106 Kilometer Bahnstrecke gewonnen worden. Vor allem kleinere Städte und Regionen wurden auf diese Weise wieder ans Schienennetz angeschlossen, wie der Interessenverband Allianz pro Schiene sowie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen am Mittwoch mitteilten. So ging in Baden-Württemberg etwa die Strecke zwischen der Gemeinde Engstingen (Landkreis Reutlingen) und Gammertingen wieder ans Netz. Auch in Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen wurden Güter- und Personenverkehrsstrecken wieder in Betrieb genommen. Nun haben die beiden Verbände rund 55 weitere Projekte identifiziert, die wieder ans Netz angeschlossen werden könnten. Darunter etwa die Strecke von Berlin-Gesundbrunnen nach Basdorf, die bereits 1961 unterbrochen wurde. In Thüringen gibt es eine sechs Kilometer lange Lücke zwischen Blankenstein und dem bayerischen Marxgrün. Weitere Projekte sind unter anderem in NRW, Hessen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein vorgesehen.

"Das jahrzehntelange Schrumpfen des Schienennetzes ist so gut wie gestoppt", teilte Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege mit. "Daran haben auch die Reaktivierungen stillgelegter Strecken einen wichtigen Anteil." Insgesamt wurden hierzulande im vergangenen Jahr 33 291 Schienenkilometer genutzt und damit in etwa so viel wie in den Jahren davor, wie aus Zahlen des Verbands hervorgeht. Der VDV wiederum sieht in den Reaktivierungen auch eine Möglichkeit, neue Möglichkeiten zu schaffen, Nadelöhre zu umfahren - etwa im Falle von Sperrungen.