Die Firma Schiefer Event soll den Dormettinger Freizeitpark aus dem Dornröschenschlaf wecken: Vertragsunterzeichnung in der ersten Sitzung des neuen Bürgermeisters.
Wegen der Absage des Elements-Festivals ist das Schiefererlebnis seit einigen Wochen in aller Munde. Mittlerweile scheinen die Dormettinger die Negativ-Schlagzeile aber so langsam zu verdauen, zumal sich am Horizont Licht auftut. Denn im Park, und dabei vor allem auf dem Open-Air-Gelände und im Freilichttheater, soll bald wieder der Bär steppen. Für das Jahr 2026 gibt es schon einige Pläne. In den Anfangsjahren – 2024 feierte die Anlage ihr zehnjähriges Bestehen – war vor allem in den Sommermonaten jede Menge los. Schlagergrößen wurden bejubelt, über eine große Leinwand flimmerten Kinofilme, Großveranstaltungen wie die „Tage des Wassers“ und das Geoparkfest lockten Familien in Scharen an. Doch dann kam Corona, und es herrschte für lange Zeit Funkstille. Aus diesem Grund hat sich Dormettingen intensiv Gedanken gemacht, wie dem Schiefererlebnis wieder neues Leben eingehaucht werden kann.
Schiefer Event GmbH
Im Frühjahr gab es bereits erste Kontakte mit der Event-Agentur von Matthias Wistuba aus Dotternhausen. Das Unternehmen stellte sich in einer Klausursitzung des Gemeinderats vor – und das wohl äußerst positiv, denn der damalige Bürgermeister Anton Müller wurde damit beauftragt, Verhandlungen über eine Zusammenarbeit zu führen.
Die Gespräche hat Müllers Nachfolger Horst Lehmann fortgeführt – die Ergebnisse präsentierte er am Donnerstag zusammen mit Matthias Wistuba in seiner ersten Sitzung als Dormettinger Schultes. Mittlerweile gibt es die Schiefer Event GmbH. Es handelt sich dabei um ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von Wistubas Agentur. Matthias Wistuba informierte, dass bei ihm 13 Mitarbeiter festangestellt seien, darüber hinaus beschäftige er bis zu 60 Aushilfen. Das ganze Firmenequipment lagere zum großen Teil schon in Dormettingen.
Einen Monat lang Fußball
Was soll in der vom ihm betitelten „Schiefer-Eventlocation“ künftig alles abgehen? Die Veranstaltungen unterteilt er in drei Bereiche: „Smart“ steht für Angebote für bis circa 100 Personen, das können zum Beispiel Yoga-Workshops, Weinproben oder Programmpunkte des Dormettinger Arbeitskreises Freizeit und Kultur sein. Als „Basic“ bezeichnet er „Sitzveranstaltungen“ – unter anderem Open-Air-Kinoabende, Comedy-Auftritte oder Konzerte des Musikvereins – für bis zu 500 Menschen. Ab 1000 Besuchern sind es dann die großen Events, die Wistuba auch in Zusammenarbeit mit externen Veranstaltern durchführen möchte. Dazu zählt er zum Beispiel (Schlager-)Festivals – oder auch ein Public-Viewing bei der WM 2026. Ihm schwebt im nächsten Jahr eine Fußball-Arena vor, einen ganzen Monat lang soll es Aktionen, die sich um das runde Leder drehen, geben.
Im Schiefererlebnis das Ja-Wort geben oder Geburtstage groß feiern – auch dafür hält Matthias Wistuba das Gelände für geeignet. Aber auch für Tagungen von Firmen oder ein Winter-Weihnachtsdorf eines größeren Unternehmens, das für die Bevölkerung ebenfalls zugänglich gemacht werden könnte.
Wichtig ist Wistuba die Zusammenarbeit mit dem Schieferhaus und den Vereinen. Letztere hätten in der Vergangenheit wegen der mangelnden Infrastruktur viele Hindernisse überwinden müssen. Ein Sonnensegel und sanitäre Anlagen hält er deshalb für unabdingbar.
Langfristig entwickeln
Der Chef von Schiefer Event stellte aber auch klar: „Wir können nicht auf die Schnelle das ganze Gelände mitbespielen. Das muss sich langfristig entwickeln.“ Die Werbetrommel wolle er aber kräftig rühren, die Seite schiefer-eventlocation.de ist bereits online.
Der gleich in der Sitzung unterschriebene Nutzungsvertrag beginnt am 1. Januar 2026 und endet erstmal nach drei Jahren. Allerdings sieht das Papier bereits Verlängerungsoptionen vor.
Sicherheitskonzept
Das ebenfalls vom Gemeinderat beschlossene „Sicherheitskonzept 5000“ ist ebenfalls Teil des Vertrags. Es fußt auf den bereits im Jahr 2014 beschlossenen Richtlinien. So muss es einen Sammelplatz, Notausgänge, Bestuhlungspläne sowie definierte Flächen für Stände, Zelte und Pavillons geben. Bei mehr als 1000 Besuchern ist ein Ordnungsdienst einzusetzen, überschreitet die Gästezahl die 2000er-Marke soll überprüft werden, ob es ein Sanitätswachdienst braucht. Wenn sich, wie zum Beispiel bei den Elements-Festivals, über 5000 Feierwütige auf dem Gelände tummeln, ist ein separates Sicherheitskonzept vorzulegen.