Nach dem Narrentreffen vor drei Wochen hat die Reichenbacher Fasentzunft – die „Schergässler“ – am Samstagabend mit ihrem traditionsreichen Zunftabend in der Geroldseckerhalle die zweite Stufe der diesjährigen Fasent gezündet.
Auf der Bühne der Geroldseckerhalle hatte sich alles eingefunden, was an Fasent in Reichenbach Rang und Namen hat. Im Saal tummelte sich das närrische Volk mit Gästen aus der hohen Politik und vielen Lokalmatadoren aus und rund ums Dorf.
Oberzunftmeister Thomas Fischer hieß sie alle willkommen und ließ seiner Freude über die glückselige Fasent freien Lauf. Wie eng oft Freud und Leid beieinander liegen, zeigte auch der Zunftabend: In einer Schweigeminute gedachten alle des jüngst verstorbenen Mentors des „Buurequartetts“, Timo Haag, der alljährlich für echten Frohsinn und Narretei pur sorgte.
Zu Beginn wurde das Baronspaar Wolfram I. Mayer und Petra I. Christmann inthronisiert, das die Reichenbacher Narren durch die Fastnacht führen wird. Die Zunftband „Skunks AT“ sorgte für den närrischen Sound, in den die Beiträge des Abends eingebunden waren. Mit lockerer Zunge führten Oberzunftmeister Thomas Fische, Zunftmeister Armin Furtwängler und Zunft-rat Jens Jegle durch das Programm.
Farbenfrohe Tänze und Melodien aus aller Welt
Die „Mini-Mini-Tanzgruppe“, 22 adrette Mädchen, kamen als allerliebste Clowns und erfreuten mit ihrer Show die begeisterten Zuschauer. Sie standen unter der Leitung von Ronja Galla, Analena Kopf und Franziska Schell.
Enorm viel Schwung brachten die „Maxi-Mini“ in den Saal. Unter dem Motto „In achtzig Tagen um die Welt“ führte der Weltenbummler Felix Haag in exotische Länder mit ihren farbenfrohen Tänzen und Melodien. Nadja Disch und Julia Moser hatten die Maxi-Minis hervorragend vorbereitet. Den Weltenbummler sollten sich die Narren für zukünftige Zunftabende vormerken.
Spitzen und Breitseiten gegen das politische Establishment gab es zuhauf von Rolf Hügel, der als „Lahrer Hinkender Bote“ die große und die kleine Politik glossierte und seine Finger in so manche Wunde legte. Wen wundert es, dass die Verkehrspolitik der Stadt und andere Merkwürdigkeiten zwischen Stadt und Land in Lahr mit spitzer Zunge aufgespießt wurden!
Einem Wirbelwind gleich, kess-frivol, aber immer mit verbindlichem Lächeln, wirbelten Tanja und Larissa Mühlhaus mit ihren Couplets und Anmerkungen zu Geschehnissen des vergangenen ersten Vierteljahrhunderts über die Bühne, von Reiner A. Kammerer fulminant musikalisch begleitet. Dass die „Großkopfeten“ aller Couleurs da ihr Fett abbekamen, versetzte das närrische Auditorium in Rand und Band. Shania Bohy, seit einigen Jahren als „d’Jung“ in der Bütt, versuchte sich wieder als Lebensberaterin, diesmal erstreckten sich ihre Beratungen „vom Tempolimit zum Herzrasen“.
Ein neuer, heller Komet am Fasenthimmel
Harry Gysler stieg als „Konstantin Gludderli“ in die Bütt, und mit ihm ging ein neuer heller Komet am Fasenthimmel auf. Was er, ein Mitglied des „Buurequartetts“, in reinster und treffender Mundart zum Besten gab, brachte den Saal mehr als einmal zum Beben.
„Die Neuen“ verwandelten die Bühne in ein Bürgerbüro und ließen alle Zeugen einer Sprechstunde in der „Amtsstubb“ werden. Beate Maier, Patrick Decker, Thomas Fischer, Armin und Gerd Furtwängler sowie Jürgen Glatz sorgten mit ihrem Nonsens, mit liebevollen oder boshaften Attacken auf „die da oben“ für pure Freude.
An einer Imbissbude auf dem Lindenplatz packten zwei Reichenbacher wieder aus: Dominik Gyssler und Daniel Fehrenbacher erfrischten mit ihrem Richebacher Dialekt und im schönsten Elsässisch allerlei Vorkommnisse aus dem Dorfleben und drüber hinaus.
Zu den Ritualen des Abends gehört der unverzichtbare Tanz der Schergässler unter der Leitung von Katja Herrmann. Die Kapelle „Blechbrägeli“ intonierte bravourös den Marsch „Unterm Doppeladler“
Nach Mitternacht vereinte ein prächtiges „Finale“ alle Akteure auf der Bühne, die es auch in diesem Jahr geschafft hatten, dem Reichenbacher Fastnachtsmotto treu zu bleiben: „Jedem zur Freud, keinem zum Leid“.
So geht die Reichenbacher Fasent weiter
Samstag, 22. Februar: Schlurbifescht
Donnerstag, 27. Februar: Narrenbaumstellen, Rathaussturm, Hemdglunkerumzug sowie anschließend Narrentreiben im Ort
Sonntag, 2., und Montag, 3. März: Schergasse-Johrmärkt
Dienstag, 4. März: Fasentverbrennung