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Schenkenzell Mit dem Erlös die Turnhalle saniert

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In einer Federzeichnung hat der Hobbymaler Franz Kinle die alte Spannstattbrücke festgehalten. Foto: Schwarzwälder Bote

Eine Stammtisch-Idee hat sich vor 35 Jahren zum zweiten Schenkenzeller Dorffest entwickelt. Auslöser war der Abbruch der alten Spannstattbrücke.

Schenkenzell. Die modernen Medien liefern uns zwar die große weite Welt direkt ins Haus, unsere eigene kleine Welt am Ort aber haben sie weitgehend verdrängt. Kommunikation, das ist ebenfalls häufig nur noch vorgegebene Unterhaltung durch eben jene Medien, aber immer weniger das direkte Gespräch mit dem Nachbarn oder einfach den Mitmenschen.

Vor diesem Hintergrund sind auch die Stadt- und Dorffeste zu sehen, die in den vergangenen Jahren "in Mode" kamen und die letztlich einen Versuch darstellen, dem ansonsten verplanten Alltag mit seiner ebenfalls vorprogrammierten Feierabendentspannung einmal ein fröhliches Wochenende entgegenzustellen, bei dem vor allem das Mitmachen und der spontane persönliche Kontakt im Vordergrund stehen soll.

Zwanglos feiern, unterhalten und aktiv mitgestalten, das war auch das ungeschriebene Motto des Spannstattbrückenfests im Jahre 1985. An einem herrlichen Wochenende im Juni, initiiert von ein paar Bürgern und engagiert mitgestaltet von den örtlichen Vereinen, wurde den Bürgern der Gemeinde wie auch den vielen Gästen aus der Nachbarschaft die Gelegenheit geboten, einmal ganz zwanglos zu feiern und sich zu unterhalten.

Vereine helfen mit

Ursprünglich vorgesehen war lediglich ein kleine "Abschiedsfeier" der Anlieger und Nutzer der alten Spannstattbrücke. Dem Abbruch der ausgedienten Brücke sollte eine Hocketse auf der Brücke vorausgehen. Denn so stillschweigend sollte der Abbruch dieses historischen Bauwerks nicht erfolgen. Die Idee entstand am Stammtisch im Gasthof Adler. Nachdem diese aber publik wurde, nahmen die Festvorbereitungen immer größere Formen an. Als zudem noch bekannt wurde, dass der Erlös für die Sanierung der örtlichen Turnhalle, die am Aschermittwoch 1985 dem Feuer zum Opfer fiel, verwendet werden soll, erklärten sich auch die örtlichen Vereine bereit, beim Ausrichten des Fests mitzuhelfen.

Die Vorbereitungszeit war damals recht knapp, aber trotzdem waren alle zuversichtlich, dass die Festbesucher voll auf ihre Kosten kommen werden. Als Festplatz wurde der Wohnbereich "Spannstatt" ausgewählt.

Mit einem Straßenzug entlang der Kinzig, dem die einstige Funktion als Floßlände den Namen gab und wo wohl Schenkenzells bekanntester Flößer Augustin Fischer bis zu seinem Tode im Jahre 1931 wohnte, nahmen die "Spannstättler" Abschied. Böllerschüsse und Fassanstich kündigten am Samstagnachmittag bei Sonnenschein den Auftakt des Spannstatt-Brückenfests an, das sich letztendlich zu einem echten Dorffest entwickelte.

Gefeiert wurde dann unter freiem Himmel zwischen zahlreichen Buden und Ständen bis Sonntagabend. Das Festprogramm war sehr vielseitig. Für die Unterhaltung sorgten der Musikverein und der Männergesangverein "Liederkranz". Auf der Kinzig wurden Floßfahrten angeboten. Die Kindergärtnerinnen beaufsichtigten die Kinder bei Spiel und Unterhaltung. Im gesamten Festbereich gab es über die beiden Tage allerlei Spezialitäten und Leckerbissen. Pünktlich um 22 Uhr am Sonntagabend fand dann der Fackelmarsch der Spannstattbewohner mit dem Abschied von der alten Spannstattbrücke statt.

Wo gefeiert wird, da klingelt Geld in der Kasse – und das war nicht wenig. Dieses Geld haben die Veranstalter der Gemeinde für die Anschaffung von Turngeräten zur Verfügung gestellt. Wenige Tage nach dem Fest wurde die Spannstattbrücke dann abgebrochen. Über hundert Jahre hatte sie ihren Dienst getan.

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