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Schenkenzell Immer mehr Verkehrslärm auch in Seitentälern

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Immer mehr Motorräder sind rings um Schenkenzell unterwegs. Jüngst war es in Kaltbrunn auch zu einem Zusammenstoß zweier Fahrer gekommen. Die Anwohner fühlen sich immer stärker vom Lärm der Maschinen gestört. Foto: Wegner

Schenkenzell - Die Gemeinde Schenkenzell wird der Initiative "Motorradlärm Baden-Württemberg" beitreten. Ganz unumstritten war das heikle Thema in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch nicht, zwei Räte stimmten dagegen.

Wie Bürgermeister Bernd Heinzelmann (parteilos) in der Sitzung mitteilte, nähmen die im Rathaus eingehenden Beschwerden über Motorradlärm von Jahr zu Jahr zu. Dies betreffe den Bereich bei der Schenkenburg und die L 405 von Schenkenzell nach Reinerzau. Da sei es dieses Jahr besonders schlimm. An den Wochenenden schöben sich Motorradkolonnen durchs Tal und genössen die kurvenreiche Strecke in vollen Zügen. Darunter seien ein paar Unverbesserliche mit besonders lauten Abgasanlagen, die die Anwohner in ihrer Ruhe beträchtlich stören.

Es seien aber nicht nur die Motorräder, die den unerträglichen Lärm verursachten. Auch immer mehr Sportwagenfahrer seien auf dieser Strecke zu beobachten. Insgesamt entwickle sich die Situation bedenklich, schilderte der Bürgermeister.

Kaum technische Verstöße

Von der Verkehrsbehörde komme die Nachricht, Kontrollen seien vorgenommen und kaum technische Verstöße festgestellt worden. "Dem muss ich energisch widersprechen. Es müsste öfters und vor allem am Wochenende kontrolliert werden, um die schwarzen Schafe herauszuziehen", forderte Heinzelmann.

Vor einem Jahr sei die Initiative Motorradlärm Baden-Württemberg gestartet, der inzwischen 115 Städte und Gemeinden sowie neun Landkreise beigetreten seien. Den Forderungen eines Zehn-Punkte-Katalogs könne er sich durchaus anschließen. Er bezweifle allerdings, ob Lärmmessgeräte, die circa 15.000 Euro kosten und mit 4000 Euro bezuschusst werden, im Schwarzwald wirklich etwas brächten. Er sei sich bewusst, dass wenn man ein Thema wie den Motorradlärm angehe, es immer Vor- und Nachteile habe, räumte der Bürgermeister ein.

Gemeinderat Stefan Maier (CDU) sah in dem Zehn-Punkte-Forderungskatalog viele gute Ansätze, aber nicht alle. Was ihn gewaltig störe: "Die Autofahrer stehen den Motorrädern in nichts nach. Technische Verstöße gibt es eigentlich kaum. Aber das Problem sind die, die hinter dem Lenkrad sitzen", brachte es Maier auf den Punkt.

Ratskollege Alexander Göhring (Freie Wähler) tadelte, das Thema hätte zuerst in nichtöffentlicher Sitzung behandelt werden sollen. Hinsichtlich der Lärmgeräusche der Motorräder bestehe eine Gesetzeslücke. Dies gelte auch für Lautsprecheranlagen in Autos. Diese Verordnungen seien über 30 Jahre alt. Eine erste wichtige Aufgabe des Bundesverkehrsamts wäre deshalb, die Grenzwerte nachzubessern, schob Göhring den Schwarzen Peter der Behörde zu. Rats- und Parteikollege Stefan Mäntele begrüßte dagegen die öffentliche Diskussion, wodurch die Bevölkerung das mitbekomme. Die Initiative richte sich gegen Motorradlärm und nicht gegen Motorradfahrer. Letztere bräuchten sich deshalb nicht auf den Schlips getreten zu fühlen. "Ich würde es begrüßen, wenn auch der Kreis Rottweil der Initiative beitreten würde", sagte Mäntele. Rat Werner Kaufmann (CDU) sah in der Initiative ein politisches Problem, "das wir nicht lösen können". Außer dem Motorradlärm habe man auch noch die "Raser-Szene", die sich aufs Land ausweite. "Wir werden die paar Straßenrowdys nicht aufhalten können. Aber die Politik muss auch Gesetze verabschieden, die wirken. Und zwar so, dass es finanziell weh tut. Leider passiert das im Moment gar nichts", rügte Kaufmann.

Bei zwei Gegenstimmen beschloss das Ratsgremium mehrheitlich, der Initiative zum nächstmöglichen Zeitpunkt beizutreten. Dies erfolgt über eine schriftliche Willenserklärung an den Landes-Lärmschutzbeauftragten Thomas Marwein (Bündnis 90/Die Grünen).

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