Dunkle Regenwolken drohten am Anfang und auch gegen Ende über dem Schellenmarkt auf der Fohrenbühl-Passhöhe, aber die Besucher strömten trotzdem zu einem der größten Traditionsmärkte im Schramberger Raum.
Recht frisch war es noch am Morgen beim Marktaufbau, aber als alle Kleider und Hüte an den Ständen drapiert waren, war die warme Sonne zu spüren und die Besucher flanierten locker zwischen den vielen Ständen.
Schon an der Passstraße zwischen Schramberg und Hornberg waren Stände aufgebaut und am Eingang zur Marktwiese dufteten die ersten Bratwürste und im Festzelt war die Stimmung schon leicht angeheizt.
Beim Schmelzebeck lag in den Tüten ruhig das Schüttelbrot, alles nach alter Tradition. Spargel war in deutschem Bauernkäse verbacken und gleich an der Ecke nebenan wurden für die asiatische Küche Gurken fein geraspelt. Mit einem Wisch mit den feinen Bambus-Tüchern war im Handumdrehen alles beseitigt.
Auch aus Kork gab es bunte Taschen und Etuis, wasserabweisend und langlebig, die Holzuhren hatten aber schöne Lederarmbänder. Hosen und Blusen in allen Farben und Größen und in erdenklichen Mustern, hautnah oder bequem wie Trainingshosen lockten an langen Kleiderständern oder Modellen.
Da fielen die Arbeitssocken in Grau oder Schwarz aus Schafwolle oder Alpaka sehr nüchtern aus, während naturfarbene Socken in Leinen-Baumwolle-Mix ohne Gummiband venenfreundlich sitzen.
Da glänzten die Schellen auf dem Markt ganz einfach in Gold, aber ihr Klang variierte mit der Anzahl der Glockengehäuse an den breiten Lederbändern.
Passend gemacht
Und wenn es nicht passen sollte, macht es Dieter an Ort und Stelle passend. Wie auch die Gürtel ein paar Schritte weiter. Dort ist die Welt noch in rechter Ordnung, denn Männer fahren Fendt, auch Deutz, je nach T-Shirt.
Und am Kramladen gibt es die Leuchten und Elektromotoren, egal was sich drehen soll. Bei Giovanni kann man zwischendrin Pecorino oder Fenchelsalami probieren.
In der Reihe gibt es auch Besen aus Bambus, nicht nur aus Birkenreisig. Mit alt-japanischem Pflanzenöl verschwinden Rückenschmerzen vom langen Schlendern und vielem Stauen, was man alles auf dem Schellenmarkt kaufen kann.
Wer dann noch Durst und Hunger verspürt, dreht einfach ab ins große Festzelt zum „Schwarzwaldquintett“ zu Pommes zur Schwarzwaldmarie.