In der Folge zehn von „Ella Schön“ steht Florian Kleine (links) mit Anette Frier vor der Kamera. Foto: ARD/SWR/Degeto

Zur Schauspielerei ist Florian Kleine zufällig gekommen. Heute steht der 50-Jährige in zahlreichen TV-Produktionen vor der Kamera.

Florian Kleine, der in Villingendorf aufgewachsen ist, steht aktuell für die Bodensee-Krimi-Reihe „Seeland“ vor der Kamera. Und das nächste Casting steht bevor, wie er im Gespräch verrät.

 

Als Kommissar Hanno Kienle ist er Teil des Ermittlerteams um Elena Barin (Hayal Kaya) in der ARD-Krimireihe „Seeland“, die in Konstanz spielt. Erst vor kurzem wurde die dritte Folge in der Bodenseestadt gedreht.

Für Florian Kleine war das fast ein Heimspiel, denn der 50-Jährige ist in Villingendorf aufgewachsen und hat 1995 am Rottweiler Droste-Hülshoff-Gymnasium Abitur gemacht. Heute lebt er mit seiner Frau und seinem Sohn in Rhinow in Brandenburg. Hier hat er einen alten Vierseiten-Hof gekauft und während der Pandemie eigenhändig und mit viel Herzblut renoviert.

Seinen Lebensunterhalt verdient Kleine als Filmschauspieler. Er hat sich im Tatort Hannover schon mit Maria Furtwängler im Kampftraining erprobt oder stand mit Anette Frier in „Ella Schön“ vor der Kamera. In der Komödie „Familienerbe“ spielt er einen schwäbischen Bankdirektor, in „Seeland“ aktuell einen Kommissar.

Die Stimme ruiniert

Zur Schauspielerei kam Florian Kleine durch Zufall. Als Schüler habe er in Trossingen an der Musikhochschule Gesangsunterricht erhalten. „Ich hatte mir in unserer Band ‚Worse‘ die Stimme total ruiniert und deswegen dann Gesangsunterricht genommen“, erinnert er sich. Sein Professor habe damals für das Musical „Die Moskitos“, das durch Deutschland touren sollte, noch Darsteller gesucht, die gut singen können. Florian Kleine bekam darin eine Rolle.

Damals war er in der zehnten Klasse. Musical begeisterte ihn so sehr, dass er nach dem Abi eine Musicalausbildung in Kalifornien absolvierte. Doch er schwenkte dann auf Schauspiel um.

Seine Schauspielausbildung absolvierte er 1995 und 1996 am American Conservatory Theater in San Francisco, dann 1996 an der Liverpool Theater School and College und von 1996 bis 2000 an der Freiburger Schauspielschule.

Direkt ans Stadttheater

Im Anschluss bekam er direkt am Stadttheater Freiburg eine Anstellung, spielte aber auch in Häusern wie dem Theater im Bauturm in Köln oder dem Staatstheater Braunschweig und dem Jungen Theater Göttingen. „Ich bin von Theater zu Theater weitergereicht worden. Das war voll mein Ding. Zu Castings musste ich nie“, erzählt er begeistert.

Seit 2016 gehörte Florian zum Ensemble des Monbijoutheater Berlin am Bodemuseum. 2021 war er zudem Teil des Leitungsteams. Noch bis zum Sommer steht er regelmäßig im Kabaretttheater „Die Stachelschweine“ in Berlin auf der Bühne .

Zu gerne würde er auch mal bei einer Produktion des Rottweiler Zimmertheaters mitspielen. „Das würde mich schon reizen, aber ich habe zu wenig Zeit“, bedauert er.

Tolle Drehfamilie

Mittlerweile steht er überwiegend für Fernsehproduktionen vor der Kamera und weniger auf der Theaterbühne. „Besonders schön waren die Dreharbeiten für Ella Schön“, erinnert er sich. Mit Anette Frier und den anderen sei es über vier Jahre eine tolle Drehfamilie gewesen. „Da sind tolle Freundschaften entstanden“, schwärmt er. Und erst kürzlich drehte er am Bodensee. „Ich hatte aber leider keine Zeit, nach Rottweil zu kommen. Aber das möchte ich dringend mal wieder tun“, plant er, zumal seine Schwester mit ihrem Mann hier ganz in der Nähe lebt.

Und die Karrierepläne? „Tatort-Kommissar zu sein wäre ein Highlight. Ein Schwarzwaldtatort wäre eines meiner Ziele“, verrät er. Das passende „Kommissargesicht“ habe er ja schon. „Wobei die Kommissarrollen gar nicht die interessanten sind“, sagt er. Mörder- oder Opferrollen seien wesentlich spannender zu spielen. Kürzlich sei er bei einem Casting für eine schwäbische Serie gewesen.

Im Oktober oder November wird die neue Folge von „Seeland“ in der ARD ausgestrahlt. Der Film „Familienerbe“, in der Florian Kleine zu sehen ist, ist in der 3sat-Mediathek abrufbar.