Bei der Generalprobe von „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt in Kostümen (von links): Laura Lindemann, Sabine Kuner, Erdmuthe Terno und Elisa Peixoto. Am Mittwoch, 11. März, ist das Stück im Donaueschinger Club Omega zu sehen. Foto: Roger Müller

„Die Physiker“ von Dürrenmatt werden in Donaueschingen aufgeführt. Regisseurin Milbradt mag besondere Spielorte. Weitere Vorstellungen gibt es in Königsfeld.

Fast schon im Drei-Jahres-Rhythmus tritt Theaterregisseurin Sabine Milbradt auf den Plan, um den Freunden der Laienspielkunst ein ihr besonders am Herzen liegendes Stück näherzubringen. So auch wieder am Mittwoch, 11. März, 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Gespielt wird an einem ganz besonderen Ort: Der Vorhang für den Klassiker „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) soll sich im Club Omega in Donaueschingen heben. Davor jedoch gibt es drei Vorstellungen im Haus des Gastes in Königsfeld.

 
Hier proben (von links) Linus Fraas, Florentin Waas, Bernhard Hering und Laura Lindemann sowie (liegend) Monika Settler. Foto: Roger Müller

Sabine Milbradt ist eine in Donaueschingen aktive Theatermacherin und Regisseurin, die das kulturelle Leben der Region maßgeblich mitprägt. Sie gründete und leitete unter anderem das Jugendtheaterprojekt Sova („Spot on – Vorhang auf“), in dem Jugendliche und junge Erwachsene gemeinsam Produktionen erarbeiteten und auf die Bühne brachten. Mit Inszenierungen wie einem Jugendtheaterstück nach dem Roman „Krabat“ von Otfried Preußler machte sich das Ensemble auch überregional einen Namen und wurde für sein Engagement im Schwarzwald-Baar-Kreis ausgezeichnet.

Wandel und Veränderung

Außerdem engagierte sich Milbradt als Vorsitzende des Theatervereins Wandel-Baar. Der Name spielt auf die Baar-Region an und verweist zugleich auf Wandel und Veränderung – ein zentrales Motiv ihrer Theaterarbeit. In diesem Projekt wirken überwiegend erwachsene Laienschauspielerinnen und -schauspieler mit, häufig auch ehemalige Mitglieder des Sova. So verbindet Milbradt generationenübergreifend junge und erfahrene Darstellende und schafft kontinuierliche Theaterarbeit in der Region. Die Produktionen reichen von Komödien bis zu Kriminalstücken und tragen wesentlich zur lokalen Kulturszene bei. Und es sind die besonderen Spielorte, für die Sabine Milbradt brennt. „Ich suche gerne Plätze, an denen noch keiner etwas gemacht hat“, sagt die Regisseurin mit Blick auf das Omega – eine Location mit 220 Sitzplätzen.

Regisseurin Sabine Milbradt und Omega- Betriebsleiter Julian Hischmann. Foto: Roger Müller

Gespielt wurde zuvor bereits in der Tiefgarage unter der Stadtbibliothek, im Schlosspark, in der Hofbibliothek vor und nach der Sanierung sowie im Sennhof. „Doch das Omega ist noch einmal eine andere Kategorie. Mit dem Nachfolger des Delta The Animalhouse verbinden vermutlich viele Donaueschinger tolle Erinnerungen und sind sicher neugierig, wie in einer Diskothek ein Theaterstück wirkt.“ Auch Betriebsleiter Julian Hischmann, der den Betrieb seit rund einem Jahr nach der Neueröffnung führt, zeigt sich begeistert: „Wir sind nicht mehr nur eine klassische Diskothek, sondern ein Live-Club mit Bühne für alle – kulturell breit aufgestellt“.

Eigentlich war die Bühne für Milbradt und ihre Truppe zunächst nur in Königsfeld bereitet: Premiere ist am Donnerstag, 5. März, im Haus des Gastes, gefolgt von Vorstellungen am Freitag und Samstag. Das Ensemble besteht aus Lehrerinnen, ehemaligen Schülern und Mitarbeitenden der Zinzendorfschulen – zu denen auch Sabine Milbradt gehört. Selbst Schulleiterin Erdmuthe Terno übernimmt eine Rolle im Stück. „Doch dann kamen viele Anfragen, wann in Donaueschingen wieder gespielt wird“, lacht Milbradt. So entstand der zusätzliche Termin im Omega – nicht zuletzt wegen der idealen Infrastruktur mit Licht, Ton, Bühne und angeschlossener Gastronomie. „Das ist einfach perfekt“, schwärmt sie. Bei der Generalprobe war die Spielfreude des Ensembles deutlich spürbar – einzelne Szenen erhielten Szenenapplaus aus den eigenen Reihen.

Komödie mit Aktualität

Worum geht es? Im Mittelpunkt stehen drei Physiker in einer psychiatrischen Klinik, von denen einer eine Entdeckung mit weltzerstörerischem Potenzial gemacht hat. Das Stück stellt die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft für ihre Erkenntnisse. „Die Tragikomödie von Dürrenmatt bekommt durch aktuelle Themen wie Künstliche Intelligenz und die geopolitische Lage eine neue, überraschende Aktualität“, so Sabine Milbradt. Karten gibt es im Vorverkauf bei Augenoptik Milbradt in der Karlstraße.

Die Schauspieler

Die Charaktere
im Stück und ihre Darsteller: Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd (Laura Lindemann), Oberschwester Monika (Laura Rapp), Krankenschwestern (Monika Settler, Lisamarie Schlenker), Herbert Georg Beutler genannt Newton (Julia Mack-Amanatidis), Ernst Heinrich Ernesti genannt Einstein (Sascha Bumb), Johann Wilhelm Möbius (Claudius Schiffer), Kriminalinspektor Richard Voß (Bernhard Hering), Polizist Guhl (Linus Fraas), Gerichtsmediziner (Florentin Waas), Frau Missionar Lina Rose (Sabine Kuner), Missionar Oskar Rose (Erdmuthe Terno), Söhne (Elisa Peixoto, Nepheli Amanatidis und Eline Ruf), Uwe Sievers, Oberpfleger (Philipp Hudek), McArthur, Pfleger (Lisa Menath), Murillo, Pfleger (Maya Schwer) sowie als weitere Krankenschwestern Irena Mohnkorn, Martina Dienstberger, Marie Sophie Sojer und Lena Ganske.