Guido Schöneboom und Evgeniya Scherer (vorne rechts, mit beiden Händen am Geländer) mit den beteiligten Künstlerinnen Foto: Baublies

Die Ausstellung „ICH: Frau – das Unsichtbare sichtbar machen“ wird vom Lahrer Verein Black Forest Power Women organisiert.

Die Ausstellung ist Teil des Kulturprogramms, das der Verein bis Ende April in der Villa im Stadtpark anbietet. Zu sehen sind sehr unterschiedliche Arbeiten, denen gemeinsam ist, das sie einen besonderen Blick auf Frauen werfen. Exemplarisch ist dabei das Bild von Karin Hirschle aus Steinach, das im Treppenhaus zum Obergeschoss den weiblichen Archetypus zeigt: Auf zwei großformatigen Ausschnitten sind zwei stillende Frauen mit Kindern zu sehen – ohne dass etwas entblößt wird. Ein Reiz ist dabei der Kontrast hell – dunkel.

 

Ein Rundgang zu den Öffnungszeiten der Villa lohnt sich. Da die Werke der Frauen und deren Biografien so unterschiedlich sind wie die ausgestellten Kunstwerke, sollten die Besucher sich Zeit nehmen. Neben vielen Bildern – von vollkommen abstrakt bis sehr gegenständlich – gibt es Fotografien und Plastiken zu sehen.

Scherer stellt Verbindung zur Entstehungsgeschichte der Villa Jamm her

Evgeniya Scherer, die Vorsitzende des Vereins Black Forest Power Women, und der Erste Bürgermeister Guido Schöneboom, zu dessen Dezernat der Kulturbereich gehört, verwiesen in ihren Worten zur Eröffnung auf die Geschichte der Villa. Bekanntlich hatte Christian Wilhelm Jamm, der die Villa und den Park nach seinem Tod der Stadt Lahr vermacht hat, das herrschaftliche Gebäude zu einem ganz anderen Zweck gebaut: Das Anwesen sollte das Zuhause seiner „Angebeteten“ Amélie de Cantillon werden. Die aber war wohl nie in Lahr. „Es ist schön, dass dagegen heute so viele Frauen anwesend sind“, sagte Scherer dazu. Mit der aktuellen Ausstellung und dem gesamten Kulturprogramm wolle der Verein in einem Austausch, der alle Besucher anspricht, weibliche Perspektiven sichtbar machen. Diese sollen nicht erklärt, sondern durch die Kunstwerke einfach gezeigt werden, war zu hören.

„Ich habe mich nicht Nein sagen hören.“ So beschrieb Schöneboom seine Reaktion, als der Verein die Idee vorstellte, die Villa Jamm in diesem Jahr das erste Mal zwei Monate früher zu öffnen. Dass sich das gelohnt hat, war alleine schon am großen Interesse an der Vernissage zu sehnen. Angesichts der Zahl der Gäste – im Foyer des Obergeschosses reichten die bereitgestellten Sitzplätze nicht aus – war auch dieser Satz berechtigt: „Jetzt ist das Haus wieder mit Leben gefüllt.“ Schöneboom würdigte die individuelle Handschrift aller Künstlerinnen, die mit ihren Werken zeigen würden, was sie vermitteln wollen: „Es ist eine Einladung an andere, einen Dialog aufzunehmen.“

Zur Eröffnung stellten Scherer und Debra C. Schröter (die unter dem Künstlernamen Debra Vassileva eigene Bilder zeigt) die Künstlerinnen vor. Kurze Skizzen aller Biografien gehören zu den gezeigten Werken. Tatjana Kharalgina-Wilson (Gesang) und Alexandru Hergane (Klavier) umrahmten die Vernissage.

Darüber hinaus präsentierte Diana Zöller vom Theater Baden-Alsace in einer kurzen Szene „Innenansichten einer erfolgreichen Frau“. Es war ein Vorgeschamck auf „Aenne“ – ein „Theateralbum“ über das Leben von Aenne Burda, das im April im Neurieder Theater Baden-Alsace aufgeführt wird.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „ICH:Frau – das Unsichtbare sichtbar machen“ ist bis zum 26. April donnerstags und freitags von 14 und 17 Uhr zu sehen, samstags und sonntags ist die Villa Jamm im Lahrer Stadtpark zwischen 11 und 17 Uhr für die Parkbesucher geöffnet. Mit der Ausstellung hat auch das Programm des Vereins Black Forest Power Women in der Villa begonnen. Es ist auf der Webseite blackforestpowerwomen.de zu finden. Über die nun eröffnete Schau in der Villa Jamm heißt es dort unter anderem: „Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzuschauen, Vorurteile zu hinterfragen und Gleichberechtigung nicht als abstrakten Begriff, sondern als gelebte Erfahrung wahrzunehmen.“