Mahlberger Spielplätze sollen in Zukunft mit Sonnensegeln und schattenspendenden Bäumen ausgestattet werden. Dafür gab der Gemeinderat am Montag grünes Licht. (Archivbild) Foto: Decoux

Die Stadt Mahlberg stattet Spielplätze mit Schattenspendern aus und setzt so die erste Maßnahme ihres Klimaanpassungskonzepts um.

Der Gemeinderat hatte im Mai insgesamt 48 auf Mahlberg und Orschweier zugeschnittene Maßnahmen vorgeschlagen bekommen, mit denen sich der Ort gegen die Folgen des Klimawandels wappnen kann. Sie wurden geprüft, 21 Ideen zur Umsetzung ausgewählt und diese priorisiert. „Wir sollten den Plan nicht in der Schublade versenken“, betonte Bürgermeister Dietmar Benz am Montagabend gegenüber dem Gemeinderat. Das Gremium müsse jetzt das Signal senden, dass es das Klimaanpassungskonzept auch umsetzen will. Drei konkrete Ideen stellte Bauamtschefin Justine Jörger deshalb genauer vor.

 

Weit vorne auf der Mahlberger Prioritätenliste – an vierter Stelle – steht die Verschattung von Spielplätzen. Kinder seien besonders durch Hitze gefährdet. Von zehn Spielplätzen im Gemeindegebiet sei nur auf den drei Plätzen an der Uhlandstraße, der Bromergasse und an der B3 ausreichend Schatten vorhanden, informierte Jörger. Auf den sieben weiteren Plätzen gibt es aus Sicht der Verwaltung Nachholbedarf.

Spielplätze sollen auch Sonnensegel erhalten

Um hier großflächig Schatten schaffen zu können, wäre die Nachpflanzung von bereits recht hoch gewachsenen Bäumen nötig, erläuterte Jörger. Das hat seinen Preis. Die Kosten für alle Bäume werden auf rund 73 000 Euro geschätzt. Daneben fallen Kosten für die Baumpflege an, von rund 90 990 Euro geht die Gemeinde hier über drei Jahre aus. „Große Bäume sind in den ersten Jahren pflegeintensiv“, so die Bauamtsleiterin. Auf einigen Spielplätzen wären zusätzlich Sonnensegel nötig. Insgesamt würde die Maßnahme rund 188 500 Euro kosten. Für die Neupflanzung und Pflege bestimmter Bäume gibt es allerdings einen Zuschuss von 80 Prozent – so würden für die Gemeinde noch Kosten in Höhe von 55 300 Euro entstehen.

Einige Räte plädierten dafür, die einzelnen Punkte im Rahmen der Haushaltsberatungen noch einmal zu besprechen. Benz entgegnete, dass es erst mal nur um das Konzept gehe. Und Nikolaj Blasi betonte: „Einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent, wo gibt es das heute noch?“ Er sprach sich deshalb dafür aus, die erste Idee zu billigen. Dem schloss sich die Mehrheit an. Der Vorschlag bekam neun Ja- und drei Gegenstimmen.

Auch andere öffentliche Bereiche liegen im Fokus

Eine weitere Idee zur Klimaanpassung ist es, neben Spielplätzen auch sonstige öffentliche Bereiche hitzeresilienter zu gestalten. Neben Schattenspendern sei wichtig, Sitzgelegenheiten und Wasser bereitzustellen und Plätze zu schaffen, die zum Verweilen einladen, führte Jörger aus. Wie das aussehen könnte, machte sie an zwei Plätzen deutlich: der Grünfläche hinter der katholischen Kirche in Mahlberg und der Grünfläche im Hopfendörreweg in Orschweier.

Räte stimmen Ideen zu, wollen sie aber verschieben

Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, könnte auf der Mahlberger Fläche ein Fitnesspark für Senioren entstehen. Ohne Schattenspender würde das rund 51 870 Euro kosten. Als Idee für Orschweier stellte sie einen Wasserspielplatz für 42 800 Euro vor.

Die Ideen wurden zwar als sinnvoll erachtet, hier gibt es aber keine Förderung. Anders als bei dem ersten Vorschlag schloss sich der Rat hier der Meinung an, erst mal die Haushaltsberatungen abzuwarten und zu schauen, wie viel Geld übrig bleibt.

Ähnlich war das Stimmungsbild beim Thema Trinkwasserbrunnen. Mehrere mögliche Standorte stellte Jörger vor: bei der Stadthalle, dem Tabakmuseum, bei der Mehrzweckhalle Orschweier, der Lutterquelle und auf dem „Mädchenschulhof“. Nicht alle müssten umgesetzt werden, es würde sich jedoch anbieten, vier Trinkwasserbrunnen aufzustellen, betonte sie. Denn insgesamt drei Tröge und ein Brunnen würden noch beim Bauhof lagern und könnten nach kleinen Umbaumaßnahmen verwendet werden. Mit 11 100 Euro für die Arbeiten und den Anschluss sei der Aufwand überschaubar. Die Bauamtsleiterin hat sich dabei am Beispiel Ettenheim orientiert. Dort wurden in diesem Jahr mehrere Brunnen umgerüstet. Auch darüber soll im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden werden.

Info – Das steckt dahinter

Den Ideen vorausgegangen war die Planung eines Klimaanpassungskonzepts. Die Grundlage hierfür war eine Analyse, die aufzeigte, dass es in der Stadt Mahlberg sogenannte Hitze-Hot-Spots gibt. Also Orte, an denen sich besonders die Wärme staut. Betroffen sind unter anderem die Altstadt und die Förderschule.