Für das kommende Jahr plant der Landkreis 33,5 Millionen Euro neue Schulden. (Symbolbild) Foto: Schwarzwälder Bote

Die Haushaltsplanungen für 2026 sind hart - an einigen Ecken wird gespart. Unsere Leserin Vera Niedermann-Wolf vertritt eine klare Meinung.

Und gleich werden wieder die bösen Sozialausgaben als Schuldige benannt. „Die Bürger müssen sich auf Verzicht einstellen und darauf, dass Erwartungen nicht mehr erfüllt werden können.“ Ja, wer hätte das auch ahnen können, lieber Landrat und liebe Kreisräte von 2019, dass die 78 Millionen – ohne Parkhaus, und mehr als das Doppelte der ersten Planung – nun an anderer Stelle fehlen würden!

 

Aber das müssten uns die „attraktiven Arbeitsplätze“ doch wert sein, oder? Die Folge: Gekürzte Schulbudgets, weniger Geld für Bauunterhaltung, Einsparungen in Kunst und Kultur – das war alles absehbar.

Schon in den ersten Beratungen im Februar 2019 wurden die „Inkaufnahme erheblicher Schulden“ klar beabsichtigt. Das prüfende Regierungspräsidium fand die Pläne „ambitioniert“, was man laut Duden auch mit hochgestochen umschreiben kann.

Aber es ist Ihnen niemand in die Parade gefahren. Sie haben enorme Summen in einen feudalen Neubau mit einem Sitzungssaal mit allen technischen Finessen gesteckt und erklären jetzt, dass wir uns auf Verzicht einstellen müssen, auf billig geflickte Kreisstraßen und Sparmaßnahmen beim ÖPNV und im Sozialen.

Wer übernimmt Verantwortung? Aber das Gute ist: Sie werden dann auf ein eigenes Parkhaus nur für die Bediensteten verzichten, nur sechs Gehminuten vom kostenlosen Stadthallenparkplatz.

Das Parkhaus würde ein Vielfaches der geplanten Einsparungen an anderer Stelle kosten, vom ökologischen Fußabdruck ganz zu schweigen. Oder fängt Verzicht erst bei den Bürgern an?

Vera Niedermann-Wolf, Rottweil

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