Mathias Abel (von links), Ute Kuhnle, Christoph Abel, Valentin Thierer, Sven Holder, Philipp Beck und Karl-Heinz Gänßle trafen sich aus Anlass der Neuverpachtung auf dem Egenhauser Kapf. Foto: Köncke

Der Egenhauser Kapf wird auch in Zukunft von Schafen beweidet. Neue Pächter des 21 Hektar großen Naturschutzgebietes sind Christoph und Mathias Abel aus Oberschwandorf.

Egenhausen - Im Juli vergangenen Jahres hatte Valentin Thierer aus Horb-Talheim der Gemeinde Egenhausen mitgeteilt, dass er den Pachtvertrag nach vier Jahren nicht mehr verlängern möchte. Er habe sich auf die Zucht japanischer Rinder konzentriert und den Bestand an Schafen reduziert. Über den nahtlosen Übergang der Verpachtung sind Egenhausens Bürgermeister Sven Holder und Karl-Heinz Gänßle froh. Der Naturschutzwart kümmert sich seit Jahrzehnten intensiv um den Kapf. Er sei in großer Sorge gewesen, dass die Vielfalt der Pflanzenwelt mit der Kündigung von Thierer in Gefahr sei.

"Mit der Schafbeweidung steht und fällt die Vegetation", betonte der Schwarzwald-Guide und erläuterte das beim Vorort-Termin am Beispiel der Silberdistel. Schafe würden aus verständlichen Gründen nur das Gras drumherum fressen. Für Holder ist der Egenhauser Kapf "das Herzstück des Naturparadieses", Ziel von Ausflüglern aus nah und fern und damit von überregionaler Bedeutung.

Bürgermeister Holder bedankte sich bei Valentin Thierer für das "gute Miteinander", dass er die im Naturschutzgebiet geltenden Auflagen strikt beachtete und auch mit Landwirten der Umgebung zurecht gekommen sei.

"Die Arbeit macht mir Spaß und erfüllt mich"

Weil es immer weniger hauptberufliche Schäfer gebe, sei es höchst erfreulich, kompetente Nachfolger gefunden zu haben. "Die Arbeit macht mir Spaß und erfüllt mich", brachte es Christoph Abel auf den Punkt. Seit 1978 hütet er Schafe, drei Jahre später machte er sich selbständig. Die Begeisterung für die Wanderschäferei hat der 58-Jährige an zwei seiner fünf Kinder vererbt.

In den Familienbetrieb eingestiegen ist Sohn Mathias, der eine dreijährige Ausbildung als Schäfer absolviert hat. Ein Jahr lang besuchte er die Vollzeitschule in Herrenberg, ein Jahr lernte er das Handwerk bei einem bayerischen Hüter, und das dritte Jahr war er im elterlichen Betrieb in Oberschwandorf aktiv. Inzwischen hat der 29-jährige Schäfer die Meisterprüfung abgelegt.

Zwei Herden mit insgesamt 800 Mutterschafen und eine Nachzucht mit 200 Tieren weiden auf einer Fläche von 200 Hektar an unterschiedlichen Orten – zum Beispiel seit 26 Jahren an Hanglagen in Berneck. Der Lebensunterhalt wird mit der Direktvermarktung, dem Verkauf von ganzen und halben Lämmern vom eigenen Hof und der Belieferung des Handels verdient. Unterstützung erhalten die beiden Schäfer von Mathias’ Frau Sabrina und Christophs Lebensgefährtin Ute Kuhnle.

"Wir erleben in letzter Zeit einen Aufschwung", sagt Christoph Abel, "die Regionalität wird beim Fleisch verstärkt nachgefragt", ergänzt sein Sohn. Und weil Schäfer auch als Landschaftspfleger unterwegs sind, gibt es staatliche Fördergelder. Darum kümmert sich der Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes im Landkreis Calw, Philipp Beck. Er versteht sich als Bindeglied zu den Verwaltungsbehörden. Klar sei, dass viele Flächen ohne Schafbeweidung verwildern würden.

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