Die ehrenamtlichen Helfer motteten die Schäferkarren für die kalte Jahreszeit ein. Foto: Geisel

Die Schäferwagen sind beiseitegestellt, die Wellenliegen abmontiert. Das Wildberger Schäferwagenhotel hat die Saison 2021 beendet – und das trotz Corona mit einer guten Bilanz.

Wildberg - Die Saison startet sonst Anfang April, aufgrund der Pandemie ging es in diesem Jahr erst am 25. Mai mit Übernachtungen in den Schäferwagen direkt an der Nagold los. Immer wieder passte sich das außergewöhnliche Hotel an die neuen Verordnungen und Rahmenbedingungen an. Ein großer Glücksfall für die Ehrenamtlichen: Hendrik Smits, Betreiber des Campingplatzes Carpe Diem nebenan, kümmerte sich um alles – von der Überprüfung der 3G-Regel bis hin zur Buchung.

Vor genau einer Dekade, im Jahr 2011, übernachteten die ersten Gäste in Wildberg in einem Schäferwagen. Heute sind es insgesamt drei solcher Karren, dazu kommt der Bienenwagen von Elke Melchger. Und wie jedes Jahr Ende September, rückten die Freiwilligen an, um die Wagen zum Saisonende an einen sicheren Standort zu bringen.

In diesem Jahr konnten nicht alle Wagen durchgehend belegt werden, was der Personenbegrenzung durch Corona geschuldet war. Dennoch war die Resonanz gut, wie Peter Lücke, Vorsitzender des Fördervereins, erzählt.

Der erste Monat sei noch "etwas vorsichtig" gestartet. Ein rührender, ausführlicher Gästebuch-Eintrag gibt Aufschluss über mögliche Gründe. Darin berichtet eine Besucherin, dass sie schon immer habe kommen wollen, aber wegen der Pandemie nicht konnte. Sie habe stets geschaut, wann das Schäferwagenhotel öffnet, um dann schnell zuzugreifen und zu buchen. "Das war wohl ein typisches Verhalten nach der Corona-Sperre", vermutet Peter Lücke. Die ein oder andere Buchung aus 2020 lag auch schon vor.

Spätestens im Juli und August war das Etablissement dann gut gebucht. Mit ungefähr 80 Prozent Auslastung ist die Zahl zwar etwas geringer als in den Vorjahren, das ist aber der teilweisen Sperrung einzelner Wagen geschuldet. Im August sei man "eigentlich voll ausgebucht gewesen, wie immer". Gut sah es auch Anfang September aus, erst gegen Saisonende – wie üblich – nahmen die Buchungen langsam ab.

Die Gäste seien froh gewesen, wieder rauszukommen, ein bisschen Freiheit plus Natur genießen zu können, so Peter Lückes Eindruck. Das Schäferwagenhotel mit seiner weitläufigen Anlage und den großen Abständen bietet sich da an. Aus Sicht des Vereins habe sich die Saison auf jeden Fall gelohnt. Die Organisations-Erfahrung der vergangenen zehn Jahre habe da geholfen. Und dank der Unterstützung von "Buchungsmaster" Hendrik Smits hatten die Ehrenamtlichen nicht mehr Aufwand als in den Vorjahren.

Die Zeit über die kalten Monate wird nun genutzt, den Bauwagen auf dem Gelände, der als Lagerfläche dient, zu ersetzen. "Wir wollen etwas Schönes, Schäferwagenmäßiges in der entsprechenden Größe", verrät Peter Lücke. Dazu kommen im Frühjahr die üblichen kleinen Schönheitsreparaturen an den Wagen selbst. Der Förderverein hat also keinesfalls Winterpause, wie er lachend hinzufügt: "Wir haben genug zu tun."