Nadine Mezger (vorne) lief der Konkurrenz davon. Foto: Geisel

Nadine Mezger hat von klein auf an den Wettläufen beim Wildberger Schäferlauf teilgenommen. Dieses Jahr hat sie gewonnen und ist damit die neue Königin.

Wildberg-Gültlingen - "Das Ziel zu gewinnen hat man auf jeden Fall", erzählt Nadine Mezger. Dennoch sei es für sie unerwartet gekommen, dass sie als erste in den Pferch gelangte. Man denke sich vor dem Wettlauf: "Es wäre schön." Aber als sie dann wirklich als Erste im Ziel ankam, sei sie vollkommen überwältigt gewesen – "ich habe es erst mal gar nicht begriffen." Alle Läuferinnen seien vor dem Start aufgeregt gewesen, "obwohl es nichts Schlimmes ist und man eigentlich nicht verliert". Dann aber tatsächlich vorne zu sein und zu gewinnen, sei ein unglaublich schönes Gefühl.

Daran, dass die Wiese uneben ist und sie barfuß in etwas hätte hineintreten können, habe sie gar nicht gedacht, erzählt die staatlich geprüfte Landwirtin. Sie denke beim Rennen einfach an gar nichts. Sie schaue nicht einmal ins Publikum, die vielen lauten Anfeuerungsrufe habe sie gar nicht wahrgenommen. Erst, als sie im Pferch stand und die Kapelle gespielt hat, habe sie realisiert, dass sie gewonnen hat. Die anfängliche Anspannung sei schon beim Losrennen verflogen. Und dann gehe auch alles sehr schnell, bis man im Pferch stehe: "Man ist nur echt aus der Puste", sagt die 20-Jährige lachend.

Nicht gerne im Mittelpunkt

Vor so vielen Zuschauern gekrönt zu werden, sei ein merkwürdiges Gefühl, beschreibt Nadine Mezger. So viele Menschen stünden um nur zwei Personen – das Königspaar – herum "und du bist eine von denen, um die es gerade geht, alle beglückwünschen dich". Jeder mache Fotos, "man kann irgendwann gar nicht mehr lachen". Denn eigentlich ist Nadine Mezger kein Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht. Zur Krönung erhielt sie eine Medaille mit dem PIN-Motiv, eine Urkunde, ein Stoff-Lämmchen, einen Regenschirm sowie einen Geldumschlag. Diese Geschenke und Würdigungen werden noch einen Ehrenplatz in ihrem Zuhause erhalten.

Kaffee und Kuchen mit dem Bürgermeister

Nach der Krönung zog sich das Königspaar erstmal zurück, fuhr zum Rathaus, legte Krone und Umhang ab und ging mit Bürgermeister Ulrich Bünger auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Ein wirklich nettes Erlebnis, auch wenn Nadine Mezger etwas nervös war. Mit solchen Amtsträgern sitze man eher selten am Tisch und versuche dementsprechend, sich besonders angemessen zu benehmen, erzählt sie lachend – "das macht man ja nicht alle Tage."

Die Mutter lebt in Gültlingen

Mit der Schafhaltung hat Nadine Mezger schon seit frühester Kindheit Berührung. Ihre Mutter lebt auf dem Schafhof Kleinbeck in Gültlingen, ihr Vater betreibt einen landwirtschaftlichen Hof mit Tierhaltung, Ackerbau und Metzgerei in Renningen. Letzteren will sie auch übernehmen. Durch diese Nähe zur Schäferei war Nadine Mezger bereits seit ihrer Kindheit immer beim Schäferlauf dabei, vor allem in Wildberg. Schon mit etwa drei Jahren habe sie am Wettlauf der Kleinen in Wildberg teilgenommen. Kaum war sie 14 Jahre alt, trat sie bei den Jungschäferinnen an, einmal auch bei der Hauptlade in Markgröningen. "Wenn man zum Schäferlauf geht, rennt man mit", sagt sie, "das ist für mich selbstverständlich."

Fast keine Pflichten

Pflichten hat Nadine Mezger durch ihre Krönung nahezu keine. Lediglich, beim Schäferlauf 2024 in Wildberg mitzuwirken, hat sie zugesichert – wo sie ohnehin wieder dabei gewesen wäre. Denn auch nach ihrem Sieg will sie weiterhin an den Wettläufen teilnehmen. In Wildberg auf jeden Fall, wenn es ihre Zeit erlaubt auch in Markgröningen und Bad Urach.