Nach Corona-Zwangspause soll der Wildberger Schäferlauf als größtes Heimat- und Brauchtumsfest 2022 auf jeden Fall wieder stattfinden. (Archivfoto) Foto: Priestersbach

Der Wildberger Gemeinderat ließ von den Organisatoren Maximilian Ormos und Eberhard Fiedler über den Sachstand der Vorbereitungen für den Schäferlauf 2022 informieren und legte zugleich die Eintrittspreise fest.

Wildberg - Der Wildberger Schäferlauf ist immer wieder ein farbenprächtiges Spektakel. Vor allem der große Festzug und der Schäferlauf selbst locken Tausende Besucher ins Nagoldtal. Bereits seit 298 Jahren darf sich Wildberg mit dem Beinamen Schäferlaufstadt schmücken, denn 1723 verfügte Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg diese Zusammenkunft der Schäferzunft. Die findet bis heute alle zwei Jahre statt - und wurde 2018 von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe erklärt.

Bereits seit 1828 wird die Großveranstaltung von der Stadt Wildberg auf die Beine gestellt. Wie Maximilian Ormos in Erinnerung rief, musste das traditionsreiche Heimat- und Brauchtumsfest im vergangenen Jahr coronabedingt abgesagt werden. Zwar rechnet er auch im kommenden Jahr damit, dass ein Hygienekonzept notwendig wird – doch werde dies im Vergleich zu diesem Jahr Erleichterungen beinhalten. Noch offen seien indes die Spielregeln für den Festumzug, und der Kulturchef aus dem Rathaus unterstrich: "Wir schauen jetzt mit Spannung darauf, wie die Fasnetsumzüge laufen werden."

Mitorganisator Eberhard Fiedler wies darauf hin, dass sich alle fünf Sportvereine der Gesamtstadt, die Trachtengruppe sowie der Schwarzwaldverein an der Organisation der Vereinsgesellschaft beteiligen. Mit Blick auf die 30 "Klostertrommler" regte Fiedler die Anschaffung eines einheitlichen Shirts an. Erstmals werde der neue Verein der "Schäferlauffreunde Wildberg" – der bereits 180 Mitglieder zählt – einen finanziellen Beitrag für den historischen Teil des Schäferlaufs leisten.

18 Euro für den Pin

Ein Thema war auch der Eintritts-Pin, mit dem bislang für 14 Euro das Leistungshüten, der Samstagabend im Festzelt, der Festzug und der Schäferlauf am Sonntag sowie der Montagabend abgedeckt waren, während einzeln dafür 24 Euro zu entrichten wären. Die Organisatoren schlugen eine Anhebung der Eintrittspreise vor, wobei im Pin auch der Shuttlebus mit abgedeckt werden könne. "Damit machen wie die Mobilität attraktiv und schützen Führerscheine", ergänzte Bürgermeister Ulrich Bünger.

Gerhard Ostertag machte daraufhin gleich Nägel mit Köpfen und schlug eine Anhebung auf 18 Euro für den Pin vor. "Das wäre ein machbarer Preis", wies der CDU-Rat darauf hin, dass damit immer noch eine 35-prozentige Ermäßigung im Vergleich zu den einzelnen Eintrittspreisen verbunden sei. Er wollte wissen, ob in Sachen Sponsoring mehr möglich sei – und ob es für das immaterielle Kulturerbe Zuschüsse gebe. Es sei dem Gemeinderat bewusst, dass die Stadt beim Schäferlauf einen Abmangel habe und man wolle die Tradition erhalten. "Aber wir müssen versuchen, den städtischen Beitrag im Rahmen zu halten", so Ostertag.

In seiner Antwort wies Fiedler darauf hin, dass der Sponsorenanteil an den Kosten erheblich ausgeweitet werden soll, und auch der Landkreis Calw wolle seine Kulturförderung anheben. Für SPD-Rat Dieter Dannenmann war es nach der Zwangspause im vergangenen Jahr "sehr wohltuend, wieder mal über den Schäferlauf zu sprechen". Mit Eberhard Schulz von den Freien Wählern war er sich einig, dass es eine gute Idee sei, die Kosten des Shuttlebusses mit in den Pin einzupreisen. Und so herrschte auch Einstimmigkeit beim Beschluss, für den Eintritts-Pin 18 Euro zu verlangen.