So war es bisher Brauch und Sitte: Zunftmeister Martin Beuter (links), Kerzenmeister Berthold Schwarz und Pfarrer Dieter Mayer beim Entzünden der Jahrtagskerze zum Gedenken an die Verstorbenen der Schäferzunft. Foto: Kost/Thomas Kost

Eine Tradition kann nur fortbestehen, wenn man den Mut hat, sie zu verändern. Das gilt auch für den Trillfinger Schäferjahrtag, der vermutlich ältesten Veranstaltung überhaupt in der Stadt. Er wird dieses Jahr anders ablaufen als bisher gewohnt.

Am Montag, 21. Oktober, wird der Jahrtag der Trillfinger Schäferzunft zum 247. Mal stattfinden. Doch unter ganz anderen Vorzeichen als bisher, denn Zunftmeister Martin Beuter und Kerzenmeister Berthold Schwarz haben beschlossen, seinen Ablauf neu zu strukturieren.

 

So werden das übliche Seel- und Lobamt am Morgen und die anschließende Rechungsabhör und das Gabelfrühstück entfallen. Das Seel- und Lobamt fällt aber nicht ganz weg sonder wird in den Abend verlegt. Es findet um 18 Uhr in der Valentinskirche statt. Anschließend folgt gleich der Jahrtagsabend im Trillfinger Vereinsheim.

„Dies ist zwar ein Bruch mit der Tradition und die Entscheidung ist uns auch schwer gefallen. Aufgrund der mangelnden Teilnahme an den morgendlichen Veranstaltungen war das jedoch die logische Konsequenz“, erklärt Zunftmeister Beuter diesen Schritt.

Besuch der Rechnungsabhör wurde immer spärlicher

Zumal diese Idee laut ihm schon lange in der Überlegung stand. Nun sei eben der Zeitpunkt gekommen, sie in die Tat umzusetzen. Denn schon zwei Mal mussten Gabelfrühstück und Rechnungsabhör – eine Art Jahreshauptversammlung in der Beuter Bilanz über die Aktivitäten der Schäferzunft im vergangenen Jahr zieht – wegen Corona und mangels Teilnahme abgesagt werden. Auch der Gottesdienstbesuch wurde immer spärlicher.

Die Rechnungsabhör findet ab sofort also ausschließlich am Jahrtagsabend statt. Den Jahrtagsabend werden dieses Jahr übrigens Berthold Schwarz mit seinen „Eyachtäler Wirtshausmusikanten“ und der Musikverein Bauernkapelle Trillfingen gestalten.

Info

Schäferzunft
Die Gründung der Zunft fand im Jahre 1778 statt – aus diesem Jahr stammt das erste vollständig erhaltene Mitgliederbuch sowie eine Abrechnung über den ersten Jahrtag. Der Zunftbrief, der den Ablauf des Schäferjahrtags regelt, stammt aus dem Jahr 1780 und wurde mit Genehmigung des fürstlichen Oberamtes Haigerloch ausgestellt. Bei der Trillfinger Schäferzunft handelt es sich genau genommen weniger um eine Standesorganisation der Schäfer, sondern vielmehr um eine religiöse Bruderschaft.