Die gefräßigen Raupen des Buchsbaumszünslers haben an den Buchshecken des Stettener Friedhofs ganze Arbeit geleistet. Foto: Kost/Thomas Kost

Immer wieder gibt es Schwierigkeiten mit den Raupen der ostasiatischen Schmetterlingsart Buchsbaumzünsler. Auch auf dem Stettener Friedhof muss jetzt reagiert werde.

Der Schmetterling legt seine Eier an der äußeren Seite der Buchsbaumblätter ab. Mit verheerenden Folgen für das Gewächs: sind die Raupen erst einmal geschlüpft, begeben sie sich ins Innere der gerne als Hecken gepflanzten Büsche und fressen sich langsam nach außen durch.

 

Bemerkt man also den Befall, ist es meistens schon zu spät. Bekämpft werden die Zünsler-Raupen zumeist unter Einsatz von Spritzmitteln, was man an einem öffentlichen Ort wie einem Friedhof aber möglichst vermeiden will.

Vermutlich aufgrund der warmen Witterung im April, sind die Buchsbaumzünsler drei Wochen früher dran als sonst, diese Beobachtung hat zumindest Stettens Fronmeister Roland Pfeffer gemacht, wie er unserer Zeitung berichtet.

Stellenweise sollen die Hecken entfernt werden

Damit liegt er vermutlich nicht ganz falsch, denn auch Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck berichtete in der Sitzung des Ortschaftsrates Stetten am Dienstagabend von Problemen auf dem örtlichen Friedhof, die man „zwar schon öfters hatte, die aber noch nie so eklatant waren, wie in diesem Jahr“. Tatsächlich sind die Reihen der Buchs-Hecken dort meterweit nur noch ein braunes Elend.

Als Konsequenz daraus sollen die Hecken an jenen Stellen vollständig entfernen, wo sie nicht nötig sind. Das, so Schluck, mache den Friedhof etwas offener und freundlicher. Weil die Begräbnisstätte im Ort sich aber steil in den Hang hinein schmiegt, dienen die meisten der gepflanzten Buchshecken jedoch als Fallschutz und zur Sicherheit der zumeist älteren Menschen bei der Grabpflege. Und an den Stellen, wo das so ist, muss Ersatz angepflanzt werden.

Für den Ersatz bieten sich viele Möglichkeiten

Aber welcher? Es gibt eine schier unglaubliche Vielzahl von Pflanzenarten, die dafür in Betracht kämen. Angefangen von der allseits beliebten Thuja-Hecke, über Clematis, Ilex, Kirschlorbeer bis hin zur Roten Sommerspiere oder Wildem Wein.

Selbst Efeu käme in Betracht. Damit dieser jedoch an etwas hochranken kann, müssten auf dem Friedhof zumindest 1,20 Meter hohe Stahlgitterzäune als Gerüst verbaut werden, was nach Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck enorme Kosten verursachen würde.

Der Ortschaftsrat einigte sich nach angeregter Debatte auf Liguster-Hecken, wie sie bereits im hinteren Bereich des Friedhofes stehen. Geprüft werden muss nach der Entfernung der Buchshecken, ob vor einer Neubepflanzung ein Bodenaustausch erforderlich ist.