Wie genau mit dem Schädlingsbefall im Heimatmuseum umgegangen werden soll, ist noch unklar. Foto: Thomas Fritsch

Das Neuweiler Heimatmuseum hat ein Schädlingsproblem. Der Bürgermeister schlägt vor, das Gebäude zu begasen, der Gemeinderat hat andere Vorstellungen.

Im Heimatmuseum in Neuweiler finden sich nicht nur diverse Ausstellungsstücke, sondern auch ungebetene Gäste.

 

Bei einer Überprüfung am 8. April vergangenen Jahres stellten Fachleute den frischen und aktiven Befall mit dem Gewöhnlichen Nagekäfer (Anobium punctatum de Geer) fest. Betroffen sind laut Sitzungsvorlage sowohl Ausstellungsstücke als auch tragende Bausubstanz des Gebäudes.

Begasung vorgeschlagen

Begasung vorgeschlagen

Um die Insekten zu bekämpfen, hatte die Verwaltung dem Gemeinderat vorgeschlagen, eine sogenannte Hauszeltbegasung ausführen zu lassen. Dabei würde das komplette Gebäude mit gasdichten Spezialplanen eingehaust und über circa vier Tage begast. Laut Sitzungsvorlage würden so alle Entwicklungsstadien der Holzschädlinge abgetötet werden. Gleichzeitig müsse nicht in die Bausubstanz eingegriffen werden, es müsse also keine Öffnungsarbeiten geben.

Die Kosten würden sich auf knapp 26.000 Euro brutto belaufen.

Gegenstimmen aus dem Rat

Im Gemeinderat stieß der Vorschlag auf Gegenwind. Gemeinderat Dieter Seeger hält das für „koi gute Sach“. Sein Hauptargument sind die beschädigten Holzbalken. Kaputt sei kaputt.

Statt Geld in die Begasung zu investieren, solle das Inventar in eine Trocknungsanlage ausgelagert und das Gebäude geöffnet werden, um den tatsächlichen Zustand beurteilen zu können. So sei es auch mit den Fachleuten abgesprochen worden.

Bürgermeister Martin Buchwald sieht diese Vorgehensweise kritisch und verweist auf den erheblichen Aufwand, der mit dem Ausräumen verbunden wäre. Seeger entgegnete, dass das Inventar so oder so aus dem Gebäude geschafft werden müsse. Außerdem habe man in der Vergangenheit Container angeschafft, in denen die Gegenstände gelagert werden könnten.

Der Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum de Geer) Foto: Francisco Javier Corado

Anton Höschle schlug in diesem Zug vor, die Gegenstände im Container statt im Gebäude zu begasen und so die Kosten zu senken. Buchwald erwiderte, dass leichte Gegenstände und Kleidung in den Containern Schaden nehmen würden. Die Container seien lediglich für Metallteile geeignet. Andere Ausstellungsstücke sollten in einem Gebäude in der Nagolder Straße gelagert werden – allerdings erst, wenn sie schädlingsfrei sind.

Zweifel an Zustand

Zweifel an Zustand

Auch Bernd Greule ist mit dem Vorschlag des Bürgermeisters unzufrieden. „Bevor man so viel investiert, muss man wissen, wie schlimm es wirklich ist.“ Zudem warf er die Frage in den Raum, ob auch wirklich alle Gegenstände mehrfach aufbewahrt werden müssten. Seeger geht sogar soweit, an dem generellen Zustand der Ausstellungsstücke zu zweifeln.

Am Ende fiel die Entscheidung deutlich aus: Bis auf den Bürgermeister sprach sich der gesamte Gemeinderat gegen die vorgeschlagene Begasung aus. Nun soll die Verwaltung ein neues Vorgehen ausarbeiten.