Der Gemeinderat Winterlingen hat außerplanmäßige Gelder bewilligt, um erste Schäden an den Wald- und Feldwegen zu beseitigen. Auf rund 600 000 Euro wird der Gesamtschaden geschätzt, der durch den Starkregen Anfang Juni entstanden war.
Schaden von mehr als 600 000 Euro hat der Starkregen Anfang Juni an Wald- und Feldwegen in der Gemeinde Winterlingen verursacht – einige Wege mussten deshalb gesperrt werden. Um erste gravierende Schäden zu beseitigen und weitere zu verhindern, hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung überplanmäßige Ausgaben bewilligt. Die Straßberger Firma Schotter-Teufel übernimmt die Arbeiten.
Für die Schadensbeseitigung an Feldwegen werden zusätzlich 25 000 Euro freigegeben; für jene an den Waldwegen werden 42 000 Euro aus dem Bereich Forst umgeschichtet. Dieser Schritt ist laut Sitzungsvorlage erforderlich, weil die bereits eingestellten Mittel für Unterhalt und Wegeneubau im Haushalt 2024 – insgesamt 77 000 Euro – für diesen Zweck nicht ausreichen.
Erste Schäden müssen sofort beseitigt werden
Zugleich muss die Instandsetzung Schritt für Schritt erfolgen, da eine vollständige Beseitigung aller Schäden in diesem Jahr weder finanziell noch personell zu machen ist. „Das ist ein Thema für den neuen Haushalt“, sagte Bürgermeister Michael Maier. Erste Schäden müssten dennoch beseitigt werden, zumal es sich bei vielen Wegen um wichtige Zufahren für Landwirte und zur Holzabfuhr handele. Bei den umgeschichteten Geldern aus dem Forst handelt es sich laut Sitzungsvorlage vor allem um eingesparte Personalkosten: Für 2024 wurde mit fünf Forstwirten und Personalkosten von 366 500 Euro gerechnet. Von diesen Forstwirten sind Maier zufolge aktuell nur noch zwei übrig, wodurch sich auch geringere Kosten ergeben.
„Warum machen wir nicht mehr?“, wollte Roland Heck, Fraktionschef der Bürgerliste, wissen – und sprach eine ähnliche Situation aus einer anderen Kommune an: Diese sei in Regress genommen worden, da sie um den mangelhaften Zustand ihrer Waldwege gewusst habe.
Die Lage in Winterlingen ist laut Bürgermeister Maier mit der Firma besprochen worden – und deren Rückmeldung war, dass sie momentan einfach nicht die Kapazitäten dazu habe. „Außerdem haben wir den Forst beauftragt, alle Wege zu sperren, die nicht in Ordnung sind“, sagt er.
Ob es nicht eine nachhaltige Lösung für das Problem gebe, wollte Roland Single wissen. Seine Ratskollegen und die Gemeindeverwaltung waren sich jedoch mehrheitlich einig: Da kann man nicht mehr viel machen. „Besser wird es nicht“, sagte etwa Bauamtsleiter Frank Maier.
„Die Böden nehmen nichts mehr auf“
Die Feld- und Waldwege auf ein derartiges Niveau zu sanieren, dass alles Wasser weg wäre, könne nie erreicht werden. Hinzu komme, dass die Gemeinde Winterlingen etwa 420 Kilometer an Waldwegen zähle, erinnerte der Schultes. Dem schloss sich Rainer Pfersich, Fraktionschef der Liste Zukunft Winterlingen, an. Er ergänzte, dass man in jüngster Zeit vor allem mit zwei Problemen konfrontiert war: Der „anomal heftige Starkregen“ und die vollgesogenen Böden, die einfach kein Wasser mehr aufnehmen könnten. „Angesichts solcher Wassermassen sind wir machtlos und können nichts machen außer zu hoffen“, resümiert er.