Im Zuge der Sanierung der Dornstetter Stadthalle muss die Betonkonstruktion – also das, was vom Gebäude übrig blieb – gefestigt werden. Dort wurden unvorhergesehene Mängel festgestellt. Die Auswirkungen sind groß.
Bei den Arbeiten zum Teilabriss der Dornstetter Stadthalle kamen an mehreren Stellen Schäden an der Betonkonstruktion zum Vorschein, die laut Stadtverwaltung und Ingenieur vorher so nicht ersichtlich waren.
Nachdem das Ergebnis einer umfangreichen betontechnischen Untersuchung mittlerweile vorliegt, hat der Gemeinderat am Dienstagabend der Instandsetzung der Betonkonstruktion der Stadthalle mittels Erhöhung der Betondeckung einhellig zugestimmt.
Dabei werden alle Bauteile mit einem 20 Millimeter starken Betonersatz überzogen. Dadurch wird das alkalische Milieu wiederhergestellt und die Betondeckung erhöht.
450 000 Euro Kosten
Die Maßnahme werde nötig, so erläuterte der Geschäftsführer und Ingenieur Mattias Fischer von der Firma BES Ingenieure in Villingen-Schwenningen, da im Zuge der Sanierung Schäden festgestellt worden seien und der Baustahl nun vor Korrosion geschützt werden müsse. Das Ganze werde laut Schätzung rund 450 000 Euro kosten. Dabei habe man, so Fischer, zehn Prozent Unvorhergesehenes bereits einkalkuliert.
Grundsätzlich betonte er, dass die Standsicherheit des Gebäudes nicht gefährdet sei. Nur sei die sogenannte Karbonatisierung in den Betonbauteilen stellenweise schon weit fortgeschritten. Darunter verstehen Fachleute eine chemische Reaktion, die in Beton bei Anwesenheit von Kohlenstoffdioxid und Feuchtigkeit abläuft. Während des Karbonatisierungsprozesses bildet sich Kalk, was den pH-Wert senkt und zum Verlust des alkalischen Milieus führt. Dies hat zur Folge, dass der Betonstahl nicht mehr geschützt ist und zu rosten beginnt. Erfreulicherweise ist der Baustahl im inneren der Bauteile laut betontechnischer Untersuchung trotz des nicht vorhandenen Schutzes aber noch nicht korrodiert.
Sogar noch Glück gehabt
Jetzt müsse es darum gehen, so erläuterte Fischer weiter, eine entsprechende Fachfirma für die Ausführung der Arbeiten zu finden. Bürgermeister-Stellvertreterin Ilona Costantino fragte, wie viel Zeit nun verloren gehe bei der Gesamtsanierung. Genau konnten das weder Fischer noch Bauamtsleiter Alexander Mönch sagen. Fischer nannte einen Zeitraum von etwa drei Monaten für die Anbietersuche plus einige Monate für die Ausführung.
Der Gemeinderat hatte sich unter zwei ausgearbeiteten Varianten für die teurere entscheiden. Diese soll aber laut Aussage des Fachmanns dauerhaftere Sicherheit bieten und im Gegensatz zur günstigeren Alternative kein stetiges Überwachen, ein sogenanntes Monitoring, erfordern. Jetzt habe man generell Glück gehabt, dass die Schäden, die sich ansonsten verschlimmert hätten, entdeckt worden seien, weil die Sanierung laufe, so Fischer.
Vier Aufträge vergeben
In einem weiteren Tagesordnungspunkt zum Thema Stadthallensanierung hat der Gemeinderat vier Auftragsvergaben für insgesamt rund 2,6 Millionen Euro zugestimmt. Es betrifft die Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär und Gebäudeautomation. Bauamtsleiter Alexander Mönch betonte, dass es sich bei allen Firmen um leistungsfähige und renommierte Bieterinnen handle.