Stefan Dürrenfeld hat den Online-Schadensmelder im Rathaus Weil am Rhein unter seinen Fittichen. Foto: Beatrice Ehrlich

Warum der Online-Schadensmelder so gut angenommen wird, wie er funktioniert und wo er herkommt, erklärt Stefan Dürrenfeld von der Stadt Weil am Rhein im Interview.

Ein wilder Müllhaufen oder ein zerbeultes Schild: Die Weiler sehen oft Missstände, die sie der Stadt mitteilen wollen. Die Stadt hat darauf mit ihrem Online-Schadensmelder reagiert, der sich seit seiner Einführung regen Zuspruchs erfreut. Stefan Dürrenfeld, der im Rathaus dafür verantwortlich zeichnet, berichtet von seinen Erfahrungen.

 

Auf der Internetseite der Stadt Weil am Rhein gibt es seit 1. November 2024 einen Online-Schadensmelder. Wie stark wird dieser genutzt?

Die ersten Meldungen sind nach der Veröffentlichung am 4. November eingegangen. Und zwar elf an der Zahl. Darunter waren beispielsweise Infos über wilden Müll an einem Haltinger Glascontainer, eine defekte Leuchte am Fußweg an der Nonnenholzstraße und ein fehlendes Schild auf der B 317.

Bis zum 18. Mai 2026 sind bei der Verwaltung insgesamt 1119 Meldungen eingegangen.

Was bezweckt die Stadt Weil am Rhein mit diesem Angebot?

Für uns ist es wichtig, dass wir schnellstmöglich über beschädigte Verkehrszeichen, Wildwuchs, Scherben auf dem Radweg oder zu hohe Kanaldeckel informiert werden. Nur dann können wir auch handeln und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Wie viele Meldungen gehen in der Woche ein?

Im Durchschnitt gehen 13 Meldungen pro Woche ein. Es gibt Wochen, da kommen bis zu 20 Meldungen rein.

Was sind die Hauptkritikpunkte beziehungsweise die häufigsten Meldungen?

Das Thema Müll und Vandalismus steht dabei klar an oberster Stelle (insgesamt 413 Meldungen bisher), dahinter folgen Beleuchtung (212) sowie Straßen und Wege (111). Im Jahr 2026 haben wir bisher 330 Meldungen erhalten, davon: Müll und Vandalismus (125), Beleuchtung (47) sowie Straßen und Wege (43).

Was sind dann die nächsten Schritte im Rathaus?

Das Programm wird bestens angenommen und ist voll im Betrieb. Die Meldung findet ihren Weg direkt an die zuständige Stelle im Rathaus.

Schäden können per Handy gleich fotografiert und gemeldet werden.

Diese wird per Mail über den Eingang einer Schadensmeldung in ihrem Zuständigkeitsbereich informiert. Die Stelle kann sich dann direkt um das Anliegen kümmern. Der Melder wird zudem im Nachgang über den Sachstand informiert.

Wie viele Personen im Rathaus sind damit befasst?

Neben der zentralen Administration beim Hauptamt-Zentrale Dienste gibt es insgesamt sechs verschiedene Teams, die mit dem Programm arbeiten: Betriebshof, Polizeiabteilung, Verkehr- und Tiefbau, Stadtwerke, Hauptamt und das Amt für Gebäudemanagement und Umweltschutz.

Wer hat den Schadensmelder entwickelt? Und auf wessen Initiative?

Die Software ist von der Firma hitcom. Wir haben damals bereits ein fertiges Produkt eingekauft. Die Stadt Lörrach hatte diesen damals bereits erfolgreich im Einsatz.

Wird der Schadensmelder auch missbräuchlich genutzt?

Ja, denn anfangs war es möglich, anonyme Meldungen abzugeben. Dies hatte zur Folge, dass wir täglich mehrfach ähnliche Nachrichten bekamen. Dazu kam, dass es uns auch nicht möglich war, dem oder den Meldern entsprechend zu antworten. In der Spitzenzeit hatten wir über einige Wochen viele gleichlautende Meldungen, die stets mit unflätigen Kommentaren versehen waren. Die Funktion der anonymen Meldungen wurde inzwischen aber deaktiviert.

Was ist der Unterschied zu früher, also zu der Zeit ohne Online-Schadensmelder?

Vor dem Schadensmelder gab es nur eine Kontaktmöglichkeit über die Homepage. Hier konnte ausschließlich eine Nachricht verschickt werden, diese wurde dann durch die Sachbearbeiterin bei den Zentralen Diensten gesichtet und dann weiterverteilt. Heute haben die Bürger eine einfache und professionelle Möglichkeit, auch direkt am Handy eine Meldung abzugeben. Diese landet dann ohne Umwege direkt bei dem zuständigen Team. Wir freuen uns über den zeitgemäßen Kommunikationskanal zu großen und kleineren Schäden im öffentlichen Raum und freuen uns sehr, dass er rege genutzt wird.

Zur Person

Stefan Dürrenfeld ist 35 Jahre alt, arbeitet seit 2015 bei der Stadtverwaltung und ist seit 2021 Leiter der Abteilung Zentrale Dienste im Rathaus.