Machen derzeit am Gifiz Ärger: Die Population der Wildkaninchen sollen durch Bejagung reduziert werden. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Der Kinzigdamm wird durchlässig, die Stämme von Jungbäumen dienen als Nahrungsquelle: Offenburg will die Wildkaninchen am Gifiz nun reduzieren.

Die massiv und rasch wachsende Population von Wildkaninchen rund um das Gifizareal schadet Natur und Sicherheit. Um die Schäden einzudämmen, sei eine Bestandsregulierung durch intensive Bejagung während der gesetzlichen Jagdzeit vom 1. Oktober bis 15. Februar dringend erforderlich, betont der Jagdleiter bei den Technischen Betrieben Offenburg, Andreas Broß.

 

Wildkaninchen gehören zu den Hasenartigen. Sie sind die wilden Ahnen aller Haus- und Stallkaninchen. Ursprünglich im Süden Europas und Nordafrika beheimatet, sind sie als Kulturfolger seit der Antike in ganz Europa verbreitet. „Kaninchen werfen drei bis fünfmal im Jahr, was zu einer beachtlichen Vermehrungsrate führt“, heißt es in einer Mitteilun der Stadt Offenburg. Die Lebenserwartung beträgt bis zu neun Jahre. Natürliche Feinde im Stadtgebiet sind Rotfüchse, Greifvögel und Marderartige.

Gänge erreichen Längen von bis zu 50 Metern

Die natürliche Bestandsregulierung erfolgte in der Vergangenheit auch durch die Seuche Myxomatose. Dieser Erreger breitet sich vornehmlich bei langanhaltender feuchter Witterung aus. Aufgrund des Klimawandels sind regenreiche Phasen eher selten und die Populationen auf einem hohen Niveau.

Durch eine weitere Krankheit, die sogenannte Chinaseuche oder RHD, sind jedoch deutschlandweit die Kaninchenbestände stark bedroht, teilweise bis zum Aussterben der Art. Deshalb soll die bisher gesunde Population nicht radikal dezimiert, sondern nur bis zu einem für alle Belange verträglichen Maß abgeschöpft werden. Im Gegensatz zum Feldhasen legen die Wildkaninchen unterirdische Baue an. Die Gänge können bis zu drei Meter tief und 50 Meter lang sein. Sie bevorzugen lockeren sandigen Boden, der sich im Gifizareal an vielen Stellen finden lässt.

„Das führt nicht selten zu Problemen“, wie Andreas Broß ausführt. Der Revierleiter im Stadtwald erläutert, dass die Kaninchen nicht nur den Kinzigdamm bearbeiten, sondern auch den unteren Stammbereich von Jungbäumen anfressen: „Diese Schäden müssen eingedämmt werden.“ Die Instandhaltung des Kinzigdamms sei dauerhaft zu gewährleisten. Die Schäden an den Jungbäumen führten zu Wachstumsschwierigkeiten oder gar zum Absterben. Temporär helfen Drahtgitterzäune, die an den Jungbäumen befestigt werden. Allerdings schützen sie nicht vor Grabungsversuchen im Wurzelbereich. Auch vor Hausgärten, Gemüsebeeten und Staudenflächen machen Kaninchen nicht halt.

Um diese Schäden einzudämmen, ist laut Stadt eine Bestandsregulierung dringend nötig. Die Bejagung wird mit Greifvögeln durch Falkner, durch Schießen oder durch Fallenjagd vorgenommen, wobei durch die Auswahl der Jagdmethode die Sicherheit immer an erster Stelle steht. Die Jagd läuft bis zum 15. Februar und wird von David Wiedemer, Akademischer Jagdwirt, koordiniert.