Igor Matanovic (links) und der SC Freiburg wollen den Titelverteidiger VfB Stuttgart (hier Jeff Chabot) aus dem DFB-Pokal werfen und ins Finale einziehen. Foto: Harry Langer/dpa

Für den VfB Stuttgart und den SC Freiburg ist das Pokalfinale zum Greifen nah. Die Breisgauer wollen nach Berlin und setzen auf ihren Pokalhelden aus dem Viertelfinale.

Die aufkommenden Gerüchte, die ihn mit dem Trainerposten bei Real Madrid in Verbindung bringen, wischte Sebastian Hoeneß nüchtern und sachlich weg. „Das bewegt mich jetzt nicht so sehr“, sagte der Coach des VfB Stuttgart und zitierte den TV-Klassiker „Dinner for One“: „Same procedure as every year, würde ich sagen.“

 

Dass sein Name in der Öffentlichkeit in Zusammenhang mit großen Clubs gebracht wird, ist nicht neu. Genauso wenig wie die Tatsache, dass der VfB Stuttgart und der SC Freiburg vom großen DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion träumen.

Die Schwaben gewannen den Wettbewerb in der Vorsaison, für die Breisgauer ist es gar das dritte Halbfinale in fünf Jahren. 2022 spielten sie um den Titel, verloren jedoch im ersten Endspiel der Vereinsgeschichte gegen RB Leipzig. Seitdem warten im Breisgau alle auf einer Wiederholung der speziellen Tage in der Hauptstadt. In einer ohnehin erfolgreichen Saison – gleichzeitig steht der SC im Halbfinale der Europa League und hat realistische Chancen auf den Finaleinzug – soll am Donnerstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) nun das zweite Berlin-Ticket nach 2022 gebucht werden.

Es geht ums Ticket für das DFB-Pokalfinale in Berlin

„Das ist ein großes Derby in Baden-Württemberg. Gegen Stuttgart wollen wir immer gewinnen“, sagte Johan Manzambi dem TV-Sender Sky. Und er verspricht: „Wir geben immer alles und sind bereit dafür.“ Allzu Motivationsreden müssen also wohl weder Hoeneß noch sein Gegenüber Julian Schuster vor dem Spiel schwingen. Alle Beteiligten wissen, worum es geht: Das Ticket nach Berlin am 23. Mai.

Schuster warnt vor starken Stuttgartern

Für die Freiburger führt der Weg in die Hauptstadt zunächst zu heim- und spielstarken Stuttgartern, die wenige Spieltage vor Schluss voll auf Champions-League-Kurs sind. Alles andere als eine einfach Aufgabe. Mit dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen im anderen Halbfinale hätte es sogar noch schwerere gegeben. „Wir brauchen eine Leistung, die nahe an die Perfektion herankommt“, sagte Schuster. Eine wichtige Aufgabe sei daher auch, „die Atmosphäre zu beruhigen. Das ist anspruchsvoll“, so Schuster vor dem Spiel.

Wird im Tor des SC Freiburg stehen: Florian Müller. Foto: Silas Stein/dpa

Aussagen, die durchaus als Wegschieben der Favoritenrolle an den Gegner zu verstehen sind. „Ich erwarte leichte Vorteile für Stuttgart aufgrund ihrer Form, Qualität und der Tatsache, dass sie ein Heimspiel haben“, sagt auch Matthias Ginter auf der DFB-Homepage. Dass im Pokal jedoch nicht immer der nominelle Favorit weiterkommt, ist hinlänglich bekannt und durch Finalteilnahmen von Arminia Bielefeld und dem 1. FC Kaiserslautern in den vergangenen Jahren belegt. Dass die Freiburger in dieser Saison in K.o.-Duellen ohnehin stark sind, zeigen die erfolgreichen Achtel- und Viertelfinalspiele in der Europa League.

Sebastian Hoeneß: „Wir sind alle sehr, sehr heiß“

Und auch der VfB hat als Titelverteidiger bereits K.o.-Qualitäten bewiesen. „Wir sind alle sehr, sehr heiß. Titel zu gewinnen, ist das Nonplusultra im Profifußball. Wir haben letztes Jahr gespürt, was das mit einem macht“, sagte Hoeneß am Mittwochmorgen vor dem Südwest-Kracher. Personell muss er auf Innenverteidiger Finn Jeltsch verzichten. Der in der Liga gegen die Bayern gelb-gesperrte Deniz Undav dürfte dagegen am Donnerstag wieder von Beginn an auflaufen.

Florian Müller steht beim SC Freiburg im Tor

Er wird dann auf einen Ex-Stuttgarter im SC-Tor treffen. Florian Müller, normalerweise die etatmäßige Nummer zwei hinter Noah Atubolu, wird erneut im Pokal zwischen den Pfosten stehen und genießt das volle Vertrauen seines Trainers. „Wenn wir da Bedenken hätten, würden wir es nicht machen“, so Schuster über Müller, der im Elfmeterschießen im Viertelfinale die Berlin-Träume am Leben gehalten hatte.