Auf den SC Freiburg wartet ein heißes Saisonfinale: In der Liga geht’s um die Europapokal-Qualifiaktion, zudem ist man nur noch zwei Spiele vom Europa-League-Finale entfernt
Seit dem vergangenen Donnerstag ist klar: Die Saison des SC Freiburg endet nicht im Berliner Olympiastadion. Dort spielen am 23. Mai der FC Bayern München und der VfB Stuttgart um den Sieg im DFB-Pokal. Und dennoch gibt es derzeit für die Freiburger Verantwortlichen noch gewisse Unabwägbarkeiten für den Saisonabschluss.
Am 16. Mai empfängt der Sport-Club RB Leipzig am letzten Spieltag der Bundesliga. In der Vergangenheit wurde danach in aller Regel mit den Fans gemeinsam gefeiert. Diese Feier könnte in diesem Jahr allerdings deutlich verhaltener sein – zumindest aufseiten der Spieler. Das liegt jedoch nicht am ausbleibenden Erfolg: Drei Spieltage vor Schluss kämpft der SC Freiburg um die erneute Qualifikation für den Europapokal.
Allerdings ist drei Wochen vor dem Bundesligafinale noch nicht klar, ob die Freiburger vier Tage später noch einmal auf der ganz großen Bühne ran müssen – im Finale der Europa League in Istanbul. Im Beşiktaş Park wird am 20. Mai der Nachfolger der Tottenham Hotspurs gesucht. Einer von vier möglichen Kandidaten: der SC Freiburg.
Julian Schuster: „Wichtig, diese Spiele nicht größer zu machen, als sie sind“
Nur noch zwei Spiele gegen Sporting Braga sind die Breisgauer vom Europapokal-Endspiel entfernt. „Die Jungs haben sich das erarbeitet, das ist besonders. Aber es ist auch wichtig, diese Spiele nicht größer zu machen, als sie sind“, bemühte sich SC-Trainer Julian Schuster am Sonntag nach dem 0:4 bei Borussia Dortmund, die Halbfinal-Duelle nicht zu überhöhen.
Die Spiele gegen Braga sind schon lange präsent
Ob ihm das jedoch gelingt, darf bezweifelt werden. Schon seit Tagen sind die Spiele gegen Braga in der Stadt präsent, viele versuchen, noch an Tickets zu kommen – vergeblich. Und auch im SC-Team dürften die beiden Highlight-Spiele gegen die Portugiesen im Kopf sein. „Es sind noch fünf, hoffentlich sechs, ganz wichtige Spiele“, sagte etwa Kapitän Christian Günter nach dem Spiel gegen den BVB – ein mögliches Endspiel in Istanbul wäre Spiel Nummer sechs in einem außergewöhnlichen Saisonfinale.
Duell mit Eintracht Frankfurt um Rang sieben
Dass die Freiburger dabei alles auf die Karte Europapokal setzen, ist nicht zu erwarten. Denn als Tabellenachter müsste der Sport-Club auch auf die Uefa-Jahreswertung hoffen, um sich fürs internationale Geschäft zu qualifizieren. Um sicher zu sein, müssten die Breisgauer noch Eintracht Frankfurt überholen. Beide Kontrahenten, die sich schon in der Vorsaison um einen Platz für die Königsklasse duellierten, sind derzeit punktgleich – mit Torverhältnisvorteilen für die Frankfurter.
Günter hat also vollkommen Recht, wenn er von fünf wichtigen Spielen spricht. Und wenn ein sechstes in Istanbul dazu käme, hätte in Freiburg wohl keiner etwas dagegen einzuwenden.