Das erste Bundesligaspiel in seinem neuen Stadion bestreitet der SC Freiburg Mitte Oktober gegen RB Leipzig. Foto: Weller

Zwei Mal wird der SC Freiburg noch im alten Dreisamstadion auflaufen, danach geht es Mitte Oktober in die neue Arena im Norden der Stadt. Nach Infos unserer Redaktion zeichnet sich jetzt auch der Namensgeber ab.

Freiburg - Wird am kommenden Dienstag der Vorhang gelüftet und der Name des neuen Stadions des SC Freiburg verkündet? Alle Vorzeichen deuten darauf hin, dass das Stadion den Namen "Europa Park Arena" oder "Europa Park Stadion" bekommen dürfte.

Der Freiburger Bundesligist und der größte Freizeitpark Deutschlands in der Ortenau laden jedenfalls zum gemeinsamen Presse-Event ins neue, derzeit noch namenlose Stadion nach Freiburg ein. Dabei soll es um "die Ausweitung der Kooperation" der beiden Beteiligten gehen. Derzeit ist der Europa Park als sogenannter "Premium Sponsor" beim SC engagiert und überweist dem Verein Insidern zufolge eine Million Euro im Jahr.

Den Club und den Park verbindet eine lange gemeinsame Geschichte, die über das bisherige Sponsoren-Engagement des Parks beim SC hinausreicht: Beide seien "sympathisch, badisch, bodenständig" und böten "Unterhaltung für die ganze Familie", heißt es in seiner Presse-Einladung.

Stadion wird in zwei Monaten eingeweiht

Aber die Geschichte geht im Grunde tiefer: Als der SC vor Jahren auf Standortsuche für sein neues Erstligastadion ging und sich diese in Freiburg sehr mühsam gestaltete, war für eine Weile auch eine Fußball-Arena in Rust ein Gesprächsthema in der Stadt. Entsprechende Vorgespräche gab es 2009 – sehr zum Unmut des damaligen Freiburger Oberbürgermeisters Dieter Salomon (Grüne) – zwischen Parkbetreiber Roland Mack und der damaligen Vereinsspitze.

Die Geschichte, von der Kenner der Szene heute sagen, dass sie ohnehin nur ein Druckmittel auf die damalige Stadtspitze gewesen sei, ging schließlich anders aus: 2015 entschieden sich die Freiburger in einem Bürgerentscheid für den heutigen Standort bei der Messe und dem Flugplatz im Mooswald. Der sollte den Wünschen einer Fan-Befragung nach auch Namensgeber sein, stand in einer Mitteilung der Freiburger Fan-Gemeinschaft "Stadion in Freiburg" im Juni. Dass das "Mooswaldstadion" als Name keine Chance habe, ließ der Verein damals aber durchblicken. Ein passender Sponsor mit regionalem Bezug sei aber noch nicht gefunden.

Lesen Sie hier: Fans diskutieren über Europa-Park-Stadion

Nun deutet sich an, dass der Verein doch noch fündig geworden ist, gerade noch rechtzeitig zur Einweihung des Stadions in zwei Monaten: Laut Informationen unserer Zeitung passt der Park genau ins Anforderungsprofil des Vereins bei der Suche eines Namensgebers für seine neue Spielstätte. Insider berichten, dass der SC einen regionalen Sponsor gesucht hat, der sich auch langfristig an den Verein binden will.

Keine leichten Verhandlungen

Allerdings sollen die Verhandlungen nicht leicht gewesen sein, da der Verein für den Namen der Arena 2,5 Millionen Euro im Jahr aufgerufen haben soll. Ob diese Zahl, die in etwa dem Mittelwert eines Namenssponsorings im deutschen Profifußball entsprechen würde, am Ende auch so durchsetzbar war, dürfte indes fraglich sein und auch nicht an die große Glocke gehängt werden: Beim Thema Geld hat sich der Verein bisher immer sehr zugeknöpft gegeben.

Klar ist aber: Einstige Namenssponsoren im alten Dreisamstadion im Freiburger Osten haben zuletzt eher sechsstellige Summen dafür überwiesen, dass das Stadion ihren Namen trug. Zuletzt soll der Name "Schwarzwaldstadion", für den unter anderem die Schwarzwald Touristik GmbH zahlen durfte, dem Verein rund eine halbe Million Euro im Jahr eingebracht haben. Der Europa Park und der SC Freiburg wollten sich am Donnerstag nicht zu den aktuellen Spekulationen über ihre künftige Geschäftsverbindung äußern.

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