Erstmals absolviert der SC Freiburg am Donnerstag ein Europapokal-Viertelfinale. Die bittere Niederlage gegen München ist abgehakt – nun geht’s zu Hause gegen Celta Vigo.
Juventus Turin und West Ham United – so hießen in der Vergangenheit die Endstationen des SC Freiburg im Achtelfinale der Europa League. Weiter ging’s noch nie. Bis jetzt. Schon alleine deshalb ist die Partie am Donnerstagabend (21 Uhr/RTL) für die Freiburger etwas ganz Besonderes.
Erstmals in der Vereinsgeschichte bestreitet der Sport-Club ein Europapokal-Viertelfinale. Die Reise soll auch noch weiter gehen – und Celta Vigo künftig nicht in einer Reihe mit Turin und West Ham genannt werden. Um bestmöglich auf den Tabellensechsten der spanischen Liga vorbereitet zu sein, informierte sich Stürmer Igor Matanovic bereits in der Länderspielpause über den Gegner.
„Ich habe bei der Nationalmannschaft mit ein paar Jungs gesprochen, die Celta Vigo besser kennen, als wir es tun“, erzählt der kroatische Nationalstürmer nach der Bundesliga-Partie gegen den FC Bayern München. Matanovics Erkenntnisse: „Eine sehr, sehr starke, typisch spanische Mannschaft“ mit viel Qualität.
Der Gegner hat den Topgesetzten rausgeschmissen
Ähnlich äußerte sich am Mittwochmittag auch SC-Trainer Julian Schuster. Der Gegner, der immerhin im Achtelfinale den Ligaphasen-Sieger Lyon ausgeschaltet hat, spiele „defensiv variabel“ und wechsle oft auch während des Spiels die Herangehensweise. Genau darauf wurden seine Spieler im Videostudium vorbereitet. Man treffe auf „gute Kicker“, sagte Lucas Höler.
Spiel gegen Bayern als „Messlatte“
„Der Fokus liegt ganz klar auf uns. Wir wissen, dass wir zu Hause gegen jeden Gegner bestehen können“, sagte der Angreifer. Bestes Beispiel: Das Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München vergangenen Samstag, das auch Tage danach noch Thema war. 2:0 führte der SC Freiburg – und verlor noch mit 2:3.
Zwei Tage lang tat die Bayern-Niederlage noch weh
Ein Spiel, dessen mentale Aufarbeitung Zeit in Anspruch nahm. „Sonntag und Montag hat es noch weh getan. Aber so soll es ja auch sein, dafür haben wir zu gut gespielt“, sagte Höler. Seit Dienstag aber ist das Bayern-Drama abgehakt und der Blick geht nach vorne in Richtung „Highlight-Spiel“ am Donnerstagabend: „Wir wollen alles tun, um eine Runde weiterzukommen.“
Die Leistung gegen den Rekordmeister aus München sei dabei die „Messlatte“, sagte Trainer Schuster. „Da waren so viele Dinge dabei, die ich sehen möchte“, lobte er auch vier Tage nach dem Spiel seine Mannschaft noch einmal für die starke Leistung gegen eines der besten Teams in Europa.
SC Freiburg setzt auf seine Heimstärke
Damit jedoch war das vergangene Spiel abgehakt – stattdessen geht der Blick nur noch nach vorne. Im Hinspiel gegen Vigo wollen sich die Breisgauer eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche verschaffen und bauen dabei auch auf die Heimstärke. Im Europapokal gewann die Schuster-Elf vor eigenem Publikum all ihre Spiele – zuletzt mit 5:1 gegen Genk, als das Ticket für das Achtelfinale gebucht wurde.
Nun ist die Ausgangslage umgekehrt: Der Sport-Club kann, will und sollte zu Hause vorlegen. „Es ist total wichtig, sich bewusst zu machen, dass es zwei Spiele sind“, sagte Schuster. Personell steht ihm fast der gesamte Kader zu Verfügung, nur Patrick Osterhage wird weiterhin fehlen.
Patrick Osterhage droht das Saisonaus
Der Mittelfeldspieler, der schon gegen Bayern passen musste, wird sich einem Eingriff im Knie unterziehen müssen. Er habe „lange unter Schmerzen gespielt“, erklärte Schuster. Nun habe man sich jedoch für diesen Schritt entschieden, der das Saisonaus für den Sechser bedeuten könnte. Jordy Makengo dagegen ist nach kurzfristigem Ausfall wieder fit.