Während der SC Freiburg vor dem Derby in der Bundesliga stolz auf den direkten Einzug ins Achtelfinale der Europa League ist, muss der VfB Stuttgart trotz Sieg in die Play-offs.
Die Fußballwunder am XXL-Spieltag in der Europa League blieben aus Sicht der beiden deutschen Teams aus: Der SC Freiburg ist trotz bitterer Last-Minute-Niederlage wie erwartet – als Siebter – in den Top acht geblieben, dem VfB Stuttgart reichte auch ein spätes Tor zum 3:2-Sieg gegen die YB Bern nicht zum direkten Einzug ins Achtelfinale. Stattdessen müssen die Schwaben den Umweg über die Play-offs nehmen, dort wartet am 19. und 26. Februar Celtic Glasgow.
Und so herrschte bei beiden Südwest-Teams zunächst eine gemischte Stimmung. Der Freiburger Trainer Julian Schuster sprach einerseits von einer Enttäuschung über die Niederlage, war gleichzeitig jedoch stolz auf das Erreichte. „Dass wir es als SC Freiburg geschafft haben unter die ersten acht zu kommen“, sagte Schuster nach der 0:1-Niederlage in Lille.
„Wenn ich die Namen um uns herum anschaue, wer unter den ersten acht ist, dann können wir sehr stolz sein auf das Erreichte“, sagte er weiter. Darüber, dass der SC Freiburg als Siebter „nur“ im Achtelfinale Heimrecht im Rückspiel hat, wollte sich Schuster nicht ärgern, sondern freute sich vielmehr darüber, dass man sich zwei „normale“ Wochen erspielt habe. Zwei Wochen, in denen er mit seinem Team auf dem Trainingsplatz arbeiten kann – und gleichzeitig ist der Sport-Club im März noch im Europapokal vertreten.
Der VfB Stuttgart muss einen Umweg über Glasgow machen
Dieses Ziel hat natürlich auch der VfB Stuttgart – muss dafür jedoch den Umweg über die Play-offs gehen. Dass es für den DFB-Pokalsieger nicht fürs direkte Achtelfinale reichte, lag am Ende auch an den Ergebnissen der Konkurrenz, sodass es am Ende Platz elf wurde. „Wir hatten das eh von Anfang an nicht in unserer eigenen Hand“, sagte Stürmer Deniz Undav nach dem Spiel gegen Bern, in dem der VfB eine 2:0-Führung aus der Hand gab, am Ende aber doch noch mit 3:2 gewann.
Sebastian Hoeneß mit den ersten 35 Minuten zufrieden
„Wir haben 35 Minuten wie aus einem Guss gespielt. Es fühlte sich sehr leicht an, es war viel Spielfreude auf dem Platz. Wir haben es aber versäumt, das dritte Tor zu machen“, analysierte nach der Partie Trainer Sebastian Hoeneß. „Das war heute ein Denkzettel. Auf internationalen Niveau darf man sich so etwas eigentlich nicht erlauben. Wir werden aber gut vorbereitet sein – egal, wo es jetzt hingeht“, thematisierte auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth die Phase, in der der VfB Stück für Stück die Spielkontrolle hergab.
Nun heißt es für die Stuttgarter Play-offs, am Freitagnachmittag entschied das Los: Es geht gegen den Traditionsverein Celtic Glasgow – in der Ligaphase auf Platz 21. „Wir müssen uns steigern in der Effizienz“, sagte Hoeneß am Donnerstag mit Blick auf die weiteren Spiele – und dürfte neben den wichtigen K.o.-Duellen auch das kommende Bundesliga-Spiel gemeint haben.
Andere Voraussetzungen als vor dem Hinspiel in der Bundesliga
Denn am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) ist der SC Freiburg zum Südwest-Duell in der Landeshauptstadt zu Gast. Die Schwaben wollen im Kampf um die Champions-League-Plätze wichtige Punkte sammeln und gleichzeitig Revanche für das Hinspiel nehmen. Nach 1:0-Pausenführung verlor der VfB Mitte September mit 1:3 bei den Freiburgern, die im September nach zwei Niederlagen zum Start gehörig unter Druck standen.
Damals besonders im Fokus: Igor Matanovic, der als Joker mit einem Doppelpack das Spiel zu Gunsten des Sport-Clubs entschied. Am Sonntag dürfte der Stürmer, der sich derzeit in absoluter Topform befindet, dagegen von Beginn an spielen. In Lille saß er zunächst auf der Bank und wurde nach 60 Minuten für Junior Adamu eingewechselt.
Mögliches Europapokal-Duell zwischen SC und VfB frühestens im Halbfinale
Er sollte also fit sein für das Spiel der zwei deutschen Europa-League-Teilnehmer. Gegen ein direktes Duell im Europapokal dürften übrigens beide Seiten absolut nicht einzuwenden haben. Denn seit Donnerstagabend ist klar: Ein solches Duell wäre frühestens im Halbfinale möglich.