Packend, flirrend, aufregend – das war das DFB-Pokalfinale in Berlin. Das Duell zwischen dem Sieger RB Leipzig und dem SC Freiburg war gut für den deutschen Fußball, kommentiert Sportredakteur Marco Seliger.
Zum ersten Mal seit dem Jahr 2011 standen weder der FC Bayern noch Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale – und was soll man sagen nach diesem packenden, emotionalen und mitreißenden Fußballabend in Berlin: Abwechslung tut dem Fußball gut. Das Endspiel zwischen dem SC Freiburg und dem verdienten Sieger RB Leipzig war Werbung für den Fußball. Auf dem Platz, wo das Spiel ungeahnte Wendungen nahm, als sich RB nach der Roten Karte in Rückstand liegend plötzlich voller Leidenschaft und dem Mute der Verzweiflung gegen die Niederlage stemmte. Als zu jeder Minute Hochspannung herrschte zwischen zwei Teams, die sich in der Verlängerung einen fast schon epischen Kampf mit offenem Visier lieferten.
Auf den Rängen wiederum zauberten die mehr als 30 000 in rot gekleideten Freiburger Fans eine so flirrende Stimmung ins Berliner Olympiastadion, wie es sie so mit Blick auf die Pokalfinals der vergangenen zehn bis 15 Jahre nur gegeben hatte, als die berühmte Anhängerschaft von Eintracht Frankfurt 2017 und 2018 vor ihren Europapokal-Sternstunden noch die Hauptstadt unsicher machte.
Lesen Sie aus unserem Angebot: Twitter-Reaktionen zum Pokalfinale
Merke: für Anhänger des FC Bayern und des BVB sind Pokalfinals längst nicht mehr so besonders wie für Clubs wie den SC Freiburg oder vorher die Eintracht. Darin liegt der Reiz des DFB-Pokals, der den Außenseitern die Chancen auf Überraschungen und wie in diesem Jahr im Freiburger Fall die Bühne fürs größte Spiel der Club-Geschichte bietet. Also tut auch hier Abwechslung gut. Oder anders: im Pokal wurde es in dieser und auch in der vergangenen Saison mit dem Sieger BVB bewiesen, dass die Dominanz des FC Bayern zumindest in diesem Wettbewerb gebrochen werden kann. Und das ist am Ende gut für den gesamten deutschen Fußball.