Schon seit der Auslosung ist klar: Dieses Spiel wird nicht alltäglich. Kommende Woche ist Maccabi Tel Aviv zu Gast beim SC Freiburg. Diese Regeln gelten für Stadionbesucher.
Sportlich gesehen geht es in einer Woche, am 22. Januar um 18.45 Uhr, um einiges. Mit einem Sieg könnte der SC Freiburg die Tür zum Achtelfinale in der Europa League ganz weit aufstoßen. Ein wichtiges Spiel, spart man sich so immerhin zwei Spiele in den Play-offs.
Im Fokus steht die Partie jedoch nicht aufgrund der sportlichen Brisanz, sondern aufgrund der politischen Situation. Denn der Israelische Topclub Maccabi Tel Aviv ist zu Gast im Europa-Park-Stadion. „Kein gewöhnliches Spiel“, wie der SC Freiburg am Donnerstag in einer Pressemitteilung schrieb.
Der Verein bereitet sich demnach bereits seit „seit Monaten und im engen Schulterschluss mit Polizei, Behörden und weiteren Institutionen auf das Heimspiel“ gegen Tel Aviv vor. Dieses sei für den „Verein kein Heimspiel wie jedes andere“.
Sicherheitskonzept gemeinsam erarbeitet
Daher habe man gemeinsam mit dem „gastierenden Club Maccabi Tel Aviv, dem Europäischen Fußballverband UEFA, der Stadt Freiburg, der Polizei und weiteren Blaulichtorganisationen“ ein Sicherheitskonzept erarbeitet.
Auch mit der aktiven Fanszene und dem VfB Stuttgart ausgetauscht
Schon nach der Auslosung der Ligaphase Ende August 2025, als klar war, dass Tel Aviv in Freiburg gastieren wird, starteten die Vorbereitungen auf das Spiel. In diese flossen laut Pressemitteilung auch externe Expertisen wie die des Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben, Dr. Michael Blume, sowie der Initiativen „what matters“ und „Zusammen1“. Zudem tauschte sich der SC Freiburg mit der aktiven Fanszene und dem VfB Stuttgart aus.
Der Bundesligist aus der Landeshauptstadt empfing Anfang Dezember Maccabi Tel Aviv zum Spiel in der Europa League. Begleitet wurde das Hochrisikospiel von einem großen Polizeieinsatz in der Stadt. Im Nachhinein zogen die Sicherheitsbehörden ein positives Fazit, große Ausschreitungen blieben aus.
Auch die deutlich länger dauernden Einlasskontrollen, die auch in Freiburg zu erwarten sind (siehe unten), nahmen die Fans hin und wurden dafür am Tag nach dem Spiel vom VfB explizit gelobt.
UEFA bestraft Maccabi für Fanverhalten in Stuttgart
Negative Randerscheinungen des Spiels gab es nur wenige. Teile der Maccabi-Fans sangen bereits vor dem Spiel beim Fanmeeting-Point rassistische und diskriminierende Gesänge. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt noch. Die UEFA mit ihrem Kontroll-, Ethik- und Disziplinarorgan war schneller: Der Verein aus Israel muss 20 000 Euro Strafe für das Verhalten seiner Fans zahlen. Außerdem dürfen beim nächsten internationalen Spiel keine Gästetickets verkauft werden. Diese Strafe wurde jedoch zur Bewährung ausgesetzt, so dass in Freiburg Maccabi-Fans zugelassen werden.
Das sagt SC-Vorstand Oliver Leki
„Das Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv ist für den SC Freiburg sportlich sehr wichtig. Aufgrund der politischen Situation und den dadurch notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ist es aber kein gewöhnliches Europa-League-Spiel. Darüber hinaus geht mit diesem Spiel auch die Verantwortung einher, ein Zeichen für Respekt und faires Miteinander zu setzen. Fußball soll immer verbinden, niemals trennen. Dieser Anspruch prägt sämtliche Vorbereitungen rund um das Spiel“, sagt SC-Vorstand Oliver Leki.
Ausschreitungen in Amsterdam im November 2024
In der Vergangenheit gab bereits bei internationalen Spielen von Maccabi Tel Aviv Zwischenfälle. Im November 2024 kam es beim Gastspiel von Tel Aviv bei Ajax Amsterdam zu Ausschreitungen, die international für Schlagzeilen sorgten. Israelische Fans wurden gezielt angegriffen, vor allem propalästinensische Jugendliche verfolgten und misshandelten sie. Bei Zusammenstößen vor dem Spiel sollen auch Maccabi-Anhänger provoziert haben.
Diese Regeln gelten für Stadionbesucher am 22. Januar
Verstärke Einlasskontrollen:
„Aus Sicherheitsgründen werden die Einlasskontrollen zum Europa-Park Stadion besonders umfassend durchgeführt und nehmen mehr Zeit als üblich in Anspruch“, teilt der SC Freiburg mit. Ab 16.45 Uhr ist der Zugang zum Stadion möglich. Der Verein bittet die Fans, „so früh wie möglich zum Stadion zu kommen, aber auch längere Wartezeiten beim Einlass einzuplanen“. Zudem weist der SC auf seiner Homepage darauf hin, dass bei der Personenkontrolle beim Einlass stichprobenartig Metalldetektoren eingesetzt werden.
Taschenverbot:
„Das Mitführen von Taschen, Rucksäcken, Handtaschen und Bauchtaschen jeglicher Art und Größe ist im Stadion untersagt“, schreibt der Verein, verbunden mit dem Hinweis: „In allen Damen-Toiletten sind Hygieneprodukte kostenlos verfügbar.“
Fanmaterial:
„Das Mitführen und Präsentieren von Fahnen, Bannern und Schildern ist nur auf der Südtribüne (Blöcke S, C, F, E und V) und im Gästeblock erlaubt. Trikots, Schals und Mützen sind in allen Stadionbereichen erlaubt.“
Alle Infos für Stadionbesucher hat der SC Freiburg am Donnerstag auf seiner Homepage veröffentlicht.