Freuen sich über den gelungenen Start der Weiherschule in Stetten. Von links: Walter Stocker (Ortschaftsrat), Seline Weinstein (Landratsamt), Ralf Heim (stellvertretender Bürgermeister), Margret Simoneit (Vorsitzende Förderverein Weiherschule), Essensträgerinnen des Narrenvereins Stetten, Karl Wolf (Schulleitung Landratsamt) und Weiherschulchef Rainer Brandner. Foto: Thomas Kost

Seit einem halben Jahr läuft der Unterricht für sechs Klassen der Weiherschule aus Hechingen im Haigerlocher Stadtteil Stetten.

Wer füllt denn da nun die Räume der früheren Werkrealschule mit neuem Leben? Das Interesse an einer Antwort auf diese Frage war groß, als Rainer Brandner, Chef dieses Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ), den offiziellen Teil des Nachmittags mit Begrüßungsworten eröffnete und danach das Rednerpult den geladenen Gästen überließ.

 

Vorweg: Alle lobten die von der Landkreisverwaltung und dem Kreistag getragene Entscheidung zur Ausgliederung eines Teils der Hechinger Schule in ein intaktes und voll funktionsfähiges Schulgebäude der Stadt Haigerloch, das nun rund 40 Schülerinnen und Schülern und etwa 20 Lehrkräften eine neue Heimat bietet.

„Wir haben mit den entsprechenden Beschlüssen für alle eine Win-win-Situation geschaffen“, meinte Karl Wolf als Dezernent der Hauptverwaltung am Landratsamt. An seinem „wirklich allerletzten Arbeitstag vor der Pension“ freute sich der für die Schulamtsleitung zuständige Verwaltungsfachmann über die ermöglichte Nutzung dieses Gebäudes und dankte allen, „die den Weg nach Haigerloch mitgegangen sind“.

Steigende Schülerzahlen verzeichnet

Die Weiherschule in Hechingen und die Rossentalschule in Truchtelfingen würden steigenden Schülerzahlen verzeichnen, erklärte er. Während man das Problem in Albstadt mit einer Aufstockung der dortigen Schule lösen könne, sei dies in Hechingen aus statischen Gründen nicht möglich. Man könne dort auch nicht „in die Breite“ erweitern, weil man das dafür nötige Grundstück nicht bekomme.

Darum fand er es gut, dass ihm Walter Stocker – Kollege am Landratsamt und bis vor Kurzem Ortsvorsteher von Stetten – den Tipp mit der Werkrealschule gegeben hatte. Mit ihren großzügigen Räumen, einer Werkstatt und einer Küche biete sie einen geschützten Raum, in dem „Kinder mit besonderem Förderbedarf auf ein relativ selbstständiges Leben vorbereitet werden können“.

Froh über die Wiederbelebung der Werkrealschule

„Wir als Stadt Haigerloch sind froh über die Wiederbelebung der Werkrealschule“, konstatierte der stellvertretende Bürgermeister Ralf Heim. Er wies darauf hin, wie schnell der Haigerlocher Gemeinderat 2024 die Weichen dafür gestellt habe, das Gebäude für die nächsten fünf Jahre an den Landkreis zu vermieten.

Dieser habe 200.000 Euro in die Ertüchtigung der Schule investiert, weitere 500.000 Euro habe die Stadt in die Erneuerung der Elektroinstallationen, den Brandschutz oder in die Sanierung der WCs gesteckt. Ausdrücklich lobte Heim den städtischen Bautechniker Bernd Wannenmacher, der die Federführung bei der Umsetzung der Maßnahmen hatte. Sein Fazit: „Wir freuen uns über diese neue Schulart in der Stadt.“

Stocker macht aus seinen Wünschen keinen Hehl

„Mit großer Freude heiße ich das SBBZ in Stetten willkommen“, sagte Ortschaftsrat Walter Stocker voller Stolz. Er vertrat den im Urlaub weilenden Ortsvorsteher Julian Higi. Es sei ihm schon in seiner Zeit als Stettener Ortsvorsteher ein „Herzensanliegen‘“ gewesen, die leere Werkrealschule wieder zu einer Schule machen. Das sei jetzt gelungen. „Mir wäre es am liebsten, wenn das SBBZ die nächsten Jahrzehnte hierbleiben würde“, machte Stocker aus seinen Wünschen keinen Hehl.

Zudem vergaß er nicht die örtlichen Vereine. Die haben nämlich über 600 Stunden Eigenleistung in die Sanierung der Schulturnhalle investiert, so dass diese jetzt nicht nur für Sport, sondern auch als Mensa genutzt werden kann. Die Essensträgerinnen des Narrenvereins „Salzschlecker“ nutzten die Feierstunde zudem, um 800 Euro aus dem Erlös des Adventsbasars zu spenden. Damit werden laut Schulleiter Brandner vier Bänke für den Pausenhof angeschafft.

Unterhaltungsprogramm mit Mitmach-Tanz

Und dann startete das lockere Unterhaltungsprogramm mit einem Mitmach-Tanz, an dem sich Schüler, Lehrkräfte und Erwachsene beteiligten. Die Lehrküche war zur Besichtigung geöffnet, im Werkraum konnte man ein Mühlespiel und Kreisel basteln. Waffeln wurden verkauft, ebenfalls Saft von ungespritzten Äpfeln, welche die Weiherschüler mit dem Nabu Hechingen auf einer Streuobstwiese gesammelt und in Fünf-Liter-Boxen abgefüllt hatten. Es gab eine Fotobox, Kinder durften sich schminken lassen oder schöne Motive mit Perlen zum Aufbügeln herstellen.

Es gab Cocktails, eine Bewirtung mit Kaffee, Kuchen, Getränken und Saitenwürstle durch den Musikverein Stetten, einen Flohmarkt und die Vorstellung der Weiherschule-Standorte Hechingen, Rangendingen und Hirrlingen.

Die bei solchen Anlässen gerne angebotene Schätzfrage durfte auch nicht fehlen: Wie viele Wäscheklammern befanden sich in einem Glas? Antwort: 89.