Mit aufgeheiztem Kessel steht die Sauschwänzlebahn mit der historischen Dampflokomotive DB-50 2988 kurz vor Abfahrt am Bahnhof Zollhaus in den Startlöchern. Foto: Conny Hahn

Die Sauschwänzlebahn ist wieder zu Fahrten unterwegs. Doch je nach Lokomotive gelten unterschiedliche Preise für die Fahrgäste. In diesem Jahr sollen 1,6 Millionen Euro in die Infrastruktur der Sauschwänzlebahn investiert werden.

Eine Fahrt mit der historischen Sauschwänzlebahn ist immer ein besonderes Erlebnis. Die Sauschwänzlebahn bietet ihren Besuchern gleich in zweierlei Hinsicht eine Attraktion.

 

Die Reise in der nostalgischen Museumsbahn versetzt die Fahrgäste in ein vergangenes Zeitalter und bietet durch die spektakuläre Streckenführung über vier Brücken und durch sechs Tunnel einmalige Einblicke in die imposante Landschaft des Wutachtals.

Der Unterhalt der Fahrstrecke, die 25 Kilometer Länge umfasst, sowie der Betrieb und die Instandhaltung der Eisenbahn verursachen jährlich hohe Kosten. „Wir werden in diesem Jahr rund 1,6 Millionen Euro in die Infrastruktur der Sauschwänzlebahn zwischen den beiden Bahnhöfen Weizen und Blumberg-Zollhaus investieren. Im Vordergrund steht dabei die Erneuerung von Gleisen sowie die Sanierung des Bahnübergangs an der B 27 in Zollhaus“, erläutert der Geschäftsführer der Blumberger Bahnbetriebe, Christian Brinkmann, auf Anfrage.

Diesellok im Einsatz

Für die Instandsetzung der musealen Eisenbahnfahrzeuge seien zudem 180 000 Euro eingeplant. Um die gestiegenen Kosten für den eigentlichen Bahnbetrieb in Grenzen zu halten, wurden die Fahrten mit der historischen Dampflok seit zwei Jahren deutlich reduziert, nachdem die betriebseigene Dampflokomotive 2022 aufgrund extrem gestiegener Kosten für die notwendige Hauptuntersuchung verkauft wurde. Seither bietet die Sauschwänzlebahn sowohl Dieselzugfahrten als auch Dampflok-Wochenenden an.

„In diesem Jahr werden die Dieselzugfahrten weitgehend mit unserer Diesellok V80 bestritten, die mit etwa 800 PS ausreichend stark ist, den Museumszug zu ziehen“, so Brinkmann.

Sie decken den Großteil des Regelbetriebs von April bis Oktober mit den wöchentlichen Fahrten von Donnerstag bis Sonntag ab. Zudem schnauft an durchschnittlich einem Wochenende pro Monat die Dampflok 50 2988 der Dampflokfreunde Schwarzwald-Baar (DSB) vor den Waggons der Bahn.

Eine Hin- und Rückfahrt mit der Diesellokomotive kostet für einen Erwachsenen 26 Euro, während Kinder von vier bis 15 Jahren nur die Hälfte zahlen. Familien können mit der speziellen Familienkarte sparen. Hier kostet das Ticket für zwei Erwachsene und bis zu zwei Kinder zwischen vier und 15 Jahren 56 Euro. Reisegruppen ab 15 Personen erhalten ebenfalls vergünstigte Fahrkarten: Erwachsene zahlen dabei 23 Euro, während Kinder ab vier Jahren zwölf Euro kosten.

Großer Mehraufwand

Die Fahrten unter Dampf kosten deutlich mehr, da hier auch ein erheblicher Mehraufwand in Form von nötiger Vorarbeit und Muskelkraft dahintersteckt, um den Fahrgästen dieses ganz besondere Erlebnis zu ermöglichen. Das Vorheizen des Kessels benötigt sechs Stunden und erfolgt daher schon am Vorabend des Fahrtages, damit die Lok auch pünktlich startklar ist, wenn die erste Fahrt am Samstagmorgen um 10.10 Uhr am Bahnhof Zollhaus beginnt.

Die Vorbereitungen werden im Lokschuppen in Fützen getroffen, wo der Verein der Dampflokfreunde seinen Sitz und auch dessen Dampflok 50 2988 ihr Domizil hat. „An einem Fahrtag mit zwei planmäßigen Fahrten liegt der Tagesverbrauch bei etwa dreieinhalb bis vier Tonnen Kohle. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Steinkohle-Knabbeln zur Lokomotivfeuerung“, erklärt der passionierte Heizer, Lokführer und Vorsitzende der Dampflokfreunde Valentin Stöckle im Gespräch.

„Auch während der Fahrt muss der Heizer immer wieder Kohle nachschaufeln, wobei es wichtig ist, den Kessel gleichmäßig und mit System zu beschicken“, ergänzt Valentin Stöckle. Pro Fahrt sind immer zwei Personen der Dampflokfreunde an Bord: der Lokführer und der Heizer.

Arbeit geht nach der Fahrt weiter

Wenn die Fahrgäste nach ihrem Fahrvergnügen mit vielen Erlebnissen und Eindrücken aussteigen, ist die Arbeit für das Personal des Vereins noch lange nicht beendet, denn dann müssen die Helfer den Kessel putzen, die Brennkammer ausschlacken, den Aschekasten leeren, neue Kohle für die nächste Fahrt laden, die Stangen schmieren, die Rauchkammer leeren, kleinere Reparaturen vornehmen und den Behälter mit neuem Wasser füllen. „Es ist für uns selbstverständlich, nach der Fahrt alles Notwendige durchzuführen, damit die Dampflok für die nächste Fahrt einsatzbereit ist“, berichtet Stöckle.

Dieser Mehraufwand erklärt den höheren Preis für die Dampflok-Fahrten. So kostet eine Hin- und Rückfahrt für Erwachsene 39 Euro. Kinder zahlen mit 19,50 Euro die Hälfte. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder gibt es für 85 Euro. Gruppen ab 15 Personen zahlen 35 Euro pro Erwachsenem und 17,50 Euro pro Kind. Unabhängig von der Art der Lokomotive ist es möglich, Hunde für 6 Euro und Fahrräder für 12 Euro mitzunehmen, solange die Kapazität hierfür vorhanden ist.

Die Dampflok 50 2988

Schmuckstück
Sie ist ein besonderes Schmuckstück, für deren Erhalt die Mitglieder des Vereins jährlich etwa 3000 Arbeitsstunden ehrenamtlich erbringen. Von einst 3164 baugleich hergestellten Lokomotiven aus den Baujahren 1935 bis 1942, ist die 82-jährige Lok der Dampflokfreunde die letzte noch betriebsfähige originale DB-50 2988.