Die Skizze zeigt den Umfang des Plangebietes. Die grauen Flächen zeigen die Bereich, die als Gewerbegebiete vorgesehen sind, die braunen Flächen die Bereiche für Urbanes Wohnen. Foto: Büro Gfrörer

Seit einigen Jahren arbeiten die Stadtverwaltung daran, den Bereich „Saure Wiesen/Wiesenstraße“ in Owingen städtebaulich zu entwickeln. Das ist der aktuelle Stand.

Es geht um den Bereich zwischen Hauptstraße, Rötenbachstraße und Talstraße, den man im laufenden Bebauungsplanverfahren als „Wiesenstraße/Saure Wiesen“ deklariert.

 

Im Laufe der Jahre hat sich dieses Gebiet zu einer Gemengelage mit Wohnbauflächen, gemischten Bauflächen und gewerblichen Bauflächen entwickelt. Aktuell verfügen die dort bestehenden Gewerbebetriebe nicht über ausreichende Erschließungsanlagen. Die Gebäude werden teilweise lediglich über Feldwege erschlossen. Die Trinkwasserversorgung erfolgt über Hausanschlüsse von Nachbargrundstücken, und Abwasserkanäle verlaufen über private Grundstücke.

Hier soll jetzt ein Bebauungsplan Klarheit schaffen und eine geordnete städtebauliche Entwicklung im Innenbereich des Gebietes ermöglichen. Er hätte aus Sicht der Verwaltung auch den Vorteil, das im dem Gebiet rings um die Wiesenstraße die bauliche Nachverdichtung von Flächen genauso möglich wäre wie die Erschließung neuer Gewerbebauflächen. Sogar die erneute Nutzbarmachung der Fläche eines ehemaligen Gewerbebetriebes würde der Bebauungsplan sicher stellen.

Plangebiet ist um knapp 1,3 Hektar geschrumpft

Freilich waren die Hausaufgaben, die bis zur Aufstellung eines Bebauungsplanes zu machen waren, nicht gerade einfach. komplexe Themen wie die Offenlandbiotope, die FFH-Mähwiesen und nicht zuletzt der Hochwasserschutz waren abzuarbeiten.

Das führte letztendlich dazu, dass man das Planungsgebiet von 4,10 Hektar (Stand September 2022) auf jetzt 2,71 Hektar (Stand November 2025) deutlich verkleinert hat. Hätte man an der ursprünglichen Planung festgehalten, wäre der zu leistende ökologische Ausgleich für den Eingriff fast doppelt so groß gewesen.

Hätte man an der alten Gebietsgröße festgehalten, hätte der Ausgleich 586 551 Ökopunkte gekostet, nach den gegenwärtigen Planungen sind es lediglich noch 299 479 Ökopunkte. Von diesen hat die Stadt schon 76 680 Ökopunkte griffbereit. Und zwar in einem Gebiet „Im Hau“. Dort ließe sich auf knapp 64 Ar eine FFH-Mähwiese entwickeln, die ein gleichwertiger Ersatz für eine 45,4 Ar große besonders geschützte FFH-Mähwiese (Glatthaferwiese) darstellt, die im Plangebiet „Wiesenstraße/Saure Wiesen“ wegfällt.

Bleiben also noch 222 779 Ökopunkte auszugleichen. Theoretisch könnte man sie von ganz woanders her kaufen . Aber die Stadt hat auch noch ein recht gut gepolstertes Wald-Ökokonto auf dem sie knapp 1,39 Millionen Ökopunkte hortet. Man könnt also relativ problemlos die Owinger Ökopunkte dort abziehen, ohne dass das Konto gleich an Schwindsucht leidet.

Der Owinger Ortschaftsrat hatte sich schon vor einer Entscheidung im Gemeinderat mit dieser Art der „Finanzierung“ einverstanden erklärt – und der Gemeinderat zog ein paar Tage später nach.

Weder im HQ 100 noch im HQ extrem

Was die bisherige Beteiligung der Öffentlichkeit betrifft, so haben sich 19 Fachbehörden, Organisationen und Unternehmen zu dem Bebauungsplan geäußert. Einer der besonderen Knackpunkte war der Hochwasserschutz in dem Gebiet.

Aufgrund der bereits umgesetzten Sicherheitsanpassungen und Hochwassermaßnahmen werde das Plangebiet laut dem städsitschenBauamtsleiter Hans-Martin Schluck nach aktuellem Erkenntnisstand künftig voraussichtlich weder im Bereich des festgesetzten HQ 100 noch innerhalb des HQ extrem liegen. Auch zwei Bürger haben sich im bisherigen Anhörungsverfahren geäußert, mit relativ kritischen Stellungnahmen.

Sie wurden alle zur Kenntnis genommen, stellten für den Gemeinderat aber keine Hindernisse dar, um den Bebauungsplan grundsätzlich in Frage zu stellen oder nochmals gravierend zu ändern. Der Plan in seiner aktuellen Fassung ist jetzt erneut öffentlich ausgelegt, so dass er voraussichtlich im Laufe des neuen Jahres beschlossen werden kann.