Hat noch einiges vor: der Geschäftsführer des Verbands Badischer Klein- und Obstbrenner, Klaus Lindenmann. Foto: Seeger

Zahl der Kleinbrenner geht im Südwesten drastisch zurück. Viele kämpfen ums Überleben.

Sasbachwalden - Viele Schnapsbrenner im Südwesten kämpfen ums Überleben. Die Zahl der Kleinbrenner sei in den vergangenen zehn Jahren von rund 18.000 auf knapp 13.000 gesunken. Das teilte der Verband Badischer Klein- und Obstbrenner in Sasbachwalden (Ortenaukreis) mit.

"Bei den Verkaufspreisen gab es in den letzten Jahren keine Erhöhung, mit denen die Kostensteigerung zum Beispiel bei Energie kompensiert werden konnten", erklärte Geschäftsführer Klaus Lindenmann den Rückgang in der Branche. "Der zweite Grund ist der Strukturwandel. Wenn ein Betrieb etwa durch den fehlenden Hofnachfolger aufgegeben wird, fällt auch das Brennrecht weg", nennt Lindenmann einen weiteren Problempunkt.

Um auf dem Markt zu bestehen, setzen die Brenner ihre Produkte immer häufiger auf Alkohol-Diät. Der Alkoholgehalt der Spirituosen sei in den vergangenen Jahren im Schnitt von 45 auf 40 Prozent zurückgegangen. Als Trend zeige sich, dass die Kunden Brände mit mildem Geschmack und weniger Alkoholgehalt nachfragten, erklärt der Geschäftsführer.

Hoch im Kurs: Brände aus Williamsbirne und Pflaumen

Besonders beliebt seien die Brände aus der Williamsbirne sowie sortenreine Pflaumenbrände. Noch bis morgen kosten und prämieren ausgebildete Prüfer im Auftrag des Klein- und Obstbrenner-Verbands in Sasbachwalden rund 3000 Obstbrände und Liköre von rund 400 Brennern und Brennereien. Eine solche Prämierung findet alle zwei Jahre statt.