Nachdem die Reinigungsarbeiten abgeschlossen sind, sieht man auf den ersten Blick nur noch wenig vom Brand am 1. Oktober. Foto: Marschal

Während einer Beerdigung entwickelte sich am 1. Oktober ein Brand in der Sankt-Anna-Kapelle auf dem Dotternhausener Friedhof. Weil der Brand schnell gelöscht wurde, beschränken sich die Schäden auf die Empore. Auslöser war ein elektrischer Kurzschluss.

Es war während einer Beerdigung am 1. Oktober in der Sankt-Anna-Kapelle auf dem Dotternhausener Friedhof, als die Trauergemeinde auf der Empore Rauch bemerkte, das sich rasch zu einem Feuer entwickelte. Ein Feuerwehrmann, der sich unter den Gästen befand, rief umgehend die Feuerwehr. Diese war schnell vor Ort und löschte das Feuer.

 

Sechs Wochen später sieht man auf den ersten Blick wenig von dem Brand. Laut Raimund Drissner, der sich als Mesner um die Sankt-Anna-Kapelle kümmert, ist der Brand durch einen Kurzschluss der Beleuchtung an der Decke der Empore ausgelöst worden. Vielleicht habe zuvor ein Blitz eingeschlagen oder ein Nagetier habe sich an den Kabeln zu Schaffen gemacht, vermutet er.

Beerdigung wurde im Freien fortgesetzt

Üblicherweise ist die Elektrik in der Kapelle aus und wird nur eingeschaltet, wenn Betrieb in der Kapelle herrscht. Seit Abschluss der Friedhofsanierung finden in der Sankt-Anna-Kapelle vermehrt Beerdigungen statt.

Die Trauerfeier habe an jenem Dienstag gerade begonnen, als das Feuer bemerkt wurde: „Glück im Unglück“, meinte Drissner. Auch wenn die Beerdigung gestört wurde, sei das Feuer zeitig bemerkt worden – und das so früh, dass die Besucher ohne Panik die Möglichkeit hatten, sich ins Freie zu begeben. Verletzt wurde daher niemand. Die Feier wurde später im Freien fortgesetzt.

Normalerweise begleitet Drissner als Mesner die Beerdigungen in der Friedhofskapelle, doch an diesem Tag hatte er keine Zeit. Wie es der Zufall wollte, fuhr er gerade über das Palmbühlsträßle nach Hause, als er von weitem Feuerwehr und Polizei sah.

Denkmalamt wird Schaden begutachten

Die Feuerwehrleute löschten das Feuer zügig, sodass sich die Flammen nicht über die gesamte Kapelle ausbreiten konnten und sich die Schäden auf den Dachboden über der Empore beschränkten. Dort verbrannte einiges an Holz, das entfernt wurde. Vor kurzem war eine Reinigungsfirma mit acht Mann vier Tage lang damit beschäftigt, die Spuren des Brandes zu beseitigen.

Vor allem Ruß und Löschwasser hatten den Innenraum in Mitleidenschaft gezogen. Doch wegen des warmen Wetters im Oktober seien die Wände gut getrocknet, sodass diese nun nicht mehr feucht sind.

Von dieser Leuchte auf der Empore ging der Brand aus. Foto: Marschal

Als nächstes werde das Denkmalamt einen Blick auf die Brandschäden werfen. Erst dann könne die Kirchengemeinde St. Martinus genau abschätzen, welcher Sanierungsaufwand und welche Kosten auf sie zukommen.

In jedem Fall müsse die Elektrik im Emporenbereich erneuert und die Deckenplatten ausgetauscht beziehungsweise saniert werden. Trotz allem sieht Drissner noch etwas Gutes: Die Kirchengemeinde hatte kurz zuvor eine Läuteanlage gekauft, die es ermöglicht, die Glocken der Kapelle über eine Fernbedienung elektrisch läuten zu lassen. Wäre Drissner nicht auf Kur gewesen und hätte sich gewünscht, dass die Läuteanlage erst nach seiner Rückkehr eingebaut wird, wäre diese sogleich ein Raub der Flammen geworden.

Bis zum Ende der Sanierung bleibt die Kapelle zu

Wie lange die Sanierung dauern wird, können Drissner und die Dotternhausener Kirchengemeinde noch nicht abschätzen. Er geht aber davon aus, dass die Schäden im Frühjahr behoben werden. Bis dahin bleibt die Friedhofskapelle geschlossen, auch Beerdigungen können solange nicht darin abgehalten werden.