Das Sanierungsgebiet "Rangendingen Ost" wird um die Obere Gasse und den hinteren Teil der Oberdorfstraße erweitert. Foto: Beiter

Der Gemeinderat Rangendingen hat am Montag die ersten Schritte für eine Erweiterung des Ortssanierungsgebiets "Rangendingen Ost" in die Wege geleitet. Bis zum Herbst sollen so für weitere Gebäude im alten Ortskerns Anreize und Möglichkeiten für eine Modernisierung geschaffen werden.

Rangendingen - Die staatlich geförderten Ortssanierungsprogramme sind wichtige Werkzeuge für die Entwicklungsmöglichkeiten einer Gemeinde und die Häuslesbesitzer. Mit staatlicher Unterstützung kann wertvoller Wohnraum saniert oder neu geschaffen und somit Ortszentren und älteren Wohngebieten ein Modernisierungsschub verpasst werden. Dass nun auch Teile der Oberen Gasse und der Oberdorfstraße mit dem Brunnenweg und dem Oberdorfweg in das aktuelle Sanierungsprogramm mit aufgenommen werden, dürfte bei den Eigentümern auf großes Interesse stoßen.

 

Förderprogramm im privaten Bereich gut angelaufen

Bisher umfasst das Sanierungsgebiet "Rangendingen Ost" die Straßenzüge östlich der Grosselfinger Straße bis zur Hechinger Straße, hier in der Hauptsache das Baugebiet "Göhren", das Ende der 1950er Jahre erschlossen wurde. Ausgeweitet wurde das Gebiet um die Flächen Rathaus/Klosterkirche/Gemeindehaus, Alte Schule/Schulsportplatz, Gasthaus Adler und ehemaliger Edekamarkt in der Ortsmitte. Auch das jetzt von der Gemeinde zum Ärztezentrum umgebaute Arztpraxis Deibler ist Teil des Gebietes.

Das bisherige Förderprogramm sei im privaten Bereich bereits gut angelaufen, heißt es aus dem Rathaus. Es wurden bereits fünf Modernisierungsverträge mit Privateigentümern zur baulichen und energetischen Modernisierung von Gebäuden geschlossen. Weitere Maßnahmen befänden sich konkret in Vorbereitung. Auch weitere öffentliche Maßnahmen würden folgen.

Neuer Bereich zählt zu den ältesten Gebieten Rangendingens

Der jetzt neu aufzunehmende Bereich zwischen der Grosselfinger Straße und dem hinteren Teil der Oberdorfstraße zählt mit zu den ältesten Flecken in Rangendingen und war noch nie Teil eines Sanierungsgebiets. Viele Gebäude hätten sowohl baulich als auch energetisch Modernisierungsbedarf, lautet die Begründung für die Erweiterung.

Die geplante Maßnahme sei bereits mit dem Regierungspräsidium abgestimmt. Das Land würde weitere Mittel für die Sanierungen bereitstellen. Bisher waren dies eine Million Euro. 60 Prozent der Fördermittel kommen vom Land, 40 Prozent müsste die Gemeinde als Eigenanteil tragen.

Historische Gebäude dürfen nicht ungeprüft abgerissen werden

Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen dürfe jetzt allerdings nicht der Fehler gemacht werden, dass weitere erhaltenswerte und denkmalwürdige Gebäude entlang der Oberdorfstraße zu schnell der Spitzhacke zum Opfer fielen, gab Siegfried Kuhn zu bedenken. Er erinnerte daran, dass erst vor zwei Jahren für eine Neubaumaßnahme ein aus dem Jahr 1675 stammendes Gebäude an der Oberdorfstraße abgerissen worden war.

Bürgermeister Manfred Haug versicherte, dass im Zuge der vorbereitenden Untersuchungen auch eine Bestandserhebung für historisch wertvolle Gebäude durchgeführt werde, damit auch etwaige denkmalpflegerische Belange berücksichtigt werden könnten.