Das Hespeler-Areal wird Teil des Sanierungsgebietes „Nordöstliche Innenstadt“. Foto: Heiko Hofmann

38 neue Wohneinheiten könnten in Nagolds Innenstadt entstehen. Dafür wird extra das Sanierungsgebiet erweitert.

„Nordöstliche Innenstadt“ nennt sich das große Sanierungsgebiet in Nagold. Die halbe City umfasst dieses Erneuerungsgebiet. Und es wird noch größer – wächst um fast 2400 Quadratmeter auf dann insgesamt 118 696 Quadratmeter.

 

Zuwachs bekommt das Sanierungsgebiet in östlicher Richtung. Bis jetzt endete das Gebiet unterhalb des Parkplatzes vom Leonhard-Center. Mit der nun vom Gemeinderat beschlossenen Erweiterung soll künftig auch die Fläche zwischen dem Leonhard-Center und der Herrenberger Straße unterhalb des DB-Durchlasses zum Sanierungsgebiet werden.

Dabei handelt es sich um das so genannte „Hespeler-Areal“. Laut Drucksache der Stadtverwaltung zu dem Tagesordnungspunkt in der Ratssitzung geht es um die Gebäude Herrenberger Straße 13 und 13/1 sowie die Leonhardstraße 18 inklusive der umliegenden Grundstücke.

Neubebauung mit einem „Wohngebäudekomplex“

Nach Angaben der Stadt konnte der Eigentümer des Areals die Flurstücke erwerben und möchte die sich darauf befindlichen Gebäude abbrechen. Geplant ist eine Neubebauung mit einem „Wohngebäudekomplex“. In diesem sollen nach Angaben der Stadt etwa 38 Wohneinheiten realisiert werden. Und: Der Eigentümer wolle ausdrücklich in das Sanierungsgebiet aufgenommen werden.

Dieses Haus in der Herrenberger Straße soll abgerissen werden. Foto: Heiko Hofmann

Die offizielle Begründung für die Erweiterung der Fläche ist, dass in dem Erweiterungsbereich „städtebauliche Missstände“ vorhanden seien.

Aktuell haben die Abrissarbeiten der Gebäude zur Leonhardstraße hin bereits begonnen. Noch wird dort aber auch an der neuen Zufahrt zum Leonhardparkplatz und zur Leonhardstraße gearbeitet. Auch das betroffene Gebäude zur Herrenberger Straße hin und ein Anbau dahinter stehen bereits leer. Zum Teil scheinen innen die Abrissarbeiten schon vorbereitet zu werden.

„Barrierefrei für Jung und Alt“

Zur Herrenberger Straße hin steht ein Werbebanner, auf dem das „Bauprojekt Hespeler“ beworben wird. Auf ihm ist von einem Mehrfamilienhaus mit 36 Wohnungen in der Größe von 60 bis 110 Quadratmetern die Rede. „Barrierefrei für Jung und Alt“, ist auf dem Banner weiter zu lesen. Dort wird auch eine Ansicht der Front-Fassade zur Leonhardstraße hin gezeigt.

In dem Areal sieht es schon sehr nach Abriss aus. Foto: Heiko Hofmann

In der Sitzung des Gemeinderats freute sich Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann, dass die Stadt das Gebiet weiter ausdehnen und die anstehenden Maßnahmen berücksichtigen könne. „Auch das zeigt, wir haben Bewegung in dem Gebiet, und das ist sehr gut so.“ Die Zustimmung des Gemeinderats war einstimmig.

Es ist bereits die siebte Erweiterung

Das Sanierungsgebiet „Nordöstliche Innenstadt“ besteht seit dem Jahr 2016 und wurde seitdem mehrfach erweitert. Nun erfolgt die siebte Vergrößerung. Es beginnt im Westen mit dem Schulhof- und Turnhallenbereich des OHG, im Norden umfasst es unter anderem den Bahnhofs-Parkplatz-Bereich, die VHS und den Hof der Alten Seminarturnhalle sowie das gesamte Areal zwischen der Lange Straße, der Emminger Straße und der Calwer Straße.

Die südlichsten Zipfel sind das Parkhaus Weihergässle und Teile des Stadtgrabens sowie der Schmidgasse. Kern des Sanierungsgebietes ist die Bahnhofstraße mit all ihren abzweigenden Quartieren, die im Westen von der Turmstraße begrenzt werden, und im Osten von der Hohe Straße und der Neue Straße, der Leonhardstraße und nun dem Hespeler-Areal.