Ob privat oder von der Kommune: In Bergfelden wird dank Förderung kräftig saniert. Diese Gebäude sind als Nächstes dran.
„Das Sanierungsgebiet ist eine tolle Sache“, sagte Ortsvorsteher Herbert Kehl, der dem Ortschaftsrat einen kurzen Überblick zu dem bisher Geleisteten gab. Mit den Fördermitteln ist bereits das Rathaus saniert und das Volksbank-Gelände erworben worden.
Auf diesem Areal sind neue Wohnungen geplant, allerdings seien dafür noch nicht genug Käufer gefunden worden. Der Investor wolle aber nach den Sommerferien die Vermarktung intensivieren.
Das gebe auch Bergfeldern nochmals Gelegenheit, sich eine „Bleibe fürs Alter zu sichern“. Weil sich der Baubeginn verzögert hat, habe sich der Ortschaftsrat entschieden, den Ersatzbau für den Fronmeister zurückzustellen.
Großer Sanierungsbedarf
Für das Sanierungsgebiet sind bislang rund 4,5 Millionen Euro vorgesehen. Dass Bergfelden in den Genuss dieses Förderprogramms gekommen ist, geht auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) von 2014 zurück. Damals habe sich unter anderem die Frage gestellt, wie Fördermittel für die Ortsteile generiert werden könnten, berichtete Stadtbaumeister Wössner.
Eine Bestandserhebung für Bergfelden ergab, dass hier großer Sanierungsbedarf bestand – sowohl für private als auch kommunale Vorhaben. Die Vorarbeiten seien, so Wössner, umfassend gewesen. Um einen Antrag für ein Sanierungsgebiet stellen zu können, mussten städtebauliche Missstände in einem abgegrenzten Gebiet belegt werden.
Fünfstellige Summe für private Sanierung
Was bislang private Maßnahmen anging, sei Bergfelden ein voller Erfolg: „Was umgesetzt wurde, ist beispielhaft für ein Sanierungsgebiet“, sagte Wössner.
Private Bauherrn können für ihre Sanierungsvorhaben einen Zuschuss bis zu 30 000 Euro beziehungsweise 40 000 Euro bei einem denkmalgeschützten Haus erhalten. Voraussetzung ist dafür eine umfassende Sanierung des Gebäudes. Wössner: „Das ist geschenktes Geld.“ 60 Prozent davon zahlt das Land, 40 Prozent die Stadt.
So profitiert die Kommune
Von der Förderung profitiere aber auch die Kommune. „Das nutzen wir gerne“, erklärte Wössner. Neben dem bereits sanierten Rathaus gebe es weitere sanierungsbedürftige Gebäude wie Kindergarten, Schule und Dickeberghalle.
So stehen auch Mittel für den mit 100 000 Euro veranschlagten Abbruch des Volksbankgebäudes bereit. Das soll so schnell wie möglich passieren – noch in diesem Jahr. Wössner wartet nur noch auf den Startschuss des Ortschaftsrats: „Bergfelden muss sagen, wann es losgeht.“
Die „Molke“, Ende der 1930er-Jahre erbaut, muss abgerissen werden: „Sie steht im Weg“, so Wössner. Für das schmucke Gebäude gibt es die Überlegung, es an anderer Stelle wieder aufzubauen. Im Frühjahr 2026 sollte die Molke aber schon nicht mehr stehen.
Ein größeres Projekt wird die Dickeberghalle sein. Zusammen mit dem Musikverein hat Ortsvorsteher Herbert Kehl den Bedarf ermittelt. Der Ortschaftsrat hat den Vorschlägen bereits zugestimmt.
Ein Wunsch war, mehr Raum in der Halle zu gewinnen. Wössner ließ offen, ob das statisch möglich ist. Der Eingangsbereich soll auf jeden Fall erneuert werden. Auf der Bühne könnte der Vorhang durch eine mobile Wand ersetzt und dadurch ein separater Raum für parallele Nutzungen geschaffen werden. 80 Quadratmeter würden so im Bestand gewonnen.
Saniert werden auch Heizungen und Lüftungen. Eine neue Küche einzubauen, hält Wössner dagegen nicht für notwendig. „Eine Edelstahlküche herauszuwerfen, ist Blödsinn.“
Schwerpunkt auf dem Tiefbau
Der Schwerpunkt im kommenden Jahr liegt jedoch auf dem Tiefbau. Bis Ende 2025 werden nach Auskunft von Wössner die Arbeiten für den Straßenbau im Sanierungsgebiet ausgeschrieben, so dass im Frühjahr 2026 damit begonnen werden kann.
Der gut frequentierte Spielplatz in der Ortsmitte bleibt. Wössner beruhigte Ortschaftsrätin Alexandra Rau auch, dass die dortigen Schatten spendenden Bäume nicht gefällt werden. Zudem sollen auf Asphaltflächen weitere Bäume gepflanzt werden.
Ein Kreisverkehr an der Kreuzung sei nicht vorgesehen, stattdessen seien Querungshilfen geplant. Ein Anliegen von Martin Schneckenburger ist es, durch bauliche Maßnahmen den Verkehr in der Oberndorfer Straße zu verlangsamen. Solche Dinge könnten nur im Einverständnis mit dem Landkreis gemacht werden – „das ist das Problem“, sagte Wössner.