Um das Hallenbad in Althengstett zu erhalten, sind Investitionen in Millionenhöhe nötig. Jetzt hat sich herausgestellt: Der Sanierungsbedarf ist noch größer als gedacht.
Im September 2025 hat der Gemeinderat den Auftrag für den schon ausgeschriebenen neuen Hubboden nicht vergeben. Stattdessen wurde das Hallenbad noch einmal einer umfassenden Begutachtung unterzogen und die einzelnen Mängel in einer Vorstudie dokumentiert.
Im Bauamt wurden seinerzeit die Kosten für die Beckensanierung und den neuen Hubboden auf bis zu 1,4 Millionen Euro geschätzt. Die Vorstudie brachte weiteren Sanierungsbedarf zutage, die Verwaltung war zudem beauftragt, nach Fördermöglichkeiten zu suchen. Der Antrag auf Zuschüsse aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ wurde bereits am 15. Januar 2026 eingereicht. Bis spätestens 31. Januar 2026 musste dazu ein Beschluss des Gemeinderates nachgereicht werden, mit welchem bestätigt wird, dass die Eigenmittel für die definierten vier Arbeitspakete plus die Planungskosten bereitgestellt werden, sofern die Gemeinde eine Förderung erhält. Der Beschluss fiel einstimmig.
Arbeitspakete
Die Sanierung des Beckens umfasst die Betonsanierung, eine neue Abdichtung und Fliesen im gesamten Bereich des Bades, die Erneuerung der Durchströmung und einen neuen Hubboden. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 1,45 Millionen Euro brutto, wie alle weiteren Kostenangaben.
Die Pumpen und die Steuerungstechnik sollen erneuert werden, sie sind 20 Jahre alt und nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer. Für die veralteten SPS-Steuerungen sind Ersatzteile nur noch schwer zu bekommen, die bisherigen Pumpen sollen durch moderne, energieeffiziente Pumpen ersetzt und damit die Zuverlässigkeit der Anlagen erheblich gesteigert werden. Für diese Arbeiten sind 350 000 Euro eingeplant.
Die Lüftungsanlage ist ebenfalls veraltet. Eine neue ist besonders bei der Wärmerückgewinnung deutlich effizienter. Zudem besteht im Bereich Brandschutz akuter Handlungsbedarf. Bei diesem Arbeitspaket rechnet die Verwaltung mit Kosten von 400 000 Euro.
Deckensanierung
Verwunderung löste im Rat das vierte Arbeitspaket, die Deckensanierung, aus. Während der Vorstudie wurde festgestellt, dass die Deckenhöhe über dem Ein-Meter-Brett wie über dem Drei-Meter-Sprungturm nicht ausreichend ist. Um die erforderliche Raumhöhe zu schaffen, muss die Decke geöffnet und eine neue Tragkonstruktion montiert werden. Außerdem wird geprüft, ob die bestehende Deckenkonstruktion durch Korrosion geschädigt ist. Die Kosten für diese Arbeitsschritte belaufen sich auf 600 000 Euro. Planungskosten schließlich werden mit 700 000 Euro veranschlagt.
Die Vorlage weist 3,5 Millionen Euro als Gesamtkosten aus, von denen 45 Prozent durch Zuschuss gedeckt werden. Der Eigenanteil für die Gemeinde beträgt 1,925 Millionen Euro, verteilt über die Jahre 2027 und 2028.
Das sagen die Gemeinderäte
Martin Wünsche begrüßte, dass die Verwaltung die Möglichkeit beim Schopf packt. Er empfahl die Hallendecke zurückzustellen, bis klar ist, ob die Korrosion wirklich so eklatant ist. Dazu schienen ihm die Planungskosten sehr hoch, „da sollten wir sehr, sehr sorgfältig drauf schauen.“
Thomas Schmidt betonte: „Wir wollen das Hallenbad halten. Wir können, wenn wir jetzt Lüftung, Pumpen und Steuerung machen, in Zukunft Schließungen vermeiden.“ Das Ziel müsse sein, die versteckten Mängel anzugehen, sagte Paul Binder. Bei der nicht ausreichenden Deckenhöhe könne man von Überbürokratisierung ausgehen, „ich habe selbst mit ausgestreckten Armen die Decke nicht erreicht.“ Der Fördertopf werde sicher überzeichnet werden, „man wird sicher streichen müssen am Ende“, so Binders Befürchtung. Lothar Kante wunderte sich, dass die Deckenhöhe bei der Erneuerung des Dachs 2007 kein Problem war.