Die Sanierung der „Groz-Siedlung“ brachte der Gemeinderat mit einstimmigem Beschluss auf den weiteren Weg.
Als der Tagesordnungspunkt „Groz-Siedlung“ bei der jüngsten Gemeinderatssitzung anstand, ließ Bürgermeisterin Raphaela Gonser die bisherigen Schritte Revue passieren. Die „Groz-Siedlung“ in Bitz, mit Mörike-, Wald-, Lerchen-, Konrad-Schick-, Ried-, Klara- und Truchtelfinger Straße sowie Finken- und Drosselweg, hat eine Fläche von 11,3 Hektar. Ziel der geplanten Sanierung soll unter anderem sein, neuen Wohnraum zu schaffen und den öffentlichen Raum aufzuwerten. Hinzu kommen Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung, gewerbliche Flächen wie auch die Mobilität und Erreichbarkeit.
2025 hat die Gemeinde bei der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH die Erstellung eines „gesamtörtlichen Entwicklungskonzepts“ und eines „gebietsbezogenen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ für das Gebiet in Auftrag gegeben. Die Konzepte dienten als Grundlage für den Antrag auf Förderung, so Gonser.
Ziel, so die definierte Erläuterung, „ist die Beseitigung städtebaulicher Mängel und Missstände durch den Förderrahmen über 2,77 Millionen Euro“. Dieser setzt sich zusammen aus 60 Prozent Finanzhilfen von Bund oder Land, was einer Summe von rund 1,63 Millionen Euro entspricht, sowie einem kommunalen Eigenanteil in Höhe von 40 Prozent.
Finanzspritze bewilligt
Der im Oktober 2025 dem Regierungspräsidium Tübingen vorgelegte Antrag wurde „erfreulicherweise gleich im ersten Anlauf positiv beschieden“, so die Rathauschefin. Im März ging der Bescheid auf dem Rathaus ein, dass die Sanierungsmaßnahme mit einem Förderrahmen von 833.333 Euro nicht nur in das Landessanierungsprogramm aufgenommen, sondern bereits eine erste Tranche von Finanzhilfen des Landes in Höhe von 500.000 Euro in einem Zeitraum bis zum 30. April 2035 bewilligt worden sei. Positiv sei aus ihrer Sicht, so Raphaela Gonser, dass im weiteren Verlauf zusätzlich notwendige Finanzhilfen durch Aufstockungsanträge erbeten werden könnten.
Im nächsten Schritt stehen nun Untersuchungen an, um eine Beurteilungsgrundlage zu bekommen, die, so die Vorlage, „über die Notwendigkeit der Sanierung, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie die anzustrebenden allgemeinen Ziele und die Durchführbarkeit der Sanierung im Allgemeinen erforderlich sind“.
Als wesentliche Grundlage dient dabei das bereits vorliegende „gebietsbezogene integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“. Ferner sind im Rahmen der Voruntersuchungen die Eigentümer, Mieter, Pächter des Untersuchungsgebietes und Behörden zu beteiligen. Vorgeschlagen wurde eine Fragebogenaktion oder eine Infoveranstaltung. Aus Sicht von Bürgermeisterin Gonser sei auch eine Bürgerbefragung geplant.
Einstimmig beschlossen
Am 6. Februar 2026 hat die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH ein Angebot für die geplanten Maßnahmen abgegeben. Für die vorbereiteten Untersuchungen wurden Kosten von rund 7500 bis 10.000 Euro, für die Sanierungsdurchführung rund 15.000 Euro jährlich geschätzt. Insgesamt sei über den gesamten Zeitraum von knapp zehn Jahren mit Honorarkosten von etwa 150.000 Euro zu rechnen, die zu 60 Prozent förderfähig seien, so die Bürgermeisterin. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Kommunalentwicklung GmbH mit der Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen und der Sanierungsdurchführung zu beauftragen.