Bis die in die Jahre gekommene Mehrzweckhalle in Orschweier in neuem Glanz erscheint, wird es wohl noch dauern. Aufgrund des Wasserschadens, der durch das undichte Dach entstanden ist, verzögert sich die Fertigstellung auf Frühjahr 2027. Foto: Decoux

Die Sanierung der Orschweierer Halle zieht sich weiter in die Länge: Nachdem Asbest om Boden festgestellt wurde, wirft nun das undichte Dach den Bau im Zeitplan zurück.

Die Sanierung der Mehrzweckhalle Orschweier ist nach Jahren der Planung seit Februar in Gang – und hat der Verwaltung seither nicht nur viel Geld, sondern auch Nerven gekostet. So kam bereits zwei Monate nach dem Baubeginn die erste schlechte Nachricht: Beim Entfernen der Bodenplatten und des Estrichs im Sanitärbereich wurde eine Sperrschicht aus Asbestfasern entdeckt. Zwei Wochen habe es damals gedauert, bis eine Fachfirma den Schadstoff beseitigt hatte. Glück im Unglück: Die dadurch entstandenen sechsstelligen Mehrkosten wurden an anderer Stelle eingespart.

 

Ende November dann der nächste Rückschlag: Bei einer Baustellenbegehung wurde festgestellt, dass über das Flachdach Wasser ins Gebäudeinnere eingedrungen ist. Trotz sechs eingesetzter Trocknungsgeräte war damals schon klar, dass Putz entfernt und neu aufgetragen werden muss.

Um festzustellen, wie groß der Schaden tatsächlich ist, wurde ein Sachverständiger beauftragt. Das Ergebnis: Die Folgen sind gravierender als zunächst angenommen.

„Der Wasserschaden wird uns stark zurückwerfen. Mit einer Fertigstellung der Halle ist frühestens im Frühjahr 2027 zu rechnen“, teilte Ortsvorsteher Bernd Dosch am Dienstag vor dem Ortschaftsrat mit. Demnach müssten große Teile der Wände innen wie außen erneuert werden.

Erste Lösungsversuchesind gescheitert

Der Versuch, durch eine Notabdichtung den Wassereindrang in den Griff zu bekommen, sei fehlgeschlagen, erklärte Dosch. Das Dach bleibt undicht. Jetzt sei die in der Sanierung befindliche Halle zusätzlich zu einem Sanierungsfall geworden. Ob dadurch die Kosten nach oben getrieben werden oder die involvierten Firmen Kostenträger der Reparaturarbeiten werden, sei aktuell noch nicht geklärt.

Anders sieht es bei der Gestaltung des Außenbereichs aus. Dieser soll umgebaut werden, sobald die Halle in neuem Glanz erstrahlt. Ortsvorsteher Dosch hatte auf der Grundlage von Vorgesprächen im Ortschaftsrat einen Gestaltungsvorschlag vorgelegt. Der fand in weiten Teilen die Zustimmung im Gremium, gleichwohl wurden noch Feinjustierungen vorgenommen und auch über Kosten diskutiert.

Teuer kommt der von Dosch eingebrachte Vorschlag für einen Pflasterbelag im Straßenbereich rund um die Halle. Dieser solle den in Teilen stark beschädigten und geflickten Straßenbelag ein besseres Gesicht gegeben. Mit rund 1,1 Millionen Euro hatte das Ingenieurbüro Zink die Kosten beziffert und dabei in Aussicht gestellt, dass der Pflasterbelag ins Stadtsanierungsprogramm aufgenommen und damit mit 60 Prozent bezuschusst werden könne.

Nicht alle Ortschaftsräte wollten den Vorschlag weiter verfolgen. Nicolaj Blasi (Bürgerforum) sprach sich dafür aus, ein Pflaster nur im direkten Umfeld der Halle anzubringen und in anderen Teilen mit einem neuen, farblich abgehobenen Asphaltbelag zu arbeiten. Einig wurde sich das Gremium letztlich nicht, weil genaue Kostenschätzungen für unterschiedliche Varianten nicht vorlagen. Das Thema wurde vertagt.

Dorfbrunnen soll künftig Trinkwasser spenden

Eine klare Mehrheit fand sich derweil für die deutliche Vergrößerung des überdachten Freisitzbereichs vor dem kleinen Saal auf der Westseite. Hier hatte die Planung der Architekten eine Überdachung aus Glas von rund 2,45 Meter Tiefe vorgesehen und zu diesem Zweck für Stützen auch schon Fundamente setzen lassen. Das Gremium war sich einig, dass die überdachte Fläche zu klein sei. Sie soll eine Tiefe von knapp fünf Metern bei einer Länge von knapp 18 Metern erhalten, weshalb mindestens sechs neue Fundamente für Stützen geschaffen werden müssen. Wer für die Kosten der nicht mehr benötigten Altfundamente (43 000 Euro) aufkommen soll, blieb unklar.

Ob die Wünsche in Erfüllung gehen, zeigen die Haushaltsberatungen

Eine attraktive Platzgestaltung soll auf der Südseite mit dem Dorfbrunnen entstehen. Schattenspendende Bäume solle es dort auch geben. Allerdings nicht zu üppig – denn, so erläuterte Bauamtschefin Justine Jörger, der Dorfbrunnen werde künftig Wasser in Trinkwasserqualität spenden, weshalb fallendes Laub zum Problem werden könnte. Die Nordseite der Halle wird künftig durch einen neugestalteten Spielplatz dominiert werden. Gleich mehrere Fahrradabstellmöglichkeiten sollen zudem geschaffen werden. Auf allen Seiten sollen Bäume und Sträucher ein grünes Ambiente schaffen.

Ob alle Wünsche realisiert werden, werden die Haushaltsberatungen im Januar zeigen.