Die Brücke in der Hammerstattstraße – über die Burgstraße und die Gleise der Deutschen Bahn – wird dieses Jahr saniert. Foto: Marc Eich

157 Brücken gibt es in Villingen-Schwenningen – einige davon sind in einem schlechten Zustand. Nun hat die Stadt zusammengetragen, wo dringender Handlungsbedarf besteht.

Welche Bedeutung Brücken für den Verkehr in der Doppelstadt haben, wurde jüngst bei der Sperrung des Bauwerks über die Brigach in der Peterzeller Straße deutlich: fluchende Autofahrer, lange Schlangen und Chaos im Berufsverkehr.

 

Angesichts eines immer älter werdenden Bauwerksbestandes und eines stetig wachsenden Verkehrsaufkommens wird, wie die Stadtverwaltung in einer Vorlage für den Gemeinderat betont, die Prüfung und Überwachung eine immer bedeutendere Aufgabe.

Erst seit 2021 gibt es beim zuständigen Amt einen Gesamtüberblick über sämtliche 157 Brückenbauwerke (104 für Fahrzeugverkehr, 48 für Fußgänger und Radfahrer und sieben über Bahngleise) samt des Zustands und den anstehenden Prüfungen. Daraus wird deutlich: Im vergangenen Jahr sind 44 Brücken einer umfangreichen Hauptprüfung unterzogen worden, dieses Jahr sind weitere 46 Hauptprüfungen geplant.

Prio 1: Peterzeller Straße

Aus den Prüfungen hat sich eine Priorisierung der anstehenden Maßnahmen ergeben, welche die Stadt einen Millionen-Betrag kosten werden – alleine für die Brücke in der Peterzeller Straße. Und tatsächlich ist sie die Maßnahme mit der höchsten Priorität.

Die Brücke in der Peterzeller Straße hat die höchste Priorität. Foto: Marc Eich

Das liegt nicht nur am dem schlechten Zustand (die Stadt bewertet diesen mit 3,5 bei einer schlechtmöglichsten Bewertung von 4,0), sondern auch am hohen Verkaufsaufkommen angesichts der Hauptverkehrsachse. Die Maßnahme ist für das kommende Jahr eingeplant, die Kosten wurden zwischenzeitlich mit sechs Millionen Euro angegeben. Aufgrund des schlechten Zustands ist dort derzeit nur eine Überfahrt mit Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen erlaubt – eine Höhenbegrenzung für Fahrzeuge bis 3,5 Meter soll die Nutzung für schwere Fahrzeuge verhindern.

Hauptprüfung in der Vockenhauser Straße

Doch das ist nicht das einzige Bauwerk, bei welchem ein Eingreifen erforderlich ist. In der Vergangenheit wurde deutlich, dass auch bei dem großen Bauwerk im Bereich der Vockenhauser Straße – über die Bahngleise und die Goldenbühlstraße – eine Sanierung notwendig wird. Die Brücke wurde zuletzt 1981 saniert und erhält die Note 3,0, bei einer Prüfung im Jahr 2019 wurden bauliche Schäden festgestellt. Dieses Jahr steht dort eine Hauptprüfung an.

Die Brücke in der Vockenhauser Straße hat bauliche Schäden. Foto: Marc Eich

Beim Blick nach Schwenningen liegt der Fokus auf der Brücke in der Hammerstattstraße über die Gleise sowie die Burgstraße. Note: 3,8 – allerdings nur bei mittlerem Verkehrsaufkommen. Die Sanierung ist ist für dieses Jahr geplant. Die Projektkosten werden vom zuständigen Amt mit 450 000 Euro angegeben.

Pkw-Brücke alte B 27

Eine laufende Maßnahme ist derweil der Neubau einer Pkw-Brücke auf der alten B 27 über den Graben auf der Gemarkung Mühlhausen, die mit 190 000 Euro zu Buche schlägt (Note 3,8 bei mittlerem Verkehrsaufkommen). Eine größere Maßnahme ist eine Forstbrücke über die Brigach am Kirnacher Bahnhof, die 400 000 Euro kosten wird.

Im Mai steht in Pfaffenweiler außerdem der Neubau des Bauwerks im Kapfweg über den Wolfsbach an (185 000 Euro). Saniert werden müssen darüber hinaus zwei Fußgängerstege über den Brigachkanal im Villinger Kurgebiet, wofür Projektkosten von insgesamt 250 000 Euro eingeplant sind.

Mehrere kleinere Maßnahmen

Darüber hinaus werden weitere, kleinere Maßnahmen in der Prioritätenliste angegeben: Die Brücke in der St. Nepomukstraße in Villingen über den Sägebach (65 000 Euro), der Holzsteg Am Talacker über den Talbach in Marbach (28 000 Euro), die Holzmehrfeldbrücke am Schwenninger Bauchenberg (18 000 Euro) und in Mühlhausen der Holzsteg Am Guckenbühl (10 000 Euro).