Die Restaurierungsarbeiten in der Gutacher Peterskirche sind schneller vorangeschritten als die evangelische Gemeinde zunächst geplant hatte. Rosemarie Armbruster, Vorsitzende des Kirchengemeinderats, machte sich ein Bild vor Ort.
„Es gibt keine Veränderung außer der Reinigung. Es wird nichts gestrichen“, betont Restaurator Bernd Baldszuhn aus Schutterwald gleich zur Begrüßung. Seit zwei Wochen arbeitet er mit seinen Kolleginnen Katja Konrath und Klara Hammer in der Peterskirche, oft in luftiger Höhe. Manchmal seien sie auch zu viert, erklärt er.
Im Anschluss an die Reinigung werde partiell retuschiert, erklärt Baldszuhn. Risse werden nicht verschlossen und die Patina bleibt erhalten. An ein paar Stellen, wie in der Peterskirche ganz oben, fast verdeckt durch die Orgel, bleibt auch mal eine Stelle ungereinigt. „Das sind Primärdokumente, damit man sieht, was wir gemacht haben“, so der Restaurator.
Gereinigt werden Wände und Decke mit Viskose-Trockenschwämmen. „Früher hat man frisches Brot dafür genommen. Die Rinde wurde dann gegessen“, so der Restaurator mit einem Augenzwinkern.
An ganz empfindlichen Stellen wird auch mit einem feinen Schminkpinsel und einem Staubsauger gearbeitet, so in der Peterskirche, als im Jahr 2008 der Chor gemacht wurde.
„Ich kann mich noch erinnern, dass es früher keinen rosa Fries gab“, erklärt Rosemarie Armbruster, es sei alles cremefarben gestrichen gewesen. Der rosa Fries bleibt aber nun. „Unsere Aufgabe ist es, den Ist-Zustand zu erhalten, wir sind keine Künstler, auch wenn das Kunst genug ist“, so Baldszuhn.
Dazu werden alte und neue Technologien verbunden. Außen an der Kirche wurde beispielsweise die Zementschale am Sockel entfernt, damit das Mauerwerk wieder atmen kann. Früher seien Gips und Zement verwendet worden, was sich nicht mit Naturstein verträgt. Um der Feuchtigkeit im Mauerwerk, die Schimmel verursacht, entgegenzuwirken wurde früher mit Bohrungen oder mit Kunststoff gearbeitet, Jetztwerden alte und neue Technologien verbunden und schlechte Fremdmaterialien reduziert.
Um dem Schimmel entgegen zu wirken, wird an zwei Fenstern eine elektrische Steuerung eingebaut. Sie soll für die richtige Trockenheit sorgen. Für die Orgel darf es nicht zu trocken sein, für das Mauerwerk nicht zu feucht.
Offiziell wird die Peterskirche zur Jubelkonfirmation wieder geöffnet sein, das ist am Sonntag Judika, 6. April.
Die Orgel
Durch den Schimmel in früheren Jahren hatte auch die Steinmeyer-Orgel in der Peterskirche gelitten, sie wurde nach einer aufwendigen Restaurierung im Jahr 2022 wieder eingeweiht. Um sie während der Restaurierung in den vergangenen Wochen gut zu schützen, wurde sie vor Beginn der Arbeiten gut gegen den Staub verpackt.