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Sanierung in Vöhrenbach Hinter Wänden in der Josef-Hebting-Schule schlummert Asbest

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Bei der Vorbereitung zur Sanierung der Josef-Hebting-Schule ist Asbest entdeckt worden. Dieses Material muss fachgerecht rückgebaut und entsorgt werden. Daher wird mit Mehrkosten und Zeitverzögerungen gerechnet. Foto: Archiv

Schlechte Nachrichten im Zusammenhang mit der Sanierung der Josef-Hebting-Schule hatte die Stadtverwaltung in der Gemeinderatssitzung: Bei den Vorarbeiten für die Entkernung des Schulhauses wurde festgestellt, dass hinter den Zwischenwänden einiges an Asbest verbaut wurde. Lesen Sie mehr dazu in unserem (SB+)Artikel.

Vöhrenbach - In der Sitzung wurden beschlossen, die Asbestplatten zu entsorgen. Dadurch wird mit Mehrkosten von rund 100.000 Euro gerechnet. Bisher waren für den Rückbau rund 255.000 Euro eingeplant.

Nachdem Ende August das Baugesuch für die Schulsanierung der Baurechtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt worden war, erwartet man bis Mitte Februar eine endgültige Entscheidung. Aktuell werden die Ausschreibungen für die Hauptgewerke Rückbau, Trockenbau, Fenster und Außentüren sowie Flachdach und Pausenhof vorbereitet.

Bei weiteren Vorprüfungen auf eventuelle Schadstoffe wurden nun in Zwischenwänden der Klassenzimmer und Flure Asbestplatten entdeckt, die gesondert entsorgt werden müssen. Da das Büro Reiber hier keine Erfahrung besitzt, wurde die weitere Erkundung und die Ausschreibung der entsprechenden Maßnahmen an den Geologen Dieck vergeben.

Gefährliche Fasern weder auf Fußböden noch in Deckenplatten gefunden

Ein Problem ist dabei die Tatsache, dass die wenigen Spezial-Firmen, die eine solche Asbest-Maßnahme durchführen können, stark ausgelastet sind. Das Ganze könnte also zu einer Verzögerung im Ablauf führen. Daher werden nun auf Vorschlag von Architekt Reiber zuerst einmal nur der Rückbau und die Entsorgung des Asbests ausgeschrieben. Wenn ein verbindlicher Zeitrahmen feststeht, können dann die restlichen Arbeiten ausgeschrieben werden.

Architekt Martin Reiber schilderte die spezielle Problematik bei diesem Asbest. Die Platten aus Weichasbest waren damals in den sandwichartig aufgebauten Trenn- und Zwischenwänden montiert. Zur Zeit des Schul-Neubaus war die Verwendung von Asbest noch Standard. Nachdem diese Platten nun entdeckt worden waren, wurde auch der Staub in der Schule untersucht. Es wurden aber weder auf den Fußböden noch in den Deckenplatten Asbestfasern gefunden. Die für die Lunge gefährlichen Asbestfasern aus diesen Platten war also in den letzten Jahren offensichtlich nicht in der Raumluft der Schule vorhanden. Eine Gefahr für Schüler und Lehrer habe daher nicht bestanden.

Bei der anstehenden Entkernung der Schule gibt es zwei Möglichkeiten, wurde erläutert: Zum einen können die Asbest-Platten ausgebaut und entsorgt, zum anderen könnten sie auch mit entsprechenden Abdichtungen eingekapselt werden. Dies würde aber bei künftigen Baumaßnahmen in diesen Bereichen wieder zu Problemen führen. Finanziell wäre diese Einkapselung kaum günstiger. Denn der entsprechende Bereich muss sowohl für den Ausbau als auch für die Einkapselung entsprechend abgeschirmt und durch ein Spezialunternehmen betreut werden. Hier machte unter anderem Albert Schwörer (BWV) deutlich, dass man auf jeden Fall das Asbest ausbauen sollte, zumal der Preisunterschied für die Maßnahmen gering sei. Denn das verbleibende Asbest würde dann für die nächste Generation ein Problem darstellen und bei der dann notwendigen Entsorgung neue und möglicherweise noch wesentlich höhere Kosten verursachen.

Marion Ketterer (CDU) warf in die Diskussion, ob diese Mehrkosten von 100.000 Euro möglicherweise an anderer Stelle eingespart werden könnten, da der Gemeinderat ja eine feste Obergrenze für die Maßnahme beschlossen habe. Martin Schneider (CDU) fragte, ob diese Zusatzkosten eventuell auch förderfähig wären. Diese beiden Fragen können allerdings erst in der weiteren Planung und nach den konkreten Ausschreibungen genauer beantwortet werden.

Info: Asbest

Das in den Zwischenwänden der Josef-Hebting-Schule gefundene Asbest war schon lange vor dem Bau der Schule in den 1970-er Jahren als gefährlich eingestuft. Es wurde aber noch an vielen Stellen verwendet, verboten wurde es erst 1993. Bei Asbest handelt es sich um Mineralfasern. Wenn Asbestfasern eingeatmet werden, können diese langfristig schwere oder sogar tödliche Krankheiten verursachen. Asbest wurde in unterschiedlichen Produkten eingesetzt, in Fliesenklebern, Putzen, Kitt, Spachtelmassen oder Dämmmaterialien. Asbest wird gefährlich, wenn Fasern freigesetzt und eingeatmet werden, unter anderem im Rahmen von Renovierungsarbeiten oder einer Sanierung. Laut dem Nationalen Asbestprofil Deutschland verursachte der berufsbedingte Umgang mit Asbest auch 2017 noch 63 Prozent aller Todesfälle infolge einer Berufskrankheit. Eingeatmete Asbestfasern können je nach Konzentration und Dauer der Aufnahme Asbestose, eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege und Lunge, auslösen. Asbestose wird seit 1936 als Berufskrankheit anerkannt. In der Folge kann dies unter anderem zu Lungenkrebs führen. Verwendet wird Asbest seit 1820, unter anderem wurden die Fasern zu feuerfester Kleidung für Feuerwehrleute verarbeitet. Beliebt war auch die Verwendung in den Fassadenplatten aus Eternit. Bereits um 1900 wurde die Asbestose als Krankheit entdeckt. 1943 wurde Lungenkrebs als Folge von Asbestbelastungen als Berufskrankheit anerkannt, und seit 1970 (also vor dem Bau der Josef-Hebting-Schule) wird die Asbestfaser offiziell als krebserzeugend bewertet. Seit 1993 ist in Deutschland die Herstellung und Verwendung von Asbest verboten.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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