Der Turm der katholischen St.-Georgs-Kirche ist saniert. Für die neue Fassade bekam die B&J Fattler Kunstschmiede aus Schönwald nun den Deutschen Metallbaupreis.
Der Deutsche Metallbaupreis 2025 in der Kategorie „Metallgestaltung“ geht an B&J Fattler Kunstschmiede aus Schönwald.
1962 entstand der Kirchturm der katholischen Kirche St. Georg in St. Georgen, nachdem die alte Kirche damals abgerissen worden war. Der Kirchturm sollte eine neue Fassade erhalten, die sich in das bestehende Ensemble einfügt. Die Fattler Kunstschmiede begeisterte die Pfarrgemeinde mit ihrem Entwurf aus Cortenstahl.
Der 38 Meter hohe Kirchturm in St. Georgen wurde schon einmal saniert, aber bereits nach kurzer Zeit brachen die verwendeten Klinkerriemchen wieder aus der Fassade heraus. So entschied man sich, bei der erneut notwendig gewordenen Sanierung einer Metallfassade den Vorzug zu geben.
Die Kunstschmiede Fattler entwickelte zunächst neun verschiedene Ansätze, alle basierten auf Cortenblech. Vier davon fertigten sie als Modell. Die Wahl der Gemeinde fiel auf ein Modell, bei dem das Corten mittig durch einen farbigen Zierstreifen unterbrochen wird. Dieser weist zudem einige symbolhafte Gestaltungsmerkmale auf.
Einige Hürden zu meistern
Weil die Kunstschmiede nicht auf Fassadenbau spezialisiert ist, hatten die beiden Geschäftsführer, Bianca und Johannes Fattler, einige Hürden zu meistern. Unterstützt wurden sie dabei von ihrem Statiker. Die Unterkonstruktion der Fassade besteht aus einem verzinkten Rohrrahmen. Die Cortenplatten sind mehrfach gekantet, so dass sie sich in diese Unterkonstruktion einhängen ließen.
Bedacht werden musste zudem die Längenausdehnung der Fassadenelemente. im Schwarzwald könne der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht bis zu 30 Grad betragen, berichtet Johannes Fattler. Deshalb sei die Fassade in fünfzehn waagerechte Teile unterteilt, jedes Element könne sich entspannt verschieben.
In der Mitte der Fassade verläuft senkrecht ein Streifen aus farbigem Metallgewebe. Die Farben Grün und Blau finden sich auch in den Kirchen-Mosaik-Fenstern wieder. Sie stehen für Hoffnung und Leben. Geschmiedete Aluminiumkreise auf dem farbigen Streifen symbolisieren die Menschheit, die gemeinsam in diesem Fluss des Lebens unterwegs ist. Einer der Kreise ist mit einem Georgskreuz versehen und stellt den Heiligen dar. Umgeben ist er von violetten Kreisen, die seinen Wirkungskreis und seine Heiligkeit beschreiben.
Gestaltung erfüllte Ansprüche der Jury
Diese überzeugende Gestaltung erfüllte alle Ansprüche. Die besondere Herausforderung lag für die Kunstschmiede darin, eine Fassade zu bauen, die sowohl statisch sicher ist, als auch optisch den Ansprüchen des Auftraggebers gerecht wurde. Die Jury des Deutschen Metallbaupreises betonte, dass es dem Unternehmen optimal gelungen sei, die Gestaltung des Kirchturms in die heutige Zeit zu übertragen. Die Fassade des Kirchturms wurde gestalterisch optimal in die heutige Zeit übertragen.