In Rottweil wird gebaut, saniert und modernisiert – von privat und von der Stadt, dank des Sanierungsgebiets. Jetzt ist aber deutlich mehr Geld nötig.
Das Sanierungsgebiet Stadtmitte ist eine Erfolgsstory. 129 neue Wohnungen sind seit Programmaufnahme 2022 entstanden. Damit die weitergehen kann, braucht es aber etwas Entscheidendes.
„Es ist unglaublich, wie viele Wohnungen saniert und mietbar gemacht wurden“, sagte OB Christian Ruf in der Sitzung des Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschusses am Mittwochabend.
Auch zahlreiche kommunale Projekte wurden dank der Mittel aus der Städtebauförderung angestoßen, darunter die Sanierung der Bruderschaftsgasse, das Parkhaus auf der Groß’schen Wiese oder der Zentrale Umsteige Platz (ZUP), der am Nägelesgraben entstehen soll. Und es sollen noch mehr werden.
Programm verlängert
Nicole Ullrich von der STEG hatte nämlich gute Nachrichten mit in die Sitzung gebracht. Das Programm wird bis 2028 verlängert. Außerdem soll der Fördertopf nochmals aufgestockt werden. Dass der Antrag hierzu gestellt werden soll, beschloss der Ausschuss jedenfalls einstimmig.
Den Erfolg der Sanierungsförderung machte Ullrich an einer einzigen einfachen Rechnung auf. Aus einem einem Euro Förderung entstanden elf Euro Investition.
Insgesamt sind seit Beginn der Laufzeit des Sanierungsgebietes 2016 für vertraglich vereinbarte private Erneuerungsmaßnahmen Zuschüsse in Höhe von fast zwei Millionen Euro ausbezahlt worden. Weitere 1,6 Millionen Euro sind im Haushalt vertraglich gebunden.
Nun muss man wissen, dass es zwischen den beiden Begriffen Förderrahmen und Finanzhilfe einen Unterschied gibt. Finanzhilfe ist das Geld, das aus der Städtebauförderung kommt. Zu diesem Geld kommt ein Eigenanteil der Stadt hinzu, und zwar in Höhe von 40 Prozent.
Aufstockung
Bislang belief sich die Finanzhilfe auf 9,1 Millionen und der Förderrahmen auf etwas mehr als 15,2 Millionen. Mit der Aufstockung soll die Finanzhilfe um 8, 2 Millionen auf rund 17,3 Millionen Euro steigen, was wiederum den Förderrahmen auf rund 28, 9 Millionen Euro vergrößert. Und das gekoppelt mit der schon bewilligten Verlängerung des Programms bis 2028.
„Hierbei handelt es sich um das dritthöchste Aufstockungsprogramm Baden-Württembergs“, freute sich Ullrich.
Die letzte Aufstockung des Förderrahmens im Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ erfolgte übrigens 2025. Von den 9,1 Millionen Euro bewilligten Finanzhilfe wurden bereits 2,4 Millionen an die Stadt ausgezahlt, so dass eine verfügbare Finanzhilfe in Höhe von 6,7 Millionen Euro verbleibt.
Älteste und schönste Stadt
Wieso also muss man dann überhaupt aufstocken? Wegen des Baus des Parkhauses Stadtmitte Süd (Groß’sche Wiese) und der Sanierung Heiligkreuzort sowie dem Kauf des Kaufhauses am Kriegsdamm sei ein größerer Mittelabfluss in 2025, 2026 und 2027 zu erwarten, schreibt die Stadt in ihrer Vorlage. Für die nicht abgedeckten Kosten wird die Aufstockung beantragt.
Zahlen hin, Zahlen her – „was zählt ist, was im Hintergrund passiert“, sagte Hans-Peter Alf (CDU). Nämlich, „dass die Stadt investiert“, und dass in die Stadt investiert wird. Er freue sich schon auf das Schild an der Autobahn: Rottweil, nicht nur älteste, sondern auch „schönste Stadt Baden-Württembergs“.
Info
www.sanierungsgebiete-stadtmitte.de/stadtmitte/
Ansprechpartner Stadt Rottweil: Edmund Schäfer, E-Mail demund.schaefer@rottweil.de, Telefon 0741/49 44 57